Nach Jahren des Konflikts und der wirtschaftlichen Isolation tut sich in Syriens Supermärkten etwas Revolutionäres: Pepsi, Pringles und Co. haben ihren Weg zurück in die Regale gefunden. Die „Financial Times“ berichtet über das Comeback westlicher Marken, das fast wie ein politisches Statement wirkt: „Willkommen im neuen Syrien, wo man wieder importierte Snacks genießen kann!“
Zölle, die selbst den reichsten Scheich ins Schwitzen bringen
Unter dem Regime von Baschar al-Assad waren ausländische Produkte eine Seltenheit – nicht zuletzt dank exorbitanter Zölle. Ein iPhone? Dafür durfte man letztes Jahr fast 900 Dollar Zoll abdrücken. Wer hätte da nicht lieber auf ein lokales Ersatzprodukt zurückgegriffen? Ach ja, es gab keins. Stattdessen florierte der Schmuggel, und Sojasauce wurde aus dem Libanon importiert, als wäre sie flüssiges Gold.
Jetzt, wo Assad gestürzt wurde, hat sich das Blatt gewendet. Plötzlich stehen in Damaskus Regale voller türkischem Wasser, saudi-arabischen Suppenwürfeln und libanesischem Milchpulver. Die Preise? Überraschenderweise günstiger als syrische Produkte. Dass ein Land, das jahrelang lokale Produktion propagierte, von ausländischen Waren übertroffen wird, ist der perfekte Beweis dafür, dass Protektionismus nicht immer das hält, was er verspricht.
Die Kuh, die lacht – und die Syrer gleich mit
Ein Highlight der Rückkehr westlicher Marken ist die französische Käsemarke „La vache qui rit“. In den sozialen Netzwerken sorgt ihr Maskottchen für Begeisterung und Witze. „Wie lange ist es her, dass du dieses Lächeln gesehen hast?“, fragt ein virales Instagram-Video. Der Kommentar: „Der Esel ist weg, und die Kuh ist zurück“ spielt natürlich auf Assads Sturz an. Eine Kuh als Symbol des Fortschritts – das hätte wohl niemand erwartet.
Der Handel lebt wieder auf – zumindest für Snacks
Die neue Regierung unter Führung der HTS, die von der UNO und der EU als Terrororganisation eingestuft wird, setzt auf die Wiederbelebung des Handels. Denn nichts sagt „wirtschaftliche Erholung“ so deutlich wie der freie Zugang zu importierten Chips und Cola. Ob diese Strategie reicht, um die Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen, bleibt abzuwarten. Aber zumindest können die Syrer sich nun mit französischem Käse und libanesischen Bananen trösten, während die politischen Unsicherheiten weitergehen.
Fazit: Fortschritt aus der Dose
Der Sturz Assads hat einiges verändert, aber vor allem eines deutlich gemacht: Das neue Syrien hat ein Herz für Snacks. Pepsi und Pringles sind zurück, und mit ihnen die Hoffnung, dass auch andere Dinge wieder aufblühen könnten. Ob sich das Land mit Käse und Chips allein wieder aufbauen lässt? Zumindest ist es ein Anfang – und wenn nichts anderes hilft, hat die Kuh ja ein Lächeln auf Lager.