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Künstliche Intelligenz frisst Energie: Was ChatGPT & Co. wirklich verbrauchen

MOMO36H10 (CC0), Pixabay

Viele Menschen nutzen mittlerweile Künstliche Intelligenz (KI) im Alltag – zum Beispiel beim Schreiben von Texten, beim Lernen, beim Programmieren oder beim Planen von Reisen. Programme wie ChatGPT wirken auf den ersten Blick harmlos: Man tippt eine Frage ein, wartet ein paar Sekunden – und bekommt eine Antwort. Was man dabei oft vergisst: Im Hintergrund läuft ein riesiger technischer Aufwand ab, der viel Energie und Wasser verbraucht.

So viel Strom verbraucht eine einfache Frage

OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat nun erstmals konkrete Zahlen veröffentlicht:
Laut Gründer Sam Altman verbraucht eine einzige Anfrage bei ChatGPT so viel Strom wie eine Sekunde lang einen Backofen zu betreiben. Das klingt zunächst nicht dramatisch – aber wenn man bedenkt, dass täglich Millionen von Menschen das Programm nutzen, wird klar: Die Gesamtmenge an Strom, die dabei verbraucht wird, ist enorm.

Und nicht nur Strom wird gebraucht. Auch Wasser wird in großen Mengen eingesetzt – vor allem zur Kühlung der Rechenzentren, in denen die KI läuft. Pro Anfrage entspricht der Wasserverbrauch etwa einem Fünfzehntel eines Teelöffels. Auch das wirkt wenig – doch bei Milliarden Anfragen pro Monat wird daraus ein erheblicher Wasserbedarf.

Warum ist der Energieverbrauch so hoch?

Programme wie ChatGPT basieren auf großen Sprachmodellen. Diese müssen beim Antworten auf jede Frage Millionen Rechenschritte durchführen. Dafür werden in riesigen Rechenzentren tausende Hochleistungs-Computer gleichzeitig betrieben. Diese Computer brauchen sehr viel Strom – und sie werden beim Arbeiten sehr heiß. Deshalb müssen sie ständig gekühlt werden – oft mit aufwendig gekühltem Wasser oder durch Klimaanlagen, die ebenfalls Strom verbrauchen.

Außerdem gilt: Je komplexer die Frage – und je länger die Antwort – desto mehr Energie wird benötigt.

Kritik: KI hilft – aber auf Kosten der Umwelt

Experten und Umweltschützer warnen schon länger davor, dass der Siegeszug von KI-Technologie zu einem massiven Strom- und Ressourcenverbrauch führt. Besonders problematisch ist, dass KI-Modelle rund um die Uhr laufen, ständig weiterentwickelt und trainiert werden – oft mit gigantischem Aufwand. Allein das Training eines großen Sprachmodells kann so viel CO₂ verursachen wie mehrere Dutzend Flugreisen über den Atlantik.

Viele Rechenzentren stehen außerdem in Regionen, die ohnehin unter Wassermangel leiden – wie etwa Teile der USA oder Südeuropa. Der steigende Wasserverbrauch zur Kühlung dieser Anlagen wird dort zunehmend kritisch gesehen.

Was sagen die Betreiber?

OpenAI und andere KI-Firmen wie Google oder Microsoft betonen, dass sie den Umweltaspekt ernst nehmen. Sie wollen in Zukunft auf erneuerbare Energien umsteigen, ihre Systeme effizienter machen und neue Kühltechniken einsetzen. Auch die Entwicklung sogenannter „leichterer“ KI-Modelle mit geringerem Stromverbrauch ist im Gespräch. Doch noch ist der tatsächliche Energiebedarf sehr hoch – und wächst weiter.

Was kann jede und jeder Einzelne tun?

KI-Systeme sind praktisch – aber sie sollten bewusst eingesetzt werden. Wer für jede Kleinigkeit ChatGPT fragt, trägt am Ende auch zum steigenden Energieverbrauch bei. Darum gilt:

  • KI gezielt einsetzen, z. B. für Aufgaben, die sonst sehr lange dauern würden

  • Unnötige Anfragen vermeiden, etwa zum Spaß oder aus Neugier

  • Kritisch nachfragen, wie Unternehmen mit ihren Ressourcen umgehen

  • Politischen Druck unterstützen, damit digitale Technik nachhaltiger wird

Fazit: KI ist kein „unsichtbares“ Werkzeug

Künstliche Intelligenz verändert unseren Alltag – und hat viele Vorteile. Aber sie ist nicht kostenlos für die Umwelt. Wer ChatGPT nutzt, sollte wissen: Hinter jeder Antwort steckt eine ganze Kette aus Strom, Wasser, Servern und Technik. Je bewusster wir damit umgehen, desto besser lässt sich die Technologie nachhaltig nutzen.

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