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USA und China vor Handels-Scheidung: Trennung mit Turbulenzen

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Die wirtschaftliche Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und China, einst als „Ehe aus Vernunft“ beschrieben, steht vor dem endgültigen Bruch. Nach Jahren wachsender Spannungen droht nun eine vollständige wirtschaftliche Entkopplung – mit weltweiten Folgen.

Laut der Welthandelsorganisation (WTO) könnte der bilaterale Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt um mehr als 80 % einbrechen – ein Rückgang, den WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala als „de facto Abkopplung“ bezeichnet. Die WTO korrigierte ihre Prognose für das globale Handelswachstum von +2,7 % auf -0,2 % – ein deutliches Warnsignal.

Zerreißprobe mit globalen Auswirkungen

Trotz jahrelanger Differenzen einigte man sich in Washington und Peking bisher auf das Prinzip: Lieber Handelspartner als Feind. Doch diese Prämisse bröckelt. China erklärte am Mittwoch, man sei nur zu Verhandlungen bereit, wenn diese auf „Respekt“ und „Gegenseitigkeit“ basierten – ein deutlicher Seitenhieb auf Trumps aggressive Handelspolitik.

Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits spürbar:

  • US-Einzelhandelsumsätze stiegen im März um 1,4 %, vor allem durch Vorzieheffekte bei Autokäufen – aus Angst vor steigenden Preisen.

  • Boeing, der größte US-Exporteur, darf vorerst keine Maschinen mehr an chinesische Airlines liefern.

  • Seltene Erden, essenziell für moderne Elektronik, unterliegen in China nun Exportbeschränkungen.

  • Nvidia erwartet einen Verlust von 5,5 Milliarden US-Dollar, nachdem die US-Regierung den Chipexport nach China untersagt hat.

  • Shein und Temu, zwei populäre chinesische Onlinehändler, kündigten Preiserhöhungen an.

Die US-Börsen reagierten prompt: Kursverluste bei Tech-Aktien wie Nvidia, ein düsterer WTO-Ausblick und die jüngsten Warnungen von Fed-Chef Jerome Powell lösten einen erneuten Ausverkauf aus.

Powell: „Keine Blaupause für dieses Szenario“

Jerome Powell zeigte sich in seiner Rede in Chicago besorgt: „Das ist ein schwieriges Szenario: schwächeres Wachstum, steigende Arbeitslosigkeit und beschleunigte Inflation – gleichzeitig.“ Eine solche Konstellation sei in der modernen Wirtschaftspolitik nahezu beispiellos.

Trump spielt nach eigenen Regeln

Während viele Beobachter auf eine diplomatische Lösung hoffen, könnte Donald Trump andere Pläne verfolgen. Laut einem Bloomberg-Bericht erwägt seine Regierung sogar, andere Länder aktiv dazu zu drängen, ihren Handel mit China zu beschränken – unter anderem durch Sanktionsdrohungen und koordinierte Strafzölle.

„Es ist denkbar, dass er gar kein Interesse an einem Deal mit China hat“, meint Marktbeobachter Ed Yardeni. „Möglicherweise will die US-Regierung Chinas Wirtschaft bewusst schwächen, weil sie das Land als geopolitische Bedrohung sieht.“

China scheint jedoch besser gewappnet als noch 2017: Statt bloßer Gegenmaßnahmen nutzt Peking nun auch proaktiv wirtschaftliche Hebel – etwa durch Exportkontrollen und gezielte Marktzugänge.

Chinas Strategie: Abschreckung mit offenem Fenster

Trotz aller Spannungen bemüht sich China, sein Image als „verlässlicher Partner“ gegenüber der EU, Australien und Südostasien zu wahren. Präsident Xi Jinping tourte gerade durch die Region – begleitet von der Botschaft: „Wir sind offen, aber wehren uns gegen US-Aggression.“

Mary Lovely vom Peterson Institute erklärt: „China hat aus der ersten Runde mit Trump gelernt. Es verfügt heute über ein viel umfassenderes Instrumentarium, um wirtschaftlichen Druck auszuüben.“

Fazit

Die wirtschaftliche Entkopplung der USA und Chinas ist längst mehr als ein politisches Schlagwort – sie ist Realität geworden. Was früher eine globale Erfolgsgeschichte des Handels war, entwickelt sich nun zu einem chaotischen Rosenkrieg zweier Supermächte. Und wie bei jeder Trennung: Die Zeche zahlen am Ende oft nicht die Streitenden, sondern alle anderen.

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