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FINMA-Umfrage: Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung im Schweizer Finanzsektor

Alexandra_Koch (CC0), Pixabay

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat rund 400 Schweizer Finanzinstitute zu ihrem Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) befragt – mit einem klaren Ergebnis: Der Einsatz von KI-Technologien nimmt deutlich zu. Ob Chatbots, Prozessautomatisierung oder Texterstellung – etwa die Hälfte der befragten Unternehmen nutzt bereits KI in der täglichen Praxis.

Breite Beteiligung an der Umfrage

Zwischen Ende November 2024 und Mitte Januar 2025 befragte die FINMA Banken, Wertpapierhäuser, Versicherungen, Versicherungsvermittler, Fondsleitungen, Vermögensverwalter kollektiver Anlagen sowie Betreiber von Finanzmarktinfrastrukturen. Ziel war es, den aktuellen Stand, geplante Entwicklungen sowie das Risikomanagement rund um KI-Anwendungen zu erfassen.

Ergebnisse im Überblick

  • 50 % der Institute setzen KI bereits ein oder entwickeln erste Anwendungen.

  • Weitere 25 % planen den Einsatz innerhalb der nächsten drei Jahre.

  • Im Durchschnitt nutzen diese Institute fünf Anwendungen und entwickeln weitere neun.

  • Größere Unternehmen verfügen über signifikant mehr KI-Anwendungen als kleinere.

  • 91 % der KI-Nutzer setzen auch generative KI wie moderne Chatbots ein.

Besonders kleinere Institute verlassen sich häufig auf externe Lösungen, während größere zunehmend eigene Systeme entwickeln. Die FINMA weist in ihrem Risikomonitor 2024 auf die Gefahren durch Outsourcing hin: Die Auslagerung kritischer Funktionen an Drittanbieter birgt erhebliche operationelle Risiken.

Governance und Strategie im Fokus

Rund die Hälfte der befragten Institute hat eine eigene KI-Strategie etabliert. Die bestehenden Governance-Frameworks greifen dabei auf Bereiche wie Datenschutz, Cybersicherheit, Datenmanagement und Enterprise Risk Management zurück.

Die wichtigsten Herausforderungen und Risiken:

  • Qualität und Verfügbarkeit der Daten

  • Schutz personenbezogener Daten

  • Erklärbarkeit und Nachvollziehbarkeit der KI-Ergebnisse

  • Outsourcing- und Sicherheitsrisiken

FINMA setzt auf technologieneutrale Aufsicht

Gemäß ihrer Strategie für die Jahre 2025 bis 2028 verfolgt die FINMA das Prinzip:
„Same business, same risks, same rules“ – gleiches Geschäft, gleiche Risiken, gleiche Regeln.

Die Aufsichtstätigkeit bleibt dabei technologieneutral und transparent, um Innovation im Einklang mit den geltenden Vorschriften zu ermöglichen. Die Umfrage soll eine faktenbasierte Grundlage für eine risikoorientierte Aufsicht im Umgang mit KI schaffen.

Empfehlung der FINMA

In der Aufsichtsmitteilung 08/2024 gibt die FINMA konkrete Hinweise zum Einsatz von KI im Finanzsektor. Sie empfiehlt, bei kritischen Prozessen oder regulatorisch relevanten Anwendungen frühzeitig den Kontakt zur Aufsicht zu suchen.

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