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Rettung für das Great Barrier Reef: Wie Forscher und Riff-Fans gegen das Korallensterben kämpfen

steinchen (CC0), Pixabay

Das Great Barrier Reef – ein Naturwunder von der Größe Italiens – ist nicht nur ein Paradies für Taucher, sondern auch eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt. Doch diese faszinierende Unterwasserwelt vor der Küste Australiens steht unter enormem Druck. Der Klimawandel lässt das Wasser immer wärmer werden und bringt die Korallen in ernste Gefahr.

Klimastress bringt Korallen an ihre Grenzen

Korallen sind empfindlicher, als viele denken. Schon ein paar Grad mehr Wassertemperatur können ausreichen, um sie zu schädigen. Wenn es zu heiß wird, stoßen die Korallen die kleinen Algen ab, die in ihnen leben. Diese Algen versorgen sie nicht nur mit Energie, sondern verleihen ihnen auch ihre farbenprächtige Erscheinung. Ohne sie bleiben nur bleiche Skelette zurück – und wenn das Wasser zu warm bleibt, sterben die Korallen ab. Fünf solcher Massenbleichen gab es allein in den letzten acht Jahren.

Kreative Lösungen: Korallen wieder aufbauen

Doch Forscherinnen und Forscher geben nicht auf. Sie suchen nach neuen Wegen, das Riff zu retten. Eine Methode: das Wiederansiedeln abgebrochener Korallenstücke. Bei einem Projekt in der Nähe der Stadt Cairns etwa werden Korallenfragmente, die bei Stürmen abgebrochen sind, auf Stahlgitter gesetzt und am Meeresboden befestigt. Das Ergebnis ist vielversprechend: Aus den Fragmenten sind wieder lebendige Mini-Riffe entstanden.

Auch Tourenanbieter helfen mit

Nicht nur Wissenschaftler, auch Anbieter von Schnorchel- und Tauchausflügen machen mit. Beim „Coral Nurture Program“ sammeln sie Korallenstücke ein, die Touristen versehentlich abgetreten haben, und befestigen sie mit speziellen Klammern wieder am Riff. So helfen sie, das Ökosystem am Leben zu halten – nicht zuletzt aus Eigeninteresse, denn gesunde Riffe bedeuten auch zufriedene Gäste.

Geld für den Schutz

Damit diese Projekte finanziert werden können, erhebt die australische Nationalparkbehörde mittlerweile eine Schutzgebühr von rund 4,50 Euro pro Schnorchel- oder Tauchausflug. Die Einnahmen fließen in Forschungsprojekte und Wiederherstellungsmaßnahmen. Mit diesen Bemühungen hat sich das Great Barrier Reef sogar für den renommierten Umweltpreis der UN beworben – den „Champions of the Earth“-Award.

Die zentrale Frage: Können sich Korallen schnell genug anpassen?

Trotz aller Projekte bleibt eine große Herausforderung: Die Anpassungsfähigkeit der Korallen an das sich rasant verändernde Klima. „Wir wissen, dass die natürliche Geschwindigkeit der Anpassung nicht reicht“, sagt die Meeresbiologin Katharina Fabricius. In ihrer Forschung zur „Reef Reforestation“ versucht sie herauszufinden, wie man die Korallen beim Anpassen unterstützen kann. Ob das gelingt, ist noch ungewiss.

Ohne Klimaschutz keine Zukunft fürs Riff

Eins steht für die Expertin aber fest: Ohne konsequenten Klimaschutz sind alle Rettungsaktionen langfristig zum Scheitern verurteilt. Denn wenn die Erderwärmung nicht gebremst wird, werden auch die widerstandsfähigsten Korallen irgendwann kapitulieren müssen. Das Great Barrier Reef braucht daher nicht nur Hilfe vor Ort – sondern vor allem einen globalen Kurswechsel in der Klimapolitik.

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