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Pentagon unter Druck – Hegseth plant radikalen Schnitt bei Generälen und Admirälen

David_Peterson (CC0), Pixabay

Die Umstrukturierung des US-Militärs unter Präsident Donald Trump geht in die nächste Runde – und diesmal trifft es die höchsten Ränge: Verteidigungsminister Pete Hegseth hat angekündigt, rund 20 % der aktiven Vier-Sterne-Generäle und Admiräle abzubauen. Es ist ein deutlicher Schritt, der in Washington für Aufsehen sorgt – und für Besorgnis in den Streitkräften selbst.

In einem internen Memo vom 5. Mai begründet Hegseth den drastischen Schritt damit, dass „unnötige bürokratische Schichten“ die Führungskultur lähmen würden. Ziel sei es, eine neue Generation von Militärführern zu fördern – innovativ, durchsetzungsstark und „nicht gebremst durch politische Agenden“.

20 % weniger Macht an der Spitze – was heißt das konkret?

Die betroffene Gruppe umfasst aktuell 37 aktive Vier-Sterne-Offiziere. Darunter fallen zentrale Posten wie der Vorsitzende des Generalstabs, die Chefs der Teilstreitkräfte und wichtige Kommandanten im Ausland. Auch die Nationalgarde soll ihre Generalsoffiziere um ein Fünftel reduzieren.

Hegseths Ankündigung ist Teil einer Reihe personeller Umbrüche, die seit seiner Amtsübernahme im Verteidigungsministerium für Unruhe sorgen. Schon entlassen wurden unter anderem General CQ Brown, zuletzt Vorsitzender der Vereinigten Generalstabschefs, sowie Admiral Lisa Franchetti, Oberbefehlshaberin der Marine.

Politische Säuberung unter dem Deckmantel der Effizienz?

Was offiziell als Strukturreform verkauft wird, hat auch eine klare ideologische Dimension: Hegseth ist ein lautstarker Kritiker sogenannter „woker“ Militärpolitik. Insbesondere Programme rund um Diversität, Gleichstellung und Inklusion stehen auf seiner Abschussliste. Offiziere, die solche Werte vertreten oder umgesetzt haben, scheinen unter besonderer Beobachtung zu stehen.

Die Linie ist deutlich: Unter Trump und Hegseth soll das Militär wieder „entpolitisiert“ werden – wobei diese Entpolitisierung offenbar eine Rückkehr zu konservativen, hierarchisch geprägten Strukturen meint, in denen gesellschaftliche Debatten keinen Platz haben.

Ein Bruch mit Tradition – oder ein gefährlicher Präzedenzfall?

Die Entwicklung erinnert an frühere Spannungen zwischen Trump und hochrangigen Militärs – etwa mit General Mark Milley, der sich 2020 öffentlich von Trump distanzierte, nachdem er für einen Fototermin bei gewaltsam aufgelösten Protesten posierte. Milley mahnte damals, das Militär sei der Verfassung verpflichtet – nicht dem Präsidenten.

Die aktuelle Personalpolitik wirkt nun wie eine konsequente Fortsetzung dieses Machtkampfs – diesmal mit systematischem Kahlschlag statt punktueller Kritik.


Fazit: Was sich hier abzeichnet, ist weit mehr als eine Reformfrage. Es ist ein Umbau des Selbstverständnisses amerikanischer Militärführung – mit ungewissem Ausgang für die innere Stabilität der Streitkräfte und das demokratische Gleichgewicht zwischen zivilen und militärischen Machtzentren.

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