Ein erschütternder Fall von Kindeswohlgefährdung sorgt derzeit in Spanien und Deutschland für Entsetzen: In der nordspanischen Stadt Oviedo hat die Polizei drei Kinder eines deutschen Ehepaars aus einem völlig verwahrlosten Haus befreit. Die Kinder – achtjährige Zwillinge und ihr zehnjähriger Bruder – sollen laut Polizeiangaben seit Ende 2021 praktisch isoliert und eingesperrt gewesen sein.
Der Zustand der Kinder war alarmierend: unterernährt, verwahrlost, psychisch stark belastet. Der zuständige Polizist Francisco Javier Lozano sprach gegenüber Medienberichten von einem „Horror-Haus“. Das Gebäude am Stadtrand von Oviedo sei völlig vermüllt gewesen, ein Leben unter hygienisch und gesundheitlich katastrophalen Bedingungen – jahrelang verborgen hinter verschlossenen Türen.
Laut Polizei hatten die Kinder seit Beginn der Corona-Pandemie kein normales Leben mehr führen dürfen. Sie verließen seit Dezember 2021 nicht mehr das Haus, gingen nicht zur Schule und hatten kaum Kontakt zur Außenwelt. Hinweise von Nachbarn oder Bekannten führten schließlich zur Befreiung der Kinder, die nun in einer Einrichtung für Schutzbedürftige untergebracht wurden.
Die Eltern, beide deutsche Staatsbürger, wurden festgenommen. Ihnen werden unter anderem Misshandlung von Schutzbefohlenen, Freiheitsberaubung und Vernachlässigung der elterlichen Fürsorgepflicht vorgeworfen.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Schattenseiten häuslicher Isolation und zeigt, wie wichtig Wachsamkeit im Umfeld ist – gerade wenn Kinder betroffen sind.