US-Präsident Donald Trump setzt seine radikale Umstrukturierung der Regierung fort – und trifft dabei auch eine Behörde, die ihm einst so wichtig war, dass er sie persönlich in einer Rede lobte. Die US Agency for International Development (USAID), eine zentrale Institution für Auslandshilfe, wird aktuell massiv verkleinert und in ihrer Arbeit blockiert. Besonders brisant: Diese Behörde war früher ein Prestigeprojekt seiner Tochter Ivanka Trump.
Von gefeierter Initiative zur Zerschlagung
Noch 2019 präsentierte Trump in seiner State of the Union-Rede eine neue Initiative zur Förderung wirtschaftlicher Chancen für Frauen weltweit – angeführt von niemand anderem als Ivanka Trump. Er nannte das Projekt einen „tremenden Schritt für Frauen“ und ein zentrales Element der nationalen Sicherheit.
Nur sechs Jahre später sieht die Realität völlig anders aus. Trump hat nahezu sämtliche Auslandshilfen eingefroren, USAID als von „radikalen Irren“ geführt bezeichnet und einen Massenabbau von Mitarbeitern veranlasst. Die Regierung hatte geplant, fast alle USAID-Mitarbeiter am Freitag in den Verwaltungsurlaub zu schicken – ein Bundesrichter stoppte das kurzfristig.
Enttäuschung bei früheren Unterstützern
Die drastischen Kürzungen treffen nicht nur USAID-Mitarbeiter, sondern auch Menschen, denen Programme der Behörde konkret geholfen haben. Nino Zambakhidze, eine Landwirtin aus Georgien, die durch USAID-Unterstützung ein erfolgreiches Agrarunternehmen aufbauen konnte, ist schockiert:
„Als Trump wiedergewählt wurde, dachte ich, er würde Frauen weiterhin unterstützen – er liebte dieses Programm! Jetzt frage ich mich: Was zur Hölle geht hier vor?“
Selbst frühere enge Verbündete Trumps in der Behörde stehen fassungslos vor der Kehrtwende. Ein derzeitiger USAID-Mitarbeiter sagte gegenüber CNN:
„Menschen, denen Ivanka Trump Hoffnung gegeben hat, erleben nun, wie diese Hoffnung einfach ausgelöscht wird. Wir sind absolut am Boden zerstört.“
Ivanka Trump schweigt – und hält sich aus der Politik heraus
Obwohl USAID einmal ein Herzensprojekt von Ivanka Trump war, hält sie sich aus der Debatte komplett heraus. Eine offizielle Stellungnahme zu den Plänen ihres Vaters gab es nicht. Nach ihrem Umzug nach Florida hat sie sich aus der Politik zurückgezogen.
Ihr Schweigen ist umso bemerkenswerter, da sie früher mit USAID eng zusammenarbeitete. Ihre Initiative W-GDP (Women’s Global Development and Prosperity) erreichte Millionen von Frauen weltweit, wurde später unter Joe Biden weitergeführt und hatte zuletzt ein Budget von 300 Millionen Dollar. Jetzt steht das Programm jedoch vor dem Aus.
Trumps Kurswechsel: Teil eines größeren Plans?
Der drastische Bruch mit seiner ersten Amtszeit ist Teil von Trumps größerem Ziel, Auslandshilfe massiv zu kürzen und „radikale Reformen“ durchzusetzen. Elon Musk, den Trump mit der Leitung der „Regierungseffizienz-Behörde“ (DOGE) betraut hat, treibt diesen Sparkurs voran – oft mit umstrittenen Methoden.
Sein Vorgehen folgt dem konservativen Projekt 2025, einer Strategie vieler Trump-Verbündeter zur kompletten Umgestaltung der Regierung. In diesem Plan spielt Auslandshilfe keine große Rolle mehr. Stattdessen steht der Fokus auf wirtschaftlichem Nationalismus und dem Abbau internationaler Verpflichtungen.
Fazit: Rückschritt statt Fortschritt?
Trumps zweite Amtszeit markiert einen drastischen Kurswechsel – selbst bei Projekten, die er früher lobte. USAID, einst ein zentraler Bestandteil seiner Außenpolitik, wird jetzt demontiert.
Ob dieser Schritt tatsächlich Geld spart oder langfristig den globalen Einfluss der USA schwächt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Für die Menschen, die durch USAID-Förderung wirtschaftliche Chancen erhielten, ist diese Entwicklung ein harter Schlag.