Alcatraz – ein Name, der bis heute Schaudern und Faszination zugleich auslöst. Die kleine Insel in der Bucht von San Francisco war fast 30 Jahre lang Heimat der gefährlichsten Verbrecher der USA, bevor das Hochsicherheitsgefängnis 1963 wegen hoher Betriebskosten geschlossen wurde. Heute ist Alcatraz eine der beliebtesten Touristenattraktionen Kaliforniens – doch nun könnte neues Leben in die Zellen einziehen.
Denn Ex-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die berühmte Haftanstalt wiederaufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Auf seiner Plattform Truth Social forderte er am 4. Mai:
„WIEDER AUFBAUEN UND ÖFFNEN!“
Für Trump steht Alcatraz als Symbol für eine „ernstzunehmendere Nation“, in der gefährliche Kriminelle weit entfernt von der Gesellschaft sicher weggeschlossen wurden.
Grund genug, einen Blick zurück zu werfen: Wer saß eigentlich hinter den Mauern des berüchtigten Gefängnisses?
Die berühmtesten Insassen von Alcatraz
🔹 Al Capone
Der wohl bekannteste Name auf dieser Liste. Der Chicagoer Mafiaboss, der während der Prohibitionszeit mit Alkoholschmuggel und Gewalt Millionen machte, verbrachte von 1934 bis 1939 Zeit auf der Insel. Dort erkrankte er schwer an unbehandelter Syphilis und wurde schließlich in andere Gefängnisse verlegt. Seine Gesundheit war danach dauerhaft angeschlagen.
🔹 George „Machine Gun“ Kelly
Ein weiterer Gangster aus der Prohibitionszeit. Bekannt für seine Vorliebe für die Thompson-Maschinenpistole und die Entführung des Ölmagnaten Charles Urschel, landete er 1934 in Alcatraz – und blieb bis 1951.
🔹 Robert Stroud – der „Birdman von Alcatraz“
Obwohl er auf Alcatraz keine Vögel halten durfte, wurde Stroud durch seine ornithologischen Studien in einem anderen Gefängnis berühmt. Seine frühen Jahre in Leavenworth nutzte er, um Bücher über Kanarienvögel zu schreiben – später versteckte er jedoch Schmuggelware in den Käfigen. Das brachte ihm den Wechsel nach Alcatraz ein. 54 seiner 73 Lebensjahre verbrachte er hinter Gittern.
🔹 Alvin „Creepy“ Karpis
Der Name sagt schon alles: Karpis war ein gefürchteter Bankräuber und Mitglied der Barker-Karpis-Bande. Mit 26 Jahren Haftzeit war er der am längsten inhaftierte Gefangene in der Geschichte von Alcatraz.
🔹 Arthur „Doc“ Barker
Ebenfalls Mitglied der Barker-Bande. 1935 nach Alcatraz verlegt, versuchte er 1939 zu fliehen – und wurde dabei erschossen. Bekannt wurde er durch seine Beteiligung an der Entführung eines Bankiers.
🔹 Mickey Cohen
Der Gangsterboss von Los Angeles war eine der schillerndsten Figuren der Westküste. Mehrfach verurteilt, saß er 1961 und 1962 in Alcatraz – unter anderem wegen Steuerhinterziehung. Seine Präsenz unterstrich, wie weit das Netz der Kriminalität in den USA damals reichte.
🔹 James „Whitey“ Bulger
Einer der letzten großen Namen vor der Schließung: Der berüchtigte Bostoner Mobster und FBI-Informant verbrachte von 1959 bis 1962 Zeit auf Alcatraz. Seine Geschichte wurde später mehrfach verfilmt – unter anderem mit Johnny Depp.
Zurück zu den Wurzeln?
Die Wiedereröffnung von Alcatraz als echtes Gefängnis ist umstritten. Während Trump die Maßnahme als „Zeichen der Stärke“ verkauft, stellen Kritiker*innen die Sinnhaftigkeit infrage: Die hohen Betriebskosten, die Isolation und das harte Klima machten Alcatraz einst zum Sorgenkind des Justizsystems.
Die Erinnerung an seine Insassen aber bleibt – als düsterer Teil der amerikanischen Geschichte und Mahnmal dafür, wie dünn die Grenze zwischen Recht und Unrecht manchmal verläuft.