McLaren hat zum Auftakt des Formel-1-Wochenendes in Barcelona ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Während Lando Norris am Freitag im ersten Freien Training die Bestzeit fuhr, übernahm sein Teamkollege Oscar Piastri in der zweiten Session die Spitze des Tableaus – und das mit einer beeindruckenden Runde von 1:12,760 Minuten.
McLaren präsentierte sich damit erneut als das Team, das es derzeit zu schlagen gilt. Auch das neue Frontflügel-Reglement, das ab sofort nur noch zehn Millimeter Durchbiegung unter Belastung erlaubt (statt wie bisher 15), brachte keine spürbaren Verschiebungen in der Hackordnung der Königsklasse. Das Feld bleibt eng – aber McLaren macht aktuell das Tempo.
Verfolgertrio in Lauerstellung
George Russell im Mercedes konnte Piastris Zeit am Nachmittag am nächsten kommen – der Brite lag nur 0,286 Sekunden zurück. Dahinter reihten sich Max Verstappen und erneut Norris exakt zeitgleich ein (+0,310). Der Weltmeister blieb damit weiterhin in Schlagdistanz zur Spitze und zeigte sich nach außen hin gelassen:
„Die Zeitgewinne oder Verluste durch das Reglement sind gering – das war zu erwarten.“
In der Vormittagssession war Verstappen Norris’ schärfster Verfolger, knapp vor Lewis Hamilton, der inzwischen für Ferrari fährt.
Marko: „Kein Vorteil mehr durch Flexi-Wings“
Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko erklärte im ORF, warum die Reglementänderung keine großen Umwälzungen brachte:
„Die Teams wussten seit Monaten, was kommt. Der Vorteil der Flexi-Wings ist Schritt für Schritt verschwunden. Jetzt sind wir wieder beim Status quo.“
Doch auch wenn Red Bull derzeit nicht dominiert – Verstappen bleibt mit 136 WM-Punkten auf Tuchfühlung zu Piastri (161) und Norris (158). In Barcelona will er das Momentum wieder auf seine Seite ziehen.
Verstappen bald auch im GT-Rennwagen?
Abseits des Grand Prix sorgt Verstappen mit einer anderen Nachricht für Schlagzeilen: Der Niederländer darf laut FIA künftig auch offiziell in der GT-Kategorie starten – als frisch eingestufter „Platin-Fahrer“. Red Bull wird ihm laut Marko bei einem entsprechenden Vorhaben nicht im Weg stehen, jedoch bleibt der Fokus ganz klar auf der Formel-1-Weltmeisterschaft:
„Ein GT-Auto ist relativ langsam. Ich habe nur Angst, dass jeder zeigen will, wie gut er ist – und Max das Leben schwer gemacht wird“, so Marko mit einem Augenzwinkern.
Das Trainingsfazit – McLaren stark, Ferrari solide, Red Bull abwartend
In beiden Trainingssitzungen fuhren die McLaren-Piloten in einer eigenen Liga. Dahinter bleibt es spannend: Ferrari, Mercedes und Red Bull liefern sich ein enges Rennen um die Verfolgerplätze. Auffällig stark präsentierten sich auch einige Nachwuchspiloten – allen voran Andrea Kimi Antonelli (Mercedes) und Liam Lawson (Racing Bulls).
Ob McLaren den Trainingsspeed ins Qualifying am Samstag (16:00 Uhr) und das Rennen am Sonntag (15:00 Uhr, live ORF1) mitnehmen kann, bleibt offen. Doch klar ist: Der Grand Prix von Spanien verspricht Hochspannung – an der Spitze und im Verfolgerfeld.