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    Synthetische Replikation

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    ArtisticOperations (CC0), Pixabay

    Die synthetische (künstliche) Replikation ist ein Verfahren, das börsengehandelte Indexfonds (ETFs) nutzen, um einen Börsenindex nachzubilden.

    Es dient dazu, einen Index abzubilden, ohne die Wertpapiere tatsächlich zu besitzen, die in dem Index enthalten sind. In der Praxis bedeutet das: Ein ETF, der den deutschen Leitindex DAX abbildet, muss keine einzige Aktie besitzen, die im DAX enthalten ist. Er kann zum Beispiel komplett aus japanischen Aktien bestehen.

    Wie schafft er es dann aber, die Entwicklung des DAX nachzuvollziehen? Dazu dient der so genannte Swap. Das ist eine Vereinbarung, die der ETF mit einer Bank abschließt – meist mit der Muttergesellschaft des Fondsanbieters. Durch diese Vereinbarung garantiert der Vertragspartner dem Fonds zu jeder Zeit die Wertentwicklung des abzubildenden Index. Und dafür erhält er die Wertentwicklung des Wertpapierkorbes, den der Fonds tatsächlich besitzt. Ein Swap ist also letztlich ein Tausch – und das ist auch die deutsche Bedeutung des englischen Wortes „Swap“.

    Die synthetische Replikation soll die Kosten der Indexabbildung senken. Doch die Methode hat auch Nachteile. Einer ist, dass das komplizierte Verfahren nur schwer verständlich ist und viele Anleger daher misstrauisch gegenüber synthetisch replizierenden ETFs sind. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Swap-Vertragspartner zahlungsunfähig werden könnte – und in diesem Fall kann ein Teil des Fondsvermögens verloren gehen. Dieser Teil ist aber durch rechtliche Vorgaben auf höchstens zehn Prozent des Fondsvermögens begrenzt. Zudem versuchen die Fondsgesellschaften das Risiko weiter zu begrenzen, indem für die Swap-Vereinbarungen Sicherheiten hinterlegt werden.

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