Die langfristig angelegte Kreuzfahrt der „Villa Vie Odyssey“ ist in Kambodscha unterbrochen worden. Nach übereinstimmenden Medienberichten mussten rund 200 Passagiere das Schiff im Hafen von Sihanoukville verlassen. Mehrere Reisende hatten sich für einen jahrelangen Aufenthalt an Bord entschieden und dafür erhebliche Geldbeträge ausgegeben.
Die Passagiere wurden am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, über die kurzfristige Ausschiffung informiert. Ihnen blieben nach den veröffentlichten Berichten nur wenige Stunden, um ihre persönlichen Gegenstände zusammenzupacken.
Einige Reisende kamen anschließend in Hotels unter, andere organisierten ihre Weiterreise.
Langfristiges Wohnen auf einem Kreuzfahrtschiff
Das Schiff wird von dem US-amerikanischen Unternehmen Villa Vie Residences betrieben.
Das Geschäftsmodell ermöglicht es Kunden, Kabinen für einen längeren Zeitraum zu nutzen und währenddessen mit dem Schiff verschiedene Länder zu bereisen.
Einige Passagiere hatten ihre bisherigen Wohnungen oder Häuser aufgegeben, um dauerhaft auf dem Schiff zu leben.
Die 78-jährige Australierin Frances Paroissien hatte bereits früher öffentlich erklärt, eine Kabine für einen Zeitraum von 15 Jahren erworben zu haben.
Auch andere Reisende berichteten über hohe Zahlungen für langfristige Nutzungsrechte.
Betreiber nennt gestiegene Treibstoffkosten
Das Unternehmen begründete die Unterbrechung des Schiffsbetriebs mit erheblich gestiegenen Treibstoffkosten.
Nach Angaben des Betreibers haben sich die laufenden Ausgaben für den Betrieb des Schiffes deutlich erhöht.
Unternehmenschef Mikael Petterson erklärte gegenüber Medien, dass ein Insolvenzverfahren nach US-amerikanischem Recht geplant sei.
Eine bereits erfolgte gerichtliche Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist damit nicht bestätigt.
Weitere Unterbringung der Passagiere
Nach Angaben eines Vertreters der kambodschanischen Provinzverwaltung standen einige Passagiere nach der Ausschiffung ohne ihre bisherige dauerhafte Unterkunft da.
Andere Reisende konnten vorübergehend in Hotels untergebracht werden oder Kambodscha verlassen.
Wie viele Betroffene tatsächlich keine andere Wohnmöglichkeit besitzen, ist nicht abschließend bekannt.
Zukunft der Reise unklar
Nach den veröffentlichten Informationen sollte die „Villa Vie Odyssey“ am Samstag, dem 31. Oktober 2026, erneut Treibstoff aufnehmen und den Hafen verlassen.
Ob und wann die Passagiere wieder an Bord zurückkehren können, war zunächst offen.
Auch über mögliche Rückzahlungen bereits geleisteter Beträge lagen keine abschließend bestätigten Informationen vor.
Damit steht fest: Die langfristige Reise der „Villa Vie Odyssey“ wurde in Kambodscha unterbrochen. Rund 200 Passagiere mussten das Schiff verlassen. Wie der Betreiber die weitere Nutzung der Kabinen regeln wird und welche finanziellen Folgen für die Betroffenen entstehen, ist noch ungeklärt.