Aktenzeichen: 109 IN 56/25
Ein weiterer namhafter Akteur der deutschen Metallindustrie gerät in wirtschaftliche Turbulenzen: Am 29. April 2025 um 16:45 Uhr ordnete das Amtsgericht Hagen im laufenden Insolvenzeröffnungsverfahren die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Deutsche Nickel GmbH an. Das Unternehmen mit Sitz in Schwerte, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Hagen unter HRB 7124, war bislang für seine hochwertigen Nickelprodukte bekannt – nun steht es unter enger Aufsicht des Gerichts.
Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der erfahrene Rechtsanwalt Dr. Yassin Dimassi aus Dortmund bestellt. Ihm obliegt ab sofort die Kontrolle über sämtliche Vermögensverfügungen des Unternehmens. Diese dürfen gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 InsO nur noch mit seiner ausdrücklichen Zustimmung erfolgen. Eine Maßnahme, die darauf abzielt, unkontrollierte Abflüsse von Vermögenswerten zu unterbinden und die wirtschaftliche Substanz des Unternehmens zu sichern.
Darüber hinaus wurden sämtliche Drittschuldner – also Kunden oder Vertragspartner mit offenen Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Deutsche Nickel GmbH – angewiesen, keine Zahlungen mehr direkt an das Unternehmen zu leisten. Nur der vorläufige Insolvenzverwalter ist noch befugt, Gelder entgegenzunehmen oder Forderungen einzuziehen. Diese Regelung schützt das Gläubigervermögen und sichert eine strukturierte Mittelverwendung.
Zudem hat das Gericht Zwangsvollstreckungen und andere Vollstreckungsmaßnahmen untersagt, mit Ausnahme solcher, die unbewegliche Gegenstände betreffen. Bereits eingeleitete Maßnahmen werden ebenfalls zunächst eingestellt (§ 21 Abs. 2 Nr. 3 InsO).
Geführt wird die Deutsche Nickel GmbH von den Geschäftsführern Christian Wolff und Christoph Arntz, die sich nun gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter der Herausforderung stellen müssen, das Unternehmen durch diese kritische Phase zu führen. Die Aussichten auf eine Sanierung hängen nicht zuletzt von den Marktbedingungen, der Liquiditätslage sowie der Kooperationsbereitschaft der Gläubiger ab.
Der Beschluss markiert einen tiefgreifenden Einschnitt für die Belegschaft, die Geschäftspartner und die Region – zugleich eröffnet er jedoch auch die Chance auf eine geordnete Restrukturierung eines traditionsreichen Industrieunternehmens.
Amtsgericht Hagen – 29. April 2025