Knapp zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines 21-jährigen Mannes in der Großraumdiskothek Fun-Parc Trittau hat die Polizei einen wichtigen Ermittlungserfolg erzielt. Ein gleichaltriger Tatverdächtiger wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen unter dem Verdacht auf Totschlag.
Der junge Mann hatte sich am Mittwoch, dem 23. April, in Begleitung seines Anwalts bei der Polizei gemeldet. Nach seiner Vernehmung wurde er vorläufig festgenommen. Der zuständige Haftrichter folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft Lübeck und erließ Haftbefehl. Inzwischen wurde der Beschuldigte in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.
Tatnacht voller Gewalt
Die tragischen Ereignisse ereigneten sich in der Nacht zum 13. April. Gegen 2 Uhr wurden Polizei und Rettungskräfte zu dem Club im Technologiepark Trittau (Kreis Stormarn) gerufen. Laut bisherigen Erkenntnissen war es im Inneren der Diskothek zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen gekommen. Dabei erlitt ein 21-jähriger Mann aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg so schwere Verletzungen, dass er noch am Tatort verblutete, wie die Obduktion später bestätigte.
Fünf weitere Personen wurden bei der Schlägerei leicht verletzt. Ob eine Stichwaffe oder ein anderer spitzer Gegenstand im Spiel war, ist offiziell noch nicht bestätigt – doch die Suche nach der möglichen Tatwaffe läuft weiter.
Großeinsatz und Ermittlungen gegen Sicherheitskräfte
Die dramatische Nacht endete nicht mit der Tat allein: Rund 50 Partygäste behinderten laut Polizei die Arbeit der Einsatzkräfte vor Ort. 15 Streifenwagen aus Hamburg mussten zur Unterstützung angefordert werden. In der Folge kam es zu mehreren Strafanzeigen wegen tätlichen Angriffs auf sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.
Am Mittwoch (23. April) wurde das Gelände der Diskothek erneut großflächig abgesucht – inklusive eines Regenrückhaltebeckens, in dem auch Polizeitaucher zum Einsatz kamen. Ob dabei Beweismittel gefunden wurden, bleibt bislang offen.
Besonders brisant: Die Polizei bestätigte, dass auch gegen das Sicherheitspersonal der Disco ermittelt wird. Zwei Anzeigen lagen diesbezüglich bereits vor. Hinweise aus der Öffentlichkeit, insbesondere Fotos und Videos von der Tatnacht, seien laut einer Sprecherin von hoher Bedeutung. Über 200 Hinweise sind bisher über das eingerichtete Onlineportal eingegangen.
Club unter Druck – Betreiber veröffentlicht Statement
Der Betreiber des Fun-Parc meldete sich zwei Tage nach der Tat mit einem ausführlichen Statement auf Instagram zu Wort. Darin betonte er, das gesamte Team sei „unter Schock“ und habe unmittelbar nach der Tat reagiert. Die Rettungskette sei nicht verzögert worden, so der Betreiber.
Trotzdem hagelt es in den sozialen Medien Kritik – viele Nutzer äußern sich skeptisch zum Verhalten der Security. Die öffentliche Debatte über Verantwortung und Sicherheit bei Großveranstaltungen ist entbrannt.
Konsequenzen und Neuerungen im Sicherheitskonzept
Der Betreiber des Clubs reagierte inzwischen mit konkreten Maßnahmen: Künftig sollen Metalldetektoren bei Einlasskontrollen zum Einsatz kommen, das Sicherheitspersonal soll aufgestockt und umfassend geschult werden. Das gesamte Sicherheitskonzept soll gemeinsam mit Behörden überarbeitet und über gesetzliche Standards hinaus verbessert werden.
Veranstaltungen rund um die Osterfeiertage wurden abgesagt. Bei der Wiedereröffnung des Clubs am Samstag (19.4.) und Sonntag (20.4.) waren laut Polizei rund 600 Gäste vor Ort. Ein Zeichen der Anteilnahme: Alle Einnahmen vom Samstag sollen an die Familie des Verstorbenen gespendet werden.
Zeugen weiterhin gesucht
Die Bezirkskriminalinspektion Lübeck bittet weiterhin dringend um Hinweise. Das speziell eingerichtete Onlineportal ist für Foto- und Videomaterial geöffnet – entscheidend könnten Aufnahmen sein, die in der Disco oder im direkten Umfeld gemacht wurden.
Wer etwas zur Tat oder ihren Umständen beitragen kann, wird gebeten, sich online oder telefonisch unter (0451) 13 10 bei der Polizei zu melden.