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Hilft die Coronakrise bei der Wohnungsnot?

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Nein, die Frage ist nicht zynisch darauf bezogen, dass eventuell nun Rentnerwohnungen frei werden. Es ist eine ernst gemeinte Überlegung, die wir Ihnen hier ausführen wollen.

In den letzten Jahren stiegen die Mietpreise vor allem in den Städten Deutschlands trotz geringer politischer Bemühungen weiter an. Die leichte Entspannung, die sich stellenweise andeutete, wird nun vermutlich zunehmen. Schon bei aktuellen Mietverträgen, so berichteten uns Makler, unterschreiben die Mieter häufig doch nicht, obwohl sie kurz vor dem Abschluss standen. Zu groß ist derzeit bei Vielen die Unsicherheit, wie es denn nun weitergeht.

Diejenigen, die aktuell in Lohn und Brot stehen, wissen natürlich nicht, ob und wenn ja, wie lang dieser Zustand noch anhält, da ja auch die Dauer der Coronakrise kaum absehbar ist. Denjenigen, die nun schon Kurzarbeitergeld erhalten, fehlt ein Teil der Einnahmen. Und Selbständige wissen oftmals erst recht nicht, wie sie die nächsten Monate überstehen werden. All diese Unsicherheit führt natürlich zu einer Zurückhaltung am Wohnungsmarkt.

Damit wird der Run auf kleinere, bezahlbare Wohnungen zwar weiterhin anhalten, aber was ist mit den großen, teilweise luxussanierten? Die Nachfrage nach Wohnungen, die über 10 Euro pro Quadratmeter liegen, wird also weiter sinken und letztlich dazu führen, dass die Preise sinken. Denn noch schlimmer als niedrigere Einnahmen sind keine Einnahmen! Vor allem, weil oftmals angefallene Kosten wie die Finanzierung des Baues, der Sanierung oder des Kaufs weiterlaufen.

Um wenigstens ein Teil der Kosten wieder einzuspielen, werden Vermieter gezwungen sein, die Preise zu senken. Wenn sie dann eventuell auch noch möglicherweise Deckungslücken ausgleichen müssen und damit selber in die wirtschaftliche Bredouille geraten, könnte es zu Zwangsversteigerungen kommen. Ich gehe davon aus, dass sich dieses Szenario so in vielen Städten Deutschlands ereignen wird.

Doch wer wird neben dem Vermieter der Leidtragende sein? Kleinanleger, die hier Geld investiert haben, welches als Teil ihrer Altersvorsorge gedacht war. Sie kauften in guten Zeiten eine teure Immobilie, nicht bedenkend, dass auch mal schlechtere Zeiten kommen können.

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