Die Zahl der Blutspender in Deutschland ist im Jahr 2024 leicht zurückgegangen, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) jetzt bekannt gab. Demnach nahmen rund 3,16 Millionen Menschen an einem der bundesweiten DRK-Spendetermine teil – das sind etwa 11.000 weniger als im Vorjahr.
Besonders besorgniserregend ist laut DRK der Rückgang bei den Erstspenderinnen und Erstspendern: Ihre Zahl sank im Vergleich zu 2023 um knapp 19.000 Personen. Diese Entwicklung bereitet den Verantwortlichen zunehmend Sorgen – insbesondere, weil sich der Trend vor allem in den jüngeren Altersgruppen abzeichnet.
„Wenn junge Menschen seltener spenden, fehlt uns langfristig der Nachwuchs“, so ein Sprecher des Roten Kreuzes. Die Versorgungssicherheit mit Blutkonserven könne dadurch in Zukunft gefährdet sein – gerade angesichts einer alternden Bevölkerung und des steigenden Bedarfs in der medizinischen Versorgung.
Gründe für den Rückgang sind vielschichtig
Experten sehen mehrere Faktoren hinter dem schwindenden Engagement: fehlende Aufklärung, Zeitmangel, aber auch eine geringere Bindung an gesellschaftliches Engagement in manchen Altersgruppen. Zudem gebe es nach der Pandemie eine gewisse Zurückhaltung, sich in medizinischen Kontexten zu engagieren – obwohl die Abläufe beim Blutspenden sicher und gut organisiert sind.
DRK wirbt verstärkt um junge Spender
Um der Entwicklung entgegenzuwirken, will das DRK künftig noch gezielter junge Menschen ansprechen, unter anderem mit Social-Media-Kampagnen, Informationsveranstaltungen an Schulen und Universitäten sowie Anreizen für regelmäßiges Spenden. „Blutspenden rettet Leben – und ist ein unkomplizierter Weg, aktiv zu helfen“, heißt es aus dem Verband.
Denn eines bleibt klar: Ohne kontinuierliches Engagement aus der Bevölkerung ist das Blutspendenetz in Deutschland nicht aufrechtzuerhalten. Jeder Rückgang – so gering er zunächst wirken mag – ist ein Warnsignal mit langfristiger Wirkung.