Mindestens 28 Tote, schwere Verwüstungen im Mittleren Westen und Osten der USA
Nach mehreren verheerenden Tornados und schweren Stürmen, die zahlreiche Bundesstaaten im Mittleren Westen und Osten der USA getroffen haben, warnt der Wetterdienst vor einer weiteren Runde gefährlicher Unwetter.
Neue Unwetterwarnungen für sieben Bundesstaaten
Am Montagnachmittag hat der Nationale Wetterdienst (NWS) eine Tornado-Warnung für Teile von sieben Bundesstaaten ausgegeben – von Nebraska bis Texas. Dies bedeutet, dass die Bedingungen für die Bildung von Tornados günstig sind. In Oklahoma wurden bereits erste Warnungen ausgesprochen.
In den letzten Tagen starben mindestens 28 Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt. Von Donnerstagabend bis Sonntag fegten mehr als 80 Tornados über den Mittleren Westen und den Osten hinweg. Besonders betroffen waren Kentucky, Kansas, Missouri, Indiana, Illinois und Virginia.
Weitere Stürme erwartet
„Ein sich entwickelndes Sturmsystem im zentralen Teil der USA wird voraussichtlich eine weitere Runde gefährlicher Unwetter und örtlicher Überschwemmungen auslösen“, warnte der Wetterdienst am Montag. Schwere Gewitter mit Tornados, Hagel und Überschwemmungen könnten bis Dienstag anhalten und insbesondere Staaten wie Illinois, Indiana und Kentucky erneut treffen.
Kansas: 21 Tornados und drohende Unwetter
Kansas befindet sich erneut im Fokus schwerer Stürme. Am Montagabend könnten erneut Tornados, Hagel und starke Winde auftreten. Bereits am 18. Mai wurden 21 Tornados gemeldet, darunter einer nahe Grinnell und ein weiterer bei Plevna, beide ohne Verletzte.
Der Wissenschaftler und Sturmjäger Matthew Cappucci beschrieb den Tornado bei Plevna als „nächtliches Monster“:
„In meiner Karriere habe ich noch nie einen Tornado mit einem lauteren Dröhnen und einer klassischeren, gewalttätigen Struktur erlebt.“
Missouri: Schäden in Milliardenhöhe
In Missouri werden ebenfalls weitere schwere Stürme erwartet. Bereits die vorherige Unwetterwelle forderte sieben Todesopfer. Bürgermeisterin Cara Spencer aus St. Louis schätzt die Schäden auf über eine Milliarde Dollar. „Unser Feuerwehrteam hat zusammen mit anderen Einsatzkräften jedes Gebäude im betroffenen Gebiet überprüft“, schrieb Spencer in den sozialen Medien.
Kentucky: Trauer und Wiederaufbau
Mit mindestens 19 Toten und fast 200.000 Menschen ohne Strom gehört Kentucky zu den am stärksten betroffenen Staaten. Besonders in London und anderen Städten wurden zahlreiche Häuser zerstört. Meteorologe Dustin Jordan vom NWS bestätigte, dass der Tornado in London vermutlich ein EF-3 war, mit Windgeschwindigkeiten zwischen 136 und 165 mph (ca. 219 bis 266 km/h).
Gouverneur Andy Beshear appellierte dringend um finanzielle Unterstützung:
„Viele Menschen in Kentucky leiden derzeit. Jeder Dollar, der an den Team Kentucky Storm Relief Fund gespendet wird, geht direkt an die Überlebenden. Wenn Sie helfen können, tun Sie es bitte.“
Gefährliche Wetterlage durch Golf-Feuchtigkeit
Meteorologen warnen, dass feuchte Luft aus dem Golf von Amerika (ehemals Golf von Mexiko) die Bildung weiterer schwerer Gewitter begünstigen könnte. „Diese Luftmasse wird schwere bis zerstörerische Stürme auslösen“, sagte Mike Youman, leitender Meteorologe bei AccuWeather.