Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main legt als Kapitalverwaltungsgesellschaft den Jahresbericht für den Mischfonds L&H Multi Strategie UI vor. Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2025/2026 zugelegt, zugleich bleibt er ein aktiv gemanagtes, breit gestreutes Produkt mit Aktien-, Renten- und Zielfondsbausteinen sowie einem spürbaren Einsatz von Derivaten und Goldzertifikaten. Als externer Anlageberater ist im Bericht die L&H Wealth Management AG, Frankfurt am Main, genannt.
Für Anleger ist vor allem wichtig: Der Fonds hat zwar Wert geschaffen, die Kosten sind aber hoch genug, um einen erheblichen Teil der laufenden Erträge aufzusaugen. Die Rendite kam überwiegend aus Kursgewinnen und realisierten Veräußerungsgewinnen, weniger aus laufenden Zinsen und Dividenden.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg im Geschäftsjahr von 21,62 Mio. Euro auf 25,05 Mio. Euro. Der Anteilwert der Anteilklasse A kletterte von 137,45 Euro auf 146,28 Euro, die Anteilklasse R von 98,47 Euro auf 105,10 Euro. Das entspricht für den Berichtszeitraum einer Wertentwicklung von 6,86 Prozent bei A und 6,73 Prozent bei R. Aus Anlegersicht ist das ein ordentliches Ergebnis, zumal der zweite Teil des Geschäftsjahres laut Bericht wegen der Finanzmarktentwicklungen eher seitwärts verlief.
Das Netto-Mittelaufkommen war positiv: Es flossen 1,94 Mio. Euro netto zu. Dabei standen Mittelzuflüsse aus Verkäufen von 2,49 Mio. Euro Mittelabflüssen aus Rücknahmen von 545.148,64 Euro gegenüber. Zusätzlich wurde im Vorjahr eine Ausschüttung von 96.769,88 Euro berücksichtigt. Die Zahl der umlaufenden Anteile stieg auf 171.257 Stück bei A und 550 Stück bei R.
Das Ergebnis des Geschäftsjahres belief sich auf 1,60 Mio. Euro. Davon entfielen 766.541,30 Euro auf das realisierte Ergebnis und 832.052,73 Euro auf das nicht realisierte Ergebnis. Für Anleger bedeutet das: Der Wertzuwachs kam nicht nur aus tatsächlich verkauften Positionen, sondern auch aus Buchgewinnen im Bestand. Die wesentlichen Quellen des positiven Veräußerungsergebnisses waren laut Bericht realisierte Gewinne aus ausländischen Aktien.
Anlageergebnis und Ertragsquellen
Die laufenden Erträge summierten sich auf 406.562,02 Euro. Dem standen Aufwendungen von 384.964,64 Euro gegenüber. Daraus blieb ein ordentlicher Nettoertrag von nur 21.597,38 Euro. Für private Anleger ist das ein wichtiger Befund: Der Fonds verdient im laufenden Betrieb kaum mehr, als er an laufenden Kosten verursacht. Der eigentliche Performancebeitrag kam daher aus Kursentwicklungen und Handelsgewinnen.
Besonders prägend waren die Aktienanlagen, die laut Bericht erneut den größten Beitrag zum Anlageergebnis leisteten. Auch die Goldzertifikate lieferten einen positiven, wenn auch im Jahresverlauf abnehmenden Beitrag. Der Rentenblock wurde dagegen durch gestiegene Kapitalmarktrenditen belastet; die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg von 2,57 Prozent auf 2,87 Prozent. Positiv hob der Bericht hervor, dass Unternehmensanleihen sich besser hielten als Staatsanleihen und die durchschnittliche Restlaufzeit mit 3,8 Jahren relativ moderat blieb.
Kosten
Die größte Kostenposition war die Verwaltungsvergütung mit 345.929,58 Euro. Darin enthalten sind 163.691,54 Euro reine Verwaltungsvergütung und 182.238,04 Euro Beratungsvergütung. Hinzu kamen 27.432,24 Euro für die Verwahrstelle, 8.799,17 Euro für Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 2.779,31 Euro sonstige Aufwendungen. Insgesamt entsprach das Aufwandsvolumen 2,24 Prozent des Fondsvermögens bezogen auf das Geschäftsergebnis; die Gesamtkostenquote lag bei 1,18 Prozent für die Anteilklasse A und bei 1,55 Prozent für die Anteilklasse R.
Aus Anlegersicht auffällig ist das Verhältnis von Kosten zu Erträgen: Die laufenden Erträge von 406.562,02 Euro wurden nahezu vollständig durch die Aufwendungen aufgezehrt. Der Fonds musste die laufende Kostenlast also durch Veräußerungsgewinne und Marktwertzuwächse kompensieren. Zusätzlich fielen Transaktionskosten von 18.303,65 Euro an. Die erfolgsabhängige Vergütung betrug 0,40 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwerts bei A und 0,11 Prozent bei R.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio blieb breit gestreut, aber klar aktienlastig. Zum Stichtag entfielen 37,36 Prozent auf Aktien, 29,38 Prozent auf Anleihen, 19,28 Prozent auf Investmentanteile und 8,82 Prozent auf Zertifikate. Die Liquiditätsquote lag bei 5,79 Prozent; der Bericht nennt für das Jahr im Schnitt rund 6 Prozent, was dem Fonds Flexibilität für Marktbewegungen gab. Derivate wirkten per saldo leicht belastend mit -0,47 Prozent des Fondsvermögens.
Regional lagen die Schwerpunkte vor allem in Deutschland und den USA. Unter den Aktienpositionen stachen unter anderem NVIDIA, Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon, Palo Alto Networks und Broadcom aus den USA hervor sowie deutsche Titel wie Allianz, Siemens, Deutsche Telekom, Rheinmetall-nahe Industriewerte oder Banken. Bei den Rentenpapieren dominierten Euro-Anleihen mit mittleren Laufzeiten; das Spektrum reichte von kurzfristigen bis zu Papieren mit fünf bis zehn Jahren Restlaufzeit. Bei den Investmentanteilen waren unter anderem Fonds mit Aktien-, Renten- und Absolute-Return-Strategien vertreten. Das Gold-Engagement erfolgte über ein Zertifikat auf Xetra-Gold in einer Größenordnung von rund 8 bis 10 Prozent im Jahresverlauf.
Die größten Einzelpositionen innerhalb der Aktien waren unter anderem NVIDIA mit 656.348,41 Euro, Apple mit 460.667,60 Euro, Alphabet mit 406.386,46 Euro, Amazon mit 369.018,37 Euro, Microsoft mit 305.085,46 Euro und Siemens mit 253.035,00 Euro. Damit ist der Fonds trotz Mischfonds-Charakter faktisch stark von großen internationalen Qualitäts- und Technologiewerten geprägt. Das mindert zwar die Abhängigkeit von einem einzelnen Titel, erhöht aber die Sensitivität gegenüber dem globalen Aktienmarkt und insbesondere den US-Märkten.
Risiken und Auffälligkeiten
Als zentrale Risiken nennt der Bericht allgemeine Marktpreisrisiken, Zinsänderungsrisiken, Emittenten- und Bonitätsrisiken, Aktienrisiken, Risiken aus Zielfonds, Derivate- und Währungsrisiken. Wichtig aus Anlegersicht ist vor allem die Kombination aus Aktienquote, Rentenquote und Derivateeinsatz: Der Fonds ist nicht defensiv, sondern bleibt schwankungsanfällig. Die im Berichtszeitraum erwähnten geopolitischen Spannungen und Marktturbulenzen konnten sich entsprechend auf die Bewertung auswirken.
Auffällig ist zudem die Änderung der Anlagebedingungen zum 16. April 2026 im Zuge neuer regulatorischer Vorgaben. Der Fonds hat als Liquiditätsmanagementinstrumente Rücknahmebeschränkung und Verlängerung der Rücknahmefrist vorgesehen; angewendet wurden sie im Berichtszeitraum jedoch nicht. Ein negativer ordentlicher Nettoertrag lag nicht vor, allerdings war der Puffer mit 21.597,38 Euro klein. Die Ausschüttung bei der Anteilklasse A betrug 123.304,81 Euro beziehungsweise 0,72 Euro je Anteil. Die Anteilklasse R thesaurierte; dort wurden 1.700,16 Euro zur Wiederanlage verwendet.
Fazit für Anleger
Unterm Strich zeigt der Bericht einen Fonds, der 2025/2026 solide zugelegt hat und seine Erträge vor allem über Aktien- und Marktgewinne erzielte. Für Anleger ist aber ebenso klar: Die laufenden Kosten sind hoch genug, dass aus dem operativen Geschäft nur ein sehr kleiner Ertragsüberschuss übrig bleibt. Wer den Fonds hält, ist damit weiterhin auf eine günstige Entwicklung der Kapitalmärkte angewiesen; ohne solche Marktbeiträge trägt das Portfolio die Kosten nicht aus den laufenden Erträgen allein.
Der Abschlussprüfer bescheinigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des deutschen KAGB und den einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens ermöglicht.