Mit dem Ende des langen Wochenendes und der Hamburger Maiferien ist es am Sonntag in Norddeutschland zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Rückreisewelle von den Küsten ins Binnenland sorgte bereits ab dem Vormittag für über 100 Kilometer Stau und stockenden Verkehr, wie das NDR Verkehrsstudio meldete.
Autobahnen stark belastet – A1 und A7 als Hotspots
Besonders betroffen war erneut die A1: Auf der Strecke von Fehmarn Richtung Lübeck staute es sich über längere Abschnitte. Auch bei Bremen, Cloppenburg sowie rund um Hamburg meldete der ADAC zeitweise bis zu 14 Kilometer stockenden Verkehr, vor allem im Bereich Kreuz Bargteheide.
Ein weiteres Nadelöhr war die A7 rund um den Elbtunnel: In Richtung Süden bildete sich zwischen Quickborn und dem Tunnel ein Stau von bis zu 14 Kilometern. Am Nachmittag entspannte sich die Lage leicht, doch auch in Richtung Norden stockte es weiterhin auf etwa zehn Kilometern Länge.
Überlastung auch auf A2, A20 und weiteren Strecken
Auch auf anderen Fernverbindungen mussten Autofahrer Geduld mitbringen:
- Auf der A2 gab es rund 14 Kilometer stockenden Verkehr nahe Marienborn/Helmstedt.
- Die A20 war zwischen Grimmen-Ost und Tribsees betroffen,
- die A27 bei Bremerhaven,
- die A29 bei Oldenburg,
- sowie die A31 vor dem Emstunnel.
Baustellen verschärfen die Situation
Zusätzlichen Druck auf die Rückreisewelle üben zahlreiche Baustellen aus:
- In Niedersachsen kommt es auf der A2 in beiden Richtungen zu Verzögerungen.
- In Schleswig-Holstein ist die Baustelle auf der A23 bei Pinneberg ein Stauschwerpunkt für Heimreisende von den Nordfriesischen Inseln.
- Auch auf der A1 zwischen Eutin und Bad Schwartau sowie auf der A7 an der Rader Hochbrücke wird gebaut.
- An der Grenze zu Dänemark und an der Sylt-Autoverladung müssen Reisende ebenfalls mit längeren Wartezeiten rechnen.
Bahnverkehr ebenfalls überlastet – Zug geräumt
Auch die Bahn war vom Ansturm der Rückreisenden betroffen. Besonders dramatisch wurde es am Bahnhof Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern, wo ein überfüllter Regionalzug von Stralsund nach Berlin geräumt werden musste. Laut Bundespolizei hatte der Zugbegleiter die Passagiere vergeblich zum Ausstieg gebeten. Erst mit Unterstützung der Polizei konnte der Zug weiterfahren. Rund 250 Reisende, viele mit Fahrrädern, blieben zurück. Ein bereitgestellter Sonderzug konnte nicht alle aufnehmen.
Küstenregionen besonders belastet
Auch auf Bundesstraßen wie der B110 und B111 auf Usedom sowie auf Rügen kam es zu erheblichen Verzögerungen. Der ADAC rechnet damit, dass sich die Rückreisewelle bis in die Abendstunden zieht – insbesondere auf küstennahen Straßen und Übergängen zu den Inseln.
Fazit: Geduld gefragt – und künftig mehr Planung notwendig
Das Ferienende bringt den Straßen- und Bahnverkehr im Norden erneut an seine Belastungsgrenze. Neben der hohen Reisedichte tragen unzureichende Infrastruktur, Baustellen und begrenzte Bahnkapazitäten zur angespannten Lage bei. Für Reisende heißt das vor allem: Mehr Zeit einplanen, flexibel bleiben – und möglichst außerhalb der Stoßzeiten fahren.