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Der nächste RBB-Skandal? Der Sender löscht eigene Berichterstattung über Grünen-Politiker Gelbhaar

geralt (CC0), Pixabay

Man kennt das ja: Erst groß berichten, dann panisch löschen – der RBB zeigt mal wieder, wie investigativer Journalismus auf öffentlich-rechtlich funktioniert.

Nachdem der Sender über Belästigungsvorwürfe gegen den Berliner Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar berichtet hatte, sind nun „Zweifel an der Identität einer Person“ aufgetaucht. Die Reaktion? Alle Beiträge zu den Vorwürfen wurden still und heimlich aus dem Netz entfernt.

Aber keine Sorge, der RBB versichert: „Nicht alle Vorwürfe sind automatisch nichtig – aber ein wesentlicher Vorwurf schon.“ Aha, sehr beruhigend. Also ein bisschen falsch, aber nicht alles? Oder doch alles falsch, aber wir sagen’s nicht direkt?

Fragen über Fragen, auf die es – Überraschung – erstmal keine Antworten gibt. Weder vom Sender selbst noch von den Berliner Grünen.

Was ist eigentlich passiert?

  • Der Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar, seit 2017 im Bundestag, zieht im Dezember plötzlich seine Kandidatur für die Landesliste zurück.
  • Begründung? Irgendwelche Vorwürfe gegen ihn. Aber welche genau? Das bleibt erstmal vage.
  • Silvester haut Gelbhaar dann ein Statement raus: „Die Vorwürfe sind gelogen!“ und spricht von einer „geplanten Aktion, um ihn zu diskreditieren“.
  • Der RBB hatte sich auf mehrere Frauen berufen, die angeblich Belästigung erlebt haben – teilweise anonym, teilweise mit eidesstattlichen Erklärungen.
  • Dann, nach Wochen der Berichterstattung, plötzlich: „Oops, wir sind uns nicht mehr so sicher… Löschen wir lieber alles!“

Gelbhaar ohne Direktkandidatur – aber was bleibt vom RBB?

Während die Grünen in Pankow das Thema lieber durch eine neue Wahlversammlung „bereinigten“ – wo Gelbhaar gegen Julia Schneider haushoch verlor – bleibt die Frage: Was hat der RBB hier eigentlich fabriziert?

War es eine journalistische Meisterleistung oder ein investigatives Eigentor? Hat man sich hier auf fragwürdige Quellen verlassen oder rudert man nur panisch zurück, weil’s politisch brenzlig wird?

Und vor allem: Wird das jetzt der nächste RBB-Skandal? Schließlich hat der Sender in letzter Zeit mehr Erfahrung mit Pannen, Fehlentscheidungen und internen Krisen als mit präziser Berichterstattung.

Bleibt nur abzuwarten, wann die nächste Enthüllung kommt – und ob sie dann auch wieder spurlos im digitalen Nirwana verschwindet.

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