Trotz des Handelskonflikts zwischen den USA und China sieht das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) keine Gefahr einer Importflut chinesischer Produkte nach Deutschland. Befürchtungen, wonach chinesische Exporte, die aufgrund hoher US-Zölle nicht mehr in die Vereinigten Staaten gelangen, nun massenhaft nach Europa umgeleitet werden könnten, erteilt das Institut eine klare Absage.
„Ein Großteil dieser Güter dürfte künftig auf dem chinesischen Binnenmarkt verkauft werden“, so das IfW in einer aktuellen Mitteilung. Darüber hinaus seien die betroffenen Warengruppen für den deutschen Export wenig relevant. „Für deutsche und europäische Exporteure spielen insbesondere Branchen wie der Automobilbau, die Stahlindustrie und die Chemie eine wichtige Rolle – in diesen Bereichen hatte China bisher nur einen sehr geringen Exportanteil in die USA, nämlich weniger als fünf Prozent des weltweiten Handelsvolumens.“
Andere Länder stärker betroffen
Die von der US-Regierung unter Donald Trump verhängten Strafzölle treffen vor allem China als führende Exportnation. Fachleute und Politiker hatten daher befürchtet, dass überschüssige Waren zu Dumpingpreisen auf den europäischen Markt drängen und heimische Produzenten unter Druck setzen könnten.
Laut IfW betrifft dies jedoch eher andere Länder des globalen Südens: Nationen wie Vietnam, Kambodscha oder Bangladesch, die mit China in Bereichen wie Dekorationsartikel, Weihnachtsschmuck und Textilien konkurrieren, sehen sich deutlich stärker von einer Verdrängung durch chinesische Produkte bedroht.