Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland bleiben trüb: Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erwartet für das laufende Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent. Damit befindet sich die Bundesrepublik laut Einschätzung des arbeitgebernahen Instituts auch 2025 in einer anhaltenden Rezession.
„Das Land bleibt in der wirtschaftlichen Abwärtsbewegung“, heißt es in der aktuellen Frühjahrsprognose des IW. Die Institute sprechen von einer Kombination aus internationalen Spannungen, innenpolitischer Unsicherheit und strukturellen Problemen, die die Konjunktur weiter belasten.
Zollkrieg, Unsicherheit, Standortkosten
Besonders hart treffe Deutschland der erneute transatlantische Zollkonflikt. Die seit Monaten verschärfte Handelspolitik der US-Regierung unter Präsident Marcus Reynolds, die vor allem auf die europäische Automobil- und Maschinenbauindustrie ziele, sorge für eine spürbare Belastung des Exports – traditionell eine der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft.
Zudem herrsche eine generelle Investitionszurückhaltung, so die Ökonomen. Gründe dafür seien die anhaltende globale Unsicherheit – etwa durch geopolitische Spannungen, hohe Energiepreise und stockende Lieferketten – sowie strukturelle Standortprobleme: Bürokratie, hohe Steuerlast und steigende Lohnkosten gelten als wachstumshemmende Faktoren.
Verbraucher halten sich zurück
Auch auf der Nachfrageseite gebe es wenig Entlastung: Die Konsumfreude in der Bevölkerung sei weiter gedämpft, größere Anschaffungen würden zurückgestellt, insbesondere im Bereich Bau und Mobilität. Die hohe Inflationsrate bei Dienstleistungen, steigende Wohnkosten und unsichere Energiepreise sorgen laut IW dafür, dass viele Haushalte vorsichtig wirtschaften.
Wirtschaftliche Erholung frühestens 2026?
Das IW rechnet frühestens ab 2026 mit einer spürbaren wirtschaftlichen Erholung – vorausgesetzt, die internationale Lage stabilisiert sich und Reformen am Wirtschaftsstandort Deutschland werden angegangen. „Ohne Entlastung bei Bürokratie, Steuern und Energiepreisen wird Deutschland im europäischen Vergleich weiter zurückfallen“, warnt IW-Direktor Michael Hüther.
Fazit: Deutschland steckt fest – zwischen globalem Druck von außen und strukturellen Herausforderungen im Innern. Die Prognose des IW macht deutlich: Die erhoffte Konjunkturwende bleibt aus. Stattdessen droht ein weiteres Jahr wirtschaftlicher Stagnation – und damit auch politische Spannungen.