Die Preise für Kakao sind in den letzten Monaten weltweit stark gestiegen. Die Folge: Schokolade und viele andere Süßwaren werden teurer. In Sachsen-Anhalt und Thüringen bekommen das inzwischen auch die Schokoladenhersteller zu spüren – viele Kunden greifen seltener zu.
In mehreren mittelständischen Unternehmen der Region ist die Nachfrage spürbar zurückgegangen. Besonders deutlich zeigt sich das im Einzelhandel: „Wir verkaufen deutlich weniger Tafeln Schokolade als noch vor einem Jahr“, berichtet ein Hersteller aus Thüringen. Auch bei Pralinen und saisonalen Produkten wie Oster- oder Weihnachtsschokolade sinkt die Kauflust der Kundinnen und Kunden.
Kakaopreis auf Rekordniveau
Grund für die Preiserhöhungen ist vor allem der stark gestiegene Weltmarktpreis für Kakao. In wichtigen Anbauländern wie der Elfenbeinküste und Ghana haben Ernteausfälle und extreme Wetterbedingungen zu massiven Lieferengpässen geführt. Dadurch hat sich der Preis für Kakao mehr als verdoppelt – was auch die Produktionskosten für Schokoladenhersteller in Deutschland deutlich erhöht hat.
Ein Betrieb aus Sachsen-Anhalt erklärt: „Wir haben lange versucht, die Preise stabil zu halten. Aber irgendwann mussten wir die höheren Kosten an die Kunden weitergeben.“ Viele Betriebe sehen sich gezwungen, entweder Preise zu erhöhen oder auf günstigere Zutaten auszuweichen, was wiederum die Qualität beeinträchtigen kann.
Kundinnen und Kunden reagieren zurückhaltend
Die gestiegenen Preise sorgen dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf von Süßwaren zögerlicher werden. Statt zur Markenware greifen viele zu preiswerteren Alternativen oder verzichten ganz. Auch das Online-Geschäft mit Schokoladen-Geschenken und Spezialitäten sei eingebrochen, berichten Händler.
Blick in die Zukunft: Hoffnung auf Entspannung, aber keine schnellen Lösungen
Die befragten Unternehmen hoffen nun auf eine Beruhigung der Weltmarktpreise. Doch Experten gehen davon aus, dass die hohen Kakaopreise bis 2026 anhalten könnten – unter anderem durch anhaltende Dürre, Ernteausfälle und politische Unsicherheiten in den Anbauländern.
Ein Hersteller bringt es auf den Punkt: „Schokolade bleibt ein Genussmittel – aber der Genuss wird für viele spürbar teurer.“