Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Ampega Investment GmbH mit Sitz in Köln legt den Jahresbericht für den LI MULTI LEADERS FUND vor. Der Fonds, der aktiv gemanagt wird und laut Bericht nicht an einer Benchmark orientiert ist, erzielte im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 eine deutliche Wertsteigerung. Aus Anlegersicht fällt zugleich auf: Ein gutes Anlageergebnis stand erheblichen Kosten gegenüber, vor allem einer hohen Performance Fee.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg im Berichtsjahr von 142,28 Mio. Euro auf 158,26 Mio. Euro. Der Anteilwert erhöhte sich von 140,04 Euro auf 165,46 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 18,15 % bei einer Volatilität von 10,47 %. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds konnte sein Renditeziel im Berichtsjahr klar erfüllen, allerdings war der Weg dorthin nicht risikolos, sondern mit spürbaren Schwankungen verbunden.
Die Mittelbewegungen belasteten das Fondsvolumen: Unter dem Strich floss dem Fonds netto 9,21 Mio. Euro ab. Die Mittelzuflüsse aus Anteilscheinverkäufen beliefen sich nur auf 1,73 Mio. Euro, während die Rücknahmen mit 10,95 Mio. Euro deutlich höher ausfielen. Aus Anlegersicht ist das ein Hinweis auf spürbare Abflüsse, die zwar durch die Wertentwicklung überkompensiert wurden, aber dennoch ein Zeichen für Zurückhaltung im Anlegerkreis sein können.
Zum Ergebnis trugen vor allem Kurs- und Bewertungsgewinne bei: Das Geschäftsjahr brachte ein realisiertes Ergebnis von 2,04 Mio. Euro und ein nicht realisiertes Ergebnis von 23,14 Mio. Euro, zusammen also 25,18 Mio. Euro. Das zeigt: Der Erfolg kam vor allem aus Wertsteigerungen der gehaltenen Zielfonds, nicht aus laufenden Erträgen. Die ordentlichen Erträge von 436.663 Euro reichten nicht aus, um die laufenden Aufwendungen zu decken; der ordentliche Nettoertrag lag bei minus 7,41 Mio. Euro.
Kosten
Die Kostenbelastung ist der auffälligste Kritikpunkt aus Anlegersicht. Auf der Aufwandseite stehen 2,59 Mio. Euro Verwaltungsvergütung, 4,93 Mio. Euro Performance Fee sowie weitere Aufwendungen von 305.638 Euro. Insgesamt summierten sich die Aufwendungen auf 7,85 Mio. Euro. Dem standen nur 436.663 Euro Erträge gegenüber. Damit überstiegen die Kosten die laufenden Erträge sehr deutlich und wurden letztlich nur durch Kursgewinne aufgefangen.
Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 3,28 %. Hinzu kommt ein Anteil der erfolgsabhängigen Vergütung am durchschnittlichen Fondsvermögen von 3,72 %. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds ist teuer, und ein großer Teil der Wertentwicklung wird durch Gebühren beansprucht. Besonders relevant ist, dass die hohe Performance Fee in einem Jahr mit gutem Ergebnis anfiel und damit die Nettorendite für Anleger spürbar schmälert.
Die sonstigen Aufwendungen enthalten unter anderem Depotgebühren, Kosten für die Aufsicht, Researchmaterial und die Vergütung des Repräsentanten. Auch die Transaktionskosten sind mit 4.598,99 Euro zwar nicht hoch, spielen im Verhältnis zur Gesamtbelastung aber nur eine Nebenrolle.
Portfolio und größte Positionen
Das Sondervermögen war zum Stichtag fast vollständig in Investmentanteilen investiert; diese machten 99,78 % des Fondsvermögens aus. Davon entfielen 72,37 % auf Aktienfonds, 23,57 % auf gemischte Fonds und 3,84 % auf Rentenfonds. Die Liquiditätsquote war mit 3,71 % Bankguthaben moderat. Der Fonds hält also kein Direktaktienportfolio, sondern setzt konsequent auf Zielfonds – das reduziert zwar die Einzeltitelauswahl im eigenen Haus, führt aber zu einer zusätzlichen Kostenschicht auf Ebene der Zielfonds.
Regional war das Portfolio auf Europa, die USA und Asien verteilt. Laut Bericht kamen die wesentlichen Beiträge zur Wertentwicklung unter anderem aus rohstoffnahen Strategien einschließlich Goldminenfonds, aus japanischen Aktienfonds sowie aus US- und europäischen Nebenwertefonds. Positiv wirkte auch die Untergewichtung des US-Dollars im Jahr 2025.
Zu den größten Einzelpositionen zählten unter anderem Universal Investment – AvH Emerging Markets Fonds mit 8,45 %, ALL Stars 10×10 mit 8,38 %, ALKEN FUND – Small Cap Europe mit 6,35 %, AFB Global Equity Select I mit 5,66 %, Human Intelligence mit 4,59 %, TRIGON – New Europe Fund/Luxembourg mit 4,47 % sowie ASPOMA Japan Opportunities Fund A mit 4,09 %. Auffällig ist die breite Streuung über viele Zielfonds, zugleich aber auch eine gewisse Konzentration auf mehrere Positionen mit jeweils rund vier bis acht Prozent Fondsanteil.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die klassischen Fondsrisiken: Marktpreis-, Aktien-, Währungs-, Zinsänderungs-, Adressenausfall-, Liquiditäts- und operationelle Risiken. Da der Fonds weltweit investiert, bleibt das Währungsrisiko ein wesentlicher Faktor. Zusätzlich weist die Gesellschaft auf Nachhaltigkeitsrisiken und exogene Belastungen wie geopolitische Unsicherheiten, Inflation, Zinsanstieg und Lieferkettenprobleme hin. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds ist nicht defensiv, sondern bleibt trotz der Beimischung von Misch- und Rentenfonds klar aktienmarktnah ausgerichtet.
Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem der negative ordentliche Nettoertrag von 7,41 Mio. Euro. Das zeigt, dass das Produkt laufend nicht aus sich heraus trägt, sondern auf Veräußerungsgewinne und Marktbewegungen angewiesen ist. Ebenfalls ins Auge fällt die Kombination aus hoher Kostenquote und erfolgsabhängiger Vergütung. Positiv ist dagegen die breite Diversifikation über Zielfonds und die starke Jahresperformance. Eine wesentliche Veränderung im Berichtszeitraum war die Verschmelzung der Verwahrstelle: Die Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG ging mit Wirkung zum 15. Juni 2026 im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch, Frankfurt am Main über.
Fazit für Anleger
Der LI MULTI LEADERS FUND hat im Berichtsjahr überzeugend performt und aus 142,28 Mio. Euro Fondsvermögen einen Anstieg auf 158,26 Mio. Euro gemacht. Für Anleger ist das Ergebnis aber nicht kostenlos: Die laufenden Erträge waren negativ nach Kosten, und ein erheblicher Teil des Erfolgs wurde durch Gebühren aufgezehrt. Wer diesen Fonds hält, partizipiert an einer breit diversifizierten Multi-Fonds-Strategie mit aktiver Titelauswahl, muss aber eine vergleichsweise hohe Gebührenlast und marktabhängige Schwankungen akzeptieren.
Die Erträge werden im Berichtsjahr wiederangelegt; eine Ausschüttung erfolgte nicht. Der unabhängige Abschlussprüfer kommt zu dem Urteil, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild des Fonds vermittelt.