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Managed ETFplus – Portfolio Opportunity: Starkes Jahr, aber hoher Kostenblock und deutliche Umschichtungen im Portfolio

Der Jahresbericht zum 30. Juni 2026 stammt von der ODDO BHF Asset Management GmbH mit Sitz in Düsseldorf, die den Fonds Managed ETFplus – Portfolio Opportunity verwaltet und den Bericht herausgegeben hat. Als externer Fondsmanager ist im Bericht die Greiff capital management AG genannt; der Sitz wird im vorliegenden Textausschnitt nicht ausgewiesen. Für Anleger fällt vor allem auf: Der Fonds hat sein Vermögen kräftig ausgebaut und zugleich eine sehr starke Wertentwicklung erzielt, musste dafür aber auch einen spürbaren Kostenblock tragen.

In der Einordnung ist wichtig, dass der Fonds aktiv gesteuert wird, mindestens 51 Prozent in ETF investiert und sich nicht starr an der Benchmark orientiert. Damit können Abweichungen zum Vergleichsmaßstab bewusst groß ausfallen – im Guten wie im Schlechten. Im Berichtsjahr überwogen klar die positiven Effekte, allerdings stammte ein wesentlicher Teil des Ergebnisses nicht aus laufenden Erträgen, sondern aus Kurs- und Veräußerungsgewinnen.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen stieg im Geschäftsjahr 2025/2026 von 73,98 Millionen Euro auf 107,28 Millionen Euro. Das ist ein Zuwachs von gut 33,3 Millionen Euro und damit ein kräftiges Wachstum. Der Anteilwert erhöhte sich von 102,22 Euro auf 137,74 Euro. Für Anleger bedeutet das: Wer im Fonds investiert war, profitierte im Berichtsjahr von einer deutlichen Wertsteigerung.

Zusätzlich flossen netto 7,12 Millionen Euro neu in den Fonds. Die Bruttozuflüsse lagen bei 13,23 Millionen Euro, die Rücknahmen bei 6,11 Millionen Euro. Aus Anlegersicht ist das ein Zeichen dafür, dass der Fonds trotz zwischenzeitlicher Marktverwerfungen weiter Geld angezogen hat. Die Entwicklung des Vermögens war aber nicht allein auf neue Mittel zurückzuführen, sondern vor allem auf die gute Markt- und Portfolioperformance.

Die Nettoperformance lag bei 34,75 Prozent. Der Bericht weist zudem ein Ergebnis des Geschäftsjahres von 26,69 Millionen Euro aus. Davon entfielen 5,44 Millionen Euro auf das realisierte Ergebnis und 21,25 Millionen Euro auf nicht realisierte Gewinne. Das zeigt: Der Erfolg des Fonds kam überwiegend aus Kurssteigerungen und Buchgewinnen, nicht aus laufenden Erträgen. Der ordentliche Nettoertrag war mit minus 1,14 Millionen Euro sogar negativ.

Im Vergleich zu den Vorjahren fiel die Entwicklung deutlich stärker aus. Der Anteilwert lag zum 30. Juni 2025 noch bei 102,22 Euro, ein Jahr zuvor bei 99,25 Euro und zum 30. Juni 2023 bei 84,22 Euro. Die Dynamik des aktuellen Jahres ist damit außergewöhnlich hoch.

Kosten

Auf der Kostenseite ist aus Anlegersicht vor allem die Verwaltung deutlich sichtbar. In der Ertrags- und Aufwandsrechnung werden 1,53 Millionen Euro Verwaltungsvergütung ausgewiesen, je Anteil 1,96 Euro. Dazu kamen 7.649 Euro Verwahrstellenvergütung, 13.449 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 85.152 Euro sonstige Aufwendungen. Insgesamt summierten sich die Aufwendungen auf 1,64 Millionen Euro. Die Gesamtkostenquote beträgt 2,30 Prozent. Das ist für einen ETF-dominerten Mischfonds kein niedriger Wert und sollte im Verhältnis zur erzielten Rendite gesehen werden.

Wichtig ist dabei auch das Verhältnis von Kosten und Erträgen: Die laufenden Erträge des Fonds beliefen sich nur auf 497.707 Euro, während die Aufwendungen mehr als das Dreifache dieser Erträge erreichten. Dass der Fonds trotzdem ein stark positives Gesamtergebnis erzielte, lag an den Veräußerungsgewinnen von 6,58 Millionen Euro und den nicht realisierten Gewinnen von 21,25 Millionen Euro. Ohne diese Bewertungs- und Transaktionseffekte wäre das Ergebnis deutlich schwächer ausgefallen.

Beratervergütung wurde im Bericht mit 0,00 Euro ausgewiesen. Wesentliche Erträge kamen aus Bestandsprovisionen von 30.275 Euro. Transaktionskosten fielen in Höhe von 122.375 Euro an.

Portfolio und größte Positionen

Das Portfolio besteht fast vollständig aus Investmentanteilen. Diese machten zum 30. Juni 2026 100,71 Millionen Euro beziehungsweise 93,87 Prozent des Fondsvermögens aus. Bankguthaben lagen bei 6,45 Millionen Euro oder 6,01 Prozent, Derivate standen mit minus 282.797 Euro zu Buche. Damit war der Fonds praktisch voll investiert, hielt aber zugleich eine nennenswerte Liquiditätsreserve.

Regionale und thematische Schwerpunkte sind klar erkennbar. Größere Positionen lagen unter anderem in US- und globalen Themenfonds sowie in Europa- und Asien-/Emerging-Market-Bausteinen. Zu den größten Einzelpositionen gehörten der iShares MSCI World Value Factor ETF mit 10,21 Millionen Euro, der L&G Cyber Security ETF mit 9,20 Millionen Euro, der Xtrackers Artificial Intelligence + Big Data ETF mit 8,75 Millionen Euro, der Xtrackers MSCI Emerging Markets ETF mit 9,44 Millionen Euro, der iShares MSCI China A ETF mit 8,53 Millionen Euro sowie der Morgan Stanley Asia Opportunity Fund mit 8,45 Millionen Euro. Hinzu kamen Cybersecurity Leaders mit 7,84 Millionen Euro und Human Intelligence mit 6,82 Millionen Euro. Auch Gold- und Energie- beziehungsweise Bankthemen waren über ETFs und Fonds spürbar vertreten.

Aus Anlegersicht auffällig ist die deutliche thematische Ausrichtung: Technologie, Cybersecurity, China, Emerging Markets, Energie, Banken und Gold bilden einen Mix, der Chancen und Klumpenrisiken zugleich mit sich bringt. Der Fonds verfolgt also keinen breit neutralen Marktansatz, sondern setzt sichtbar auf ausgewählte Trends und Marktsegmente.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt als wesentliche Risiken unter anderem Zielfondsrisiken, Marktpreisrisiken, Währungsrisiken, operationelle Risiken, Liquiditätsrisiken, Adressenausfallrisiken sowie Risiken aus dem Einsatz derivativer Instrumente. Gerade die hohe Zielfondsquote und die thematische Schwerpunktsetzung machen den Fonds stärker abhängig von der Auswahl einzelner Zielinvestments. Hinzu kommt das Währungsrisiko, weil ein erheblicher Teil des Portfolios in USD notiert ist.

Positiv ist, dass der Derivateeinsatz offenbar begrenzt blieb: Das durch Derivate erzielte zugrundeliegende Exposure lag bei 18,80 Millionen Euro, der Bestand der Derivate am Fondsvermögen aber nur bei minus 0,26 Prozent. Gleichwohl zeigen die Angaben, dass Derivate zur Absicherung eingesetzt wurden und temporär zu negativen Bewertungen führten. Der Bericht nennt für das Marktrisiko einen durchschnittlichen potenziellen Risikobetrag von 6,78 Prozent; der kleinste Wert lag bei 4,70 Prozent, der höchste bei 8,39 Prozent.

Aus Anlegersicht auffällig ist außerdem, dass der ordentliche Nettoertrag negativ blieb, obwohl der Fonds insgesamt sehr erfolgreich war. Das unterstreicht, dass das Ergebnis vor allem von Marktbewegungen und realisierten Umschichtungen getragen wurde. Ausschüttungen gab es im Berichtsjahr keine; der Betrag wurde vollständig wieder angelegt. Der Abschlussprüfer bestätigt in einem Satz, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.

Fazit für Anleger

Der Bericht zeigt einen Fonds mit starkem Geschäftsjahr, deutlichem Vermögenszuwachs und klarer thematischer Steuerung. Anleger profitierten von einer sehr hohen Wertentwicklung, müssen aber die vergleichsweise hohen Kosten, die negative laufende Ertragsseite und die spürbaren Portfolio-Schwerpunkte im Blick behalten. Der Fonds ist damit eher ein aktiv gemanagter Themen- und Aktienbaustein als ein breit streuendes Standardprodukt.

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