Der neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, will sich verstärkt dem Problem der Digitalsucht bei Kindern und Jugendlichen widmen. In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (BR) betonte er, dass es dringend mehr Aufklärung und Bildung im Umgang mit digitalen Medien brauche – besonders in der Schule.
Laut Streeck sei in Deutschland jedes vierte Kind nicht in der Lage, sicher und reflektiert mit Social Media, Smartphones und anderen digitalen Angeboten umzugehen. Die Lösung sieht er jedoch nicht in Verboten, sondern in pädagogischer Begleitung und Medienkompetenz: „Handys in Schulen grundsätzlich zu verbieten, bringt wenig. Mediennutzung ist heute zentral fürs Weiterkommen – sie muss aber erlernt werden“, so Streeck.
Um dem zunehmenden Problem der digitale Abhängigkeit wirksam zu begegnen, setzt der Drogenbeauftragte auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Bildungs- und dem Gesundheitsministerium. Gemeinsam sollen Strategien entwickelt werden, wie Kinder frühzeitig einen gesunden Umgang mit digitalen Inhalten lernen können – etwa durch Aufklärungskampagnen, Schulprojekte und die Einbindung von Eltern und Lehrkräften.
Mit seinem Vorstoß rückt Streeck ein wachsendes gesellschaftliches Thema in den Fokus: Immer mehr Studien weisen auf die negativen Folgen exzessiver Smartphone- und Social-Media-Nutzung hin – von Konzentrationsproblemen über Schlafstörungen bis hin zu psychischen Belastungen. Gleichzeitig ist digitale Kompetenz ein entscheidender Zukunftsfaktor.
Streecks Ansatz: nicht verteufeln, sondern befähigen – denn Medien gehören zum Alltag, aber der richtige Umgang damit will gelernt sein.