Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 6. Mai 2025 eine schwerwiegende Mitteilung zur Vermögensanlage ProReal Europa 9 der ProReal Europa 9 GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg veröffentlicht. Der Hintergrund: Die Anleger dieser Vermögensanlage müssen sich auf einen nahezu vollständigen Ausfall ihrer Investition einstellen.
Kapitalverlust fast vollständig – kaum Rückflüsse zu erwarten
Die ProReal Europa 9 GmbH hatte die im Rahmen der Vermögensanlage eingesammelten Gelder nahezu vollständig in Form eines Darlehens an eine einzelne Projektgesellschaft weitergereicht. Doch diese Darlehensnehmerin ist insolvent. Ein strukturierter Forderungsverkauf im Insolvenzverfahren ist gescheitert – ein Investor zeigte kein Interesse an den vom Sachwalter angebotenen Bedingungen.
Als letzte Alternative veräußerte die Emittentin ihre Forderungen außerhalb des Insolvenzplans direkt an denselben Investor. Damit konnten zwar Erlöse in Höhe von rund 6,22 Millionen Euro erzielt werden – ein Betrag, der laut Emittentin höher liegt als im Fall einer Fortführung des Verfahrens –, doch aus Sicht der Anleger ist die Bilanz ernüchternd.
Anleger erhalten weniger als fünf Prozent – keine Zinsen
Die Emittentin stellt klar: Über die nun vereinbarten Teilzahlungen hinaus sind keine weiteren Einnahmen zu erwarten. Nach Abzug der laufenden Kosten bleibt weniger als fünf Prozent des ursprünglichen Investitionsvolumens für die Anleger übrig. Noch schwerer wiegt: Zinsansprüche – ob vergangen oder künftig – werden nicht mehr bedient.
Rückzahlungen an die Anleger sollen in mehreren Etappen erfolgen – bis voraussichtlich Mitte 2027. Ob und in welchem Umfang tatsächlich Zahlungen erfolgen, bleibt abzuwarten.
Transparenzpflicht nach Vermögensanlagengesetz
Die BaFin stützt ihre Veröffentlichung auf § 11a Absatz 1 Vermögensanlagengesetz (VermAnlG). Dieses verpflichtet Anbieter von Vermögensanlagen dazu, unverzüglich über Tatsachen zu informieren, die die Rückzahlungs- oder Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen können.
Die BaFin weist ausdrücklich darauf hin, dass sie die inhaltliche Richtigkeit der gemeldeten Angaben nicht geprüft hat.
Fazit für Anlegerinnen und Anleger:
Die Lage bei ProReal Europa 9 ist ernst: Rund 95 % des eingesetzten Kapitals sind faktisch verloren. Wer in diese Vermögensanlage investiert hat, sollte dringend prüfen, ob rechtliche Schritte möglich sind und sich über Alternativen zur Absicherung beraten lassen. Anleger sollten sich stets darüber bewusst sein, dass Investitionen in Vermögensanlagen mit hohen Risiken verbunden sein können – insbesondere dann, wenn nur ein einziges Projekt oder eine Darlehensnehmerin involviert ist.