Es sollte ein Freudenfest werden, doch es endete im Chaos: Die Aufstiegsfeier des Hamburger SV hat am Samstagabend eine dramatische Wendung genommen.
Was als euphorischer Platzsturm im Volksparkstadion begann, entwickelte sich binnen Minuten zu einem gefährlichen Gedränge mit tragischen Folgen. Laut Feuerwehr mussten insgesamt 44 Personen medizinisch versorgt werden – viele von ihnen direkt auf dem Rasen des Stadions. Ein Mann schwebt nach einem schweren Sturz in Lebensgefahr, 19 weitere Fans erlitten zum Teil schwere Verletzungen, nachdem sie unter anderem von den Tribünen gesprungen oder im Gedränge zu Boden gedrückt worden waren.
Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen: Fans kletterten über Absperrungen, rannten auf das Spielfeld und versuchten, zu Spielern vorzudringen – begleitet von Pyrotechnik, Sprechchören und Jubelrufen, die sich rasch mit Sirenengeheul mischten.
Randale auch auf der Reeperbahn
Während im Stadion bereits Rettungskräfte im Großeinsatz waren, verlagerte sich das Geschehen später in die Hamburger Innenstadt. Auf der Reeperbahn, traditionell ein Zentrum nächtlicher Fußballfeiern, kam es zu Ausschreitungen: Feiernde warfen Flaschen, blockierten Straßen und beschädigten mehrere Fahrzeuge. Die Polizei musste mehrfach eingreifen und den Verkehr umleiten.
„Was als fröhliches Fest begann, ist leider an mehreren Stellen aus dem Ruder gelaufen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntagmorgen. Die Einsatzkräfte seien sowohl im Stadion als auch im Stadtgebiet an ihre Belastungsgrenzen geraten.
HSV und Polizei rufen zur Besonnenheit auf
Der Hamburger SV äußerte sich am Sonntag „tief betroffen“ über die Vorfälle. Man wolle mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Ursachen aufzuarbeiten und künftige Eskalationen zu verhindern. Die Polizei kündigte an, die Videoaufnahmen aus dem Stadion und von den Straßen auszuwerten, um Verantwortliche für die Randale zur Rechenschaft zu ziehen.
Trotz der dramatischen Ereignisse bleibt der sportliche Erfolg bestehen: Der HSV ist nach Jahren der Zweitklassigkeit zurück in der Bundesliga. Doch die Bilder der Nacht dürften vielen Hamburgern noch lange in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen des Jubels, sondern auch wegen der Schattenseiten eines entgleisten Feiermarathons.