Die Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. mit Sitz in Munsbach hat als Kapitalverwaltungsgesellschaft und verwaltende Gesellschaft den Jahresbericht zum 30. Juni 2026 für den Fonds Fürst Fugger Privatbank Wachstum vorgelegt. Das Portfoliomanagement war im Berichtsjahr an die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft, Maximilianstraße 38, 86150 Augsburg, ausgelagert. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil der Fonds zwar ordentlich zugelegt hat, der Ertrag aber fast vollständig aus Kurs- und Veräußerungsgewinnen kam und nicht aus laufenden Erträgen.
Zum Stichtag verwaltete der Fonds ein Vermögen von 421,60 Mio. Euro nach 379,25 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Der Anteilwert stieg von 122,35 Euro auf 139,80 Euro, die Zahl der umlaufenden Anteile sank auf 3.015.808,284 Stück. Unterm Strich war das Geschäftsjahr trotz Nettoabflüssen von 11,27 Mio. Euro sehr erfolgreich: Die Anteilwertentwicklung lag bei +14,26 %.
Vermögen und Wertentwicklung
Der Fonds profitierte im Berichtsjahr von einem starken Kapitalmarktumfeld für Aktien und ausgewählte Renten- und Alternativstrategien. Das ausgewiesene Geschäftsergebnis belief sich auf 53,52 Mio. Euro. Treiber waren dabei vor allem nicht realisierte Kursgewinne von 39,53 Mio. Euro sowie realisierte Veräußerungsgewinne von 20,16 Mio. Euro, denen realisierte Verluste von 1,96 Mio. Euro gegenüberstanden. Das realisierte Ergebnis des Geschäftsjahres betrug 11,97 Mio. Euro, der ordentliche Nettoertrag war mit minus 6,23 Mio. Euro jedoch klar negativ.
Aus Anlegersicht ist das wichtig: Der Fonds hat seine positive Jahresperformance nicht aus laufenden Zinsen oder Dividenden erwirtschaftet, sondern überwiegend aus Preissteigerungen der Zielfonds und aus Umschichtungen. Das macht die Entwicklung anfälliger für Marktbewegungen als ein Fonds mit stabilen laufenden Erträgen.
Die Mittelbewegung war im Jahresverlauf ebenfalls relevant. Den Zuflüssen aus Anteilschein-Verkäufen von 19,94 Mio. Euro standen Rücknahmen von 31,21 Mio. Euro gegenüber. Der Nettoabfluss von 11,27 Mio. Euro zeigt, dass Anleger per saldo Kapital entzogen haben. Gleichzeitig blieb das Fondsvermögen dennoch deutlich über der Marke von 400 Mio. Euro, weil die Wertentwicklung diesen Abfluss mehr als kompensierte.
Kosten
Bei den Kosten fällt vor allem die laufende Belastung ins Auge. Die Gesamtkostenquote betrug 2,49 % und lag damit auf einem für einen Dachfonds mit Zielfondsbestand relativ hohen Niveau. Allein die Verwaltungsvergütung belief sich auf 6,77 Mio. Euro, die Verwahrstellenvergütung auf 163.853 Euro, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten auf 23.713 Euro und sonstige Aufwendungen auf 85.640 Euro. Hinzu kamen Transaktionskosten von 25.088 Euro.
Die Zusammensetzung der Verwaltungsvergütung zeigt die Doppelbelastung bei Dachfonds: 318.780 Euro entfielen auf die eigene Verwaltungsvergütung, 6,46 Mio. Euro auf die Fondsmanagementvergütung. Dem standen sonstige Erträge von nur 20.782 Euro aus Bestandsprovisionen gegenüber. Aus Anlegersicht ist damit auffällig, dass die laufenden Kosten deutlich schwerer wiegen als die sonstigen Erträge. Der negative ordentliche Nettoertrag von 6,23 Mio. Euro macht das sichtbar: Die laufenden Erträge konnten die Kosten nicht decken.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio war zum Stichtag klar fondsdominiert: 95,06 % des Vermögens steckten in Investmentanteilen, 5,09 % lagen als Bankguthaben vor, Verbindlichkeiten minderten das Nettovermögen um 0,16 %. Der Liquiditätspuffer war mit gut 21,48 Mio. Euro recht hoch, was dem Fonds Flexibilität für Rückgaben und Umschichtungen verschaffte.
Die fünf größten Positionen machten zusammen rund 18,16 % des Fondsvermögens aus. Größte Einzelposition war der Man Fds-Man Euro Corp.Bond Reg.Shs IF EUR Acc. mit 4,57 %, gefolgt vom Ninety One Global Strategy Fund – Global Natural Resources Fund mit 4,42 %, dem Allianz Oriental Income mit 4,28 %, dem Alma Japan Large Cap Equity Fund mit 3,54 % und dem DJE – Zins + Dividende mit 3,23 %. Insgesamt setzte der Fonds auf eine breite Mischung aus Renten-, Aktien- und Alternativstrategien.
Regional lag der Schwerpunkt sichtbar auf globalen und europäischen Zielfonds, ergänzt um US-, Japan- und Emerging-Markets-Bausteine. Branchenseitig waren unter anderem Finanzwerte, Technologie, Rohstoffe, Verteidigung sowie High-Yield- und Emerging-Markets-Anleihen vertreten. Diese Breite reduziert zwar Einzelrisiken, führt aber über die Zielfondsstruktur auch zu einer Vielzahl von Abhängigkeiten und einer gewissen Intransparenz auf der darunterliegenden Ebene.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die klassischen Markt-, Zins-, Währungs-, Emittenten-, Liquiditäts- und operationellen Risiken. Besonders relevant erscheinen aus Anlegersicht die Zielfondsrisiken: Da der Fonds fast vollständig über andere Fonds investiert, können sich dortige Strategien, Verzögerungen oder Rücknahmen unmittelbar auf den Dachfonds auswirken. Zusätzlich kann die hohe Abhängigkeit von Aktien-, Renten- und Währungsmärkten zu stärkeren Schwankungen führen.
Auffällig ist zudem der negative ordentliche Nettoertrag. Obwohl das Geschäftsjahr unterm Strich stark positiv verlief, war das Ergebnis nicht von der Ertragsseite getragen. Hinzu kommt die relativ hohe Kostenquote von 2,49 %. Positiv ist, dass im Geschäftsjahr keine Derivate im Bestand waren und das Risikopotenzial im Rahmen des relativen Value-at-Risk deutlich unter der zulässigen Obergrenze blieb; die Auslastung lag im Durchschnitt bei 77,8 %.
Wesentliche Änderungen im Berichtsjahr waren die Anpassung des Verkaufsprospekts sowie der Allgemeinen und Besonderen Anlagebedingungen zum 16. April 2026 und die rechtliche Verschmelzung der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG auf die ABN AMRO Bank N.V. zum 15. Juni 2026. Ausschüttungen wurden nicht vorgenommen; das realisierte Ergebnis von 11,97 Mio. Euro stand in voller Höhe zur Wiederanlage bereit. Der Abschlussprüfer bestätigte den Jahresbericht ohne Einschränkungen und bescheinigte, dass er in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht.
Fazit für Anleger
Für Anleger ergibt sich ein zwiespältiges Bild: Der Fonds hat mit +14,26 % und einem gestiegenen Anteilwert von 139,80 Euro ein starkes Jahr hinter sich, gleichzeitig aber nur eine schwache laufende Ertragsbasis und eine merkliche Kostenbelastung. Wer in diesen Fonds investiert ist, sollte deshalb weniger auf laufende Ausschüttungsqualität als auf die Erfolgskraft der aktiven Fondsselektion schauen.