Er ist klein, heimlich – und in großer Gefahr: Der Gartenschläfer wurde von der Sielmann Stiftung zum „Gartentier des Jahres 2025“ gekürt. Die charismatische Schlafmaus mit der markanten schwarzen Gesichtszeichnung, die an eine Zorro-Maske erinnert, steht exemplarisch für viele heimische Tierarten, die unter dem Verlust naturnaher Lebensräume leiden.
Ein stiller Rückzug
Der Gartenschläfer – ein naher Verwandter des Siebenschläfers – verbringt rund sechs Monate des Jahres im Winterschlaf. Doch auch im Sommer bekommt man ihn kaum zu Gesicht: Der nachtaktive Bilch ist scheu und lebt meist in versteckten Lebensräumen wie strukturreichen Gärten, Waldrändern oder Heckenlandschaften. Genau diese Rückzugsorte verschwinden jedoch zunehmend, wie die Sielmann Stiftung betont.
Ursachen: Forstwirtschaft, Versiegelung, Flächenfraß
Die Gründe für das Verschwinden des Gartenschläfers sind vielfältig – und hausgemacht. Intensive Forstwirtschaft, der Verlust von naturnahen Gärten, Versiegelung durch Bauprojekte und die Verdichtung städtischer Räume lassen seinen Lebensraum immer kleiner werden. Auch das Nahrungsangebot – Insekten, Beeren, Samen – schrumpft vielerorts.
Vorkommen nur noch in wenigen Regionen
Einst in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet, ist der Gartenschläfer heute auf wenige Rückzugsgebiete beschränkt. In Deutschland findet man ihn noch vereinzelt im Moseltal, im Schwarzwald, im Harz und in einigen höher gelegenen Regionen Süddeutschlands. Besonders dramatisch: In vielen Regionen wurde die Art in den letzten Jahrzehnten fast vollständig verdrängt.
Symbol für gefährdete Artenvielfalt vor der Haustür
Mit der Wahl zum „Gartentier des Jahres“ will die Stiftung nicht nur auf den Gartenschläfer aufmerksam machen, sondern auch auf den dringenden Handlungsbedarf im Artenschutz im Siedlungsraum. Schon einfache Maßnahmen können helfen: Wildblumen, heimische Gehölze, Nistkästen oder das Zulassen von Unordnung im Garten schaffen Lebensräume für Gartenschläfer und viele andere Tiere.
Fazit: Was der Gartenschläfer uns sagt
Der Gartenschläfer ist nicht nur ein stiller Gartenbewohner, sondern auch ein Botschafter für bedrohte Artenvielfalt in Deutschlands Gärten, Parks und Randlandschaften. Seine Rückkehr wäre ein Zeichen dafür, dass wir Natur wieder Raum geben – nicht nur in Schutzgebieten, sondern direkt vor unserer Haustür.