Tiergarten bleibt vorerst geschlossen – Maßnahmen sollen Ausbreitung verhindern.
Eine ernste Nachricht erschüttert den Nürnberger Tiergarten: Der Ausbruch der Vogelgrippe hat mittlerweile fünf Tiere infiziert. Besonders betroffen ist die Gruppe der Rosapelikane, die regelmäßig Besucher mit ihrem majestätischen Flug und Anmut begeistert. Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts wurden bei zwei lebenden Pelikanen Infektionen mit einem Subtyp des Vogelgrippevirus bestätigt. Zuvor waren bereits drei Pelikane an den Folgen der Infektion gestorben.
Die infizierten Tiere befanden sich zuvor gemeinsam in einer Außenstelle im Nürnberger Land, wo sie die sogenannte „Auswinterung“ verbrachten – ein Aufenthalt, der traditionell dazu dient, die Tiere nach der kalten Jahreszeit langsam wieder an das Leben im Freien zu gewöhnen. Nun wird vermutet, dass der Kontakt mit Wildvögeln dort die Übertragung des Virus begünstigt haben könnte. „Das Wohl unserer Tiere hat oberste Priorität, und wir tun alles, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern“, erklärte eine Sprecherin des Tiergartens.
Vorsichtsmaßnahmen für die Region
Als Reaktion auf den Ausbruch bleibt der Tiergarten Nürnberg vorerst geschlossen, um mögliche weitere Infektionen zu vermeiden und die Situation unter Kontrolle zu bringen. Geflügelhalter in der gesamten Region wurden von den Behörden eindringlich aufgefordert, direkten Kontakt ihrer Tiere mit Wildvögeln strikt zu vermeiden.
Der Tiergarten Nürnberg, eine der bekanntesten zoologischen Einrichtungen Deutschlands, zieht normalerweise jährlich Hunderttausende Besucher an. Der plötzliche Ausbruch der Krankheit ist daher nicht nur eine Herausforderung für die Tierpfleger, sondern auch ein herber Rückschlag für die Institution. Experten des Friedrich-Löffler-Instituts und lokale Tiermediziner arbeiten rund um die Uhr, um die Lage zu bewerten und weitere Schritte zu planen.
Die Vogelgrippe, die vor allem durch Wildvögel verbreitet wird, ist eine Bedrohung für viele Vogelarten. Besonders betroffen sind Wasservögel wie Pelikane, Enten und Gänse, da sie häufig in Kontakt mit infizierten Wildvögeln oder deren Ausscheidungen geraten. Trotz der strengen Biosicherheitsmaßnahmen, die in Zoos und Tiergärten mittlerweile Standard sind, zeigt der aktuelle Fall, wie schwer ein solcher Ausbruch vollständig zu verhindern ist.
Während der Tiergarten für die Öffentlichkeit geschlossen bleibt, appellieren die Verantwortlichen an Geduld und Verständnis. „Unsere Tiere sind Familienmitglieder, und wir kämpfen um jedes einzelne Leben“, so die Sprecherin. Die traurigen Verluste der ersten drei Pelikane seien ein Weckruf für die Gefahr, die das Virus auch in kontrollierten Umgebungen darstellen kann.
Besucher des Tiergartens hoffen derweil auf ein baldiges Ende der Krise. Der Tiergarten plant, in den kommenden Wochen über Fortschritte in der Bekämpfung der Krankheit zu informieren. Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass die Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen und keine weiteren Tiere mehr betroffen sein werden.