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Nach Amoklauf in Graz: Diskussion um Schulpsychologie und Schutzmaßnahmen

KadzarollaAdriana (CC0), Pixabay

Nach dem tragischen Amoklauf an einer Schule im österreichischen Graz wächst in Deutschland die Sorge um die Sicherheit und psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Besonders in Mitteldeutschland fordern Lehrerverbände jetzt konkrete Maßnahmen, vor allem den Ausbau der schulpsychologischen Betreuung.

Früherkennung fast unmöglich – zu wenig Fachkräfte

„Es ist derzeit kaum möglich, auffällige Schüler rechtzeitig zu erkennen oder gezielt zu betreuen“, sagt Tim Reukauf vom Thüringer Lehrerverband gegenüber dem MDR. Die Zahl der Schulpsychologen sei viel zu gering, um den Bedarf zu decken. Häufig müssten sich Schulen bei Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Problemen selbst behelfen – ohne fachliche Begleitung, so Reukauf.

Auch in Sachsen wird diese Kritik geteilt: Der Sächsische Lehrerverband fordert schon seit Jahren mehr Personal im Bereich der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie. Lehrkräfte fühlten sich oft allein gelassen, wenn sie mit schwierigen Schülern oder psychisch belasteten Jugendlichen konfrontiert seien.

Sicherheitslücken an Schulen – auch ein technisches Problem

Neben der personellen Ausstattung kritisieren die Verbände auch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen an vielen Schulen. In vielen Fällen gäbe es weder Zugangskontrollen noch Alarmsysteme. Es sei erschreckend, dass Lehrkräfte im Notfall oft nicht ausreichend geschult oder technisch ausgerüstet seien, um angemessen reagieren zu können.

Sachsen verweist auf Fortschritte – aber auch auf Grenzen

Clemens Arndt, Sprecher des Landesamts für Schule und Bildung in Sachsen, weist darauf hin, dass in den letzten Jahren die Zahl der Schulpsychologen im Freistaat deutlich erhöht wurde. Dennoch sei eine flächendeckende Versorgung kaum möglich, allein schon wegen des Fachkräftemangels. Man versuche, die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient zu verteilen – etwa durch mobile Beratungsdienste oder digitale Unterstützungsangebote.

Forderung nach einem bundesweiten Konzept

Aus Sicht vieler Lehrerinnen und Lehrer braucht es jetzt ein einheitliches Konzept auf Bundesebene: Mehr Fachkräfte, bessere Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Schulungen für Lehrkräfte – und klare Notfallpläne für Krisensituationen. Nur so könne man Schülerinnen und Schüler nicht nur schützen, sondern auch präventiv handeln, bevor es zu eskalierten Situationen komme.

Fazit: Der Ruf nach mehr Unterstützung wird lauter

Der Amoklauf in Graz wirkt wie ein Warnsignal. Lehrerverbände mahnen: Ohne mehr psychologische Betreuung, bessere Prävention und technischen Schutz könnten ähnliche Tragödien auch in Deutschland nicht ausgeschlossen werden. Die Politik ist jetzt gefragt, nicht nur zu reagieren – sondern vorsorglich zu handeln.

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