Elon Musk, einst als treuer Vertrauter von Präsident Donald Trump gefeiert und als radikaler Reformer in Washington eingeführt, verlässt nur vier Monate nach seinem Amtsantritt die US-Regierung – und das mit deutlich weniger Glanz als er gekommen war.
Musk war als Leiter der neuen Regierungsbehörde „Department of Government Efficiency“ (DOGE) eingesetzt worden, mit dem Ziel, den amerikanischen Staatsapparat massiv zu verkleinern. Sein Versprechen: Einsparungen von bis zu zwei Billionen US-Dollar durch Abbau von Bürokratie, Entlassungen und das Streichen staatlicher Aufträge.
Doch wie sich zeigt, konnte Musk seinen hochgesteckten Erwartungen nicht gerecht werden. Laut offiziellen Zahlen steht DOGE aktuell bei etwa 175 Milliarden Dollar an Einsparungen – weniger als ein Fünftel des angepeilten Ziels von einer Billion.
Ein turbulenter Abgang
Die Beziehung zwischen Musk und Trump begann eng – so eng, dass Musk angeblich mehrfach im Lincoln Bedroom des Weißen Hauses übernachtete. Doch zuletzt kriselte es zunehmend: Besonders das milliardenschwere Steuer- und Ausgabenpaket der Trump-Regierung, das der ehemalige Tesla-CEO scharf kritisierte, führte zum Bruch.
„Ich war enttäuscht über das massive Ausgabenpaket“, sagte Musk in einem Interview mit CBS. „Es erhöht das Haushaltsdefizit und untergräbt die Arbeit von DOGE.“
Musk kündigte seinen Rückzug offiziell am 28. Mai über X (vormals Twitter) an. Präsident Trump kommentierte die Entscheidung am Tag darauf und erklärte, Musk werde „immer bei uns sein“, auch wenn es sein letzter offizieller Tag sei.
Rechtsstreitigkeiten, Kostenexplosionen und Imageprobleme
Ein Teil der von DOGE ausgewiesenen Einsparungen steht zudem unter Verdacht, übertrieben oder fehlerhaft berechnet worden zu sein. So wurde beispielsweise ein gekündigter Vertrag fälschlich mit 8 Milliarden statt 8 Millionen US-Dollar bewertet.
Hinzu kommen hohe Folgekosten durch Massenentlassungen, Gerichtsstreitigkeiten und Rückstellungen für mögliche Wiederanstellungen – allein für dieses Haushaltsjahr werden diese auf rund 135 Milliarden Dollar geschätzt.
Kritik kam nicht nur von politischen Gegnern. Auch innerhalb der Trump-Administration – etwa von Außenminister Marco Rubio oder Handelsberater Peter Navarro – geriet Musk zunehmend unter Druck. Zudem fiel seine Popularität in der Öffentlichkeit deutlich: Mehr Menschen bewerten ihn mittlerweile negativ als positiv.
DOGE ohne Musk: Ungewisse Zukunft
Mit Musk verließen auch weitere hochrangige DOGE-Mitarbeitende die Behörde, darunter Kommunikationschefin Katie Miller und Rechtsberater James Burnham. Eine direkte Nachfolge für Musk ist nicht geplant; laut Regierungssprecherin Karoline Leavitt werde DOGE nun von verschiedenen Kabinettsmitgliedern weitergeführt.
Trotz der Turbulenzen soll DOGE bis mindestens Sommer 2026 bestehen bleiben – dank eines präsidialen Dekrets. Ob ohne Musk noch große Reformen folgen, bleibt abzuwarten.
Rückzug aus der Politik?
In einem Interview beim Wirtschaftsforum in Katar kündigte Musk an, sich künftig deutlich weniger politisch zu engagieren: „Ich denke, ich habe genug getan“, sagte er – auch mit Blick auf seine erheblichen finanziellen Unterstützungen für Trumps Wahlkampf.
Ein endgültiger Abschied scheint es aber nicht zu sein. Bei einem Treffen mit dem südafrikanischen Präsidenten Ramaphosa – in Anwesenheit von Trump – war Musk zuletzt erneut anwesend. Doch eines ist klar: Der einstige Superstar der Regierung verliert zunehmend an Strahlkraft.
Fazit: Elon Musk trat mit großen Ambitionen in die Politik ein – und scheiterte an der politischen Realität, internen Konflikten und einer zunehmend skeptischen Öffentlichkeit. Was bleibt, ist ein ambivalentes Erbe.