Die Hansestadt Hamburg plant eine Neuregelung, die vorsieht, dass Profifußballvereine künftig an den Kosten für Polizeieinsätze beteiligt werden. Diese Maßnahme könnte die beiden großen Vereine der Stadt, den FC St. Pauli und den Hamburger SV, finanziell betreffen, da sie für Risikospiele zusätzliche Gebühren zahlen müssten. Die Hamburgische Bürgerschaft verabschiedete dazu einen Antrag der rot-grünen Koalition, der den Senat auffordert, sich auf Bundesebene und bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die Einführung eines Polizeikosten-Fonds einzusetzen.
Das Modell folgt dem Beispiel Bremens, wo bereits seit einigen Jahren der Verein Werder Bremen für Polizeieinsätze bei Risikospielen zur Kasse gebeten wird. Der Vorschlag in Hamburg stößt auf geteilte Reaktionen: Während Befürworter argumentieren, dass die Steuerzahler nicht länger für die Sicherheitskosten von Fußballspielen aufkommen sollten, befürchten Kritiker, dass diese zusätzliche finanzielle Belastung die Vereine stark unter Druck setzen könnte. Die DFL hat bereits Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Bremer Regelung eingereicht, da sie die Clubs von einer solch hohen finanziellen Verantwortung freihalten möchte.