Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat bekannt gegeben, dass sie die überarbeitete Fassung der Leitlinien der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zu Stresstestszenarien für Geldmarktfonds in der offiziellen deutschen Übersetzung anwendet. Die aktualisierten Vorgaben wurden am 24. Februar 2025 veröffentlicht.
Ziel der Leitlinien ist es, die einheitliche, kohärente und wirksame Umsetzung von Artikel 28 der Geldmarktfondsverordnung (MMF-Verordnung) sicherzustellen. Sie definieren verbindliche Referenzparameter für die Durchführung von Stresstests, die alle Geldmarktfondsverwalter regelmäßig durchführen müssen, um die Widerstandsfähigkeit ihrer Fonds gegenüber potenziellen Marktturbulenzen zu überprüfen.
Gemäß Artikel 28 Absatz 7 MMF-VO ist die ESMA verpflichtet, die Leitlinien mindestens einmal pro Jahr zu überprüfen und anzupassen, um aktuelle Entwicklungen an den Finanzmärkten zu berücksichtigen. Dies gewährleistet, dass die Stresstests stets auf dem neuesten Stand sind und realistische sowie relevante Szenarien abbilden.
Die aktualisierten Leitlinien enthalten neben technischen Vorgaben auch die Kalibrierung der einzelnen Testkomponenten, sodass die Fondsgesellschaften in der Lage sind, die Stresstests korrekt durchzuführen und die Ergebnisse in der Berichtsvorlage gemäß Artikel 37 MMF-VO und der EU-Durchführungsverordnung 2018/708 vollständig und regelkonform zu melden.
Mit der Anwendung dieser Vorgaben stellt die BaFin sicher, dass der deutsche Markt für Geldmarktfonds auf europäischer Ebene konform und belastbar bleibt – zum Schutz von Anlegern und zur Stabilität des Finanzsystems.