Dark Mode Light Mode

MB Fund Max Plus: Trendfolgefonds verliert trotz Nettozuflüssen deutlich an Wert und leidet unter hohen Handels- und Derivatekosten

Der Jahresbericht zum 30. Juni 2026 des von der Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. mit Sitz in Munsbach herausgegebenen und verwalteten Fonds MB Fund Max Plus zeigt aus Anlegersicht ein schwaches Geschäftsjahr: Der Anteilwert fiel von 30,74 Euro auf 21,37 Euro, das entspricht minus 30,48 %. Als externer Anlageberater ist die BfV Bank für Vermögen AG, Frankfurter Landstrasse 62 a, D-61440 Oberursel, genannt. Trotz positiver Mittelzuflüsse konnte der Fonds die Verluste in einem für sein Trendfolgemodell ungünstigen Marktumfeld nicht ausgleichen.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen sank im Berichtszeitraum von 3,12 Mio. Euro auf 2,27 Mio. Euro. Dass sich das Vermögen dennoch nicht noch stärker verringerte, lag vor allem an Nettozuflüssen von 127.555,50 Euro; es flossen 206.604,54 Euro neu zu, während 79.049,04 Euro abgezogen wurden. Für Anleger ist das ein wichtiger Punkt: Der Kursrückgang wurde also nicht durch Abflüsse ausgelöst, sondern vor allem durch die negative Wertentwicklung selbst.

Das Geschäftsjahr schloss mit einem Ergebnis von minus 993.642,69 Euro. Der ordentliche Nettoertrag war bereits mit minus 11.445,12 Euro negativ, sodass die laufenden Erträge die Kosten nicht decken konnten. Den deutlich größeren Belastungsblock bildeten die realisierten Veräußerungsverluste: Aus Gewinnen von 586.985,86 Euro und Verlusten von 1.366.825,25 Euro ergab sich ein Veräußerungsergebnis von minus 779.839,39 Euro. Hinzu kamen nicht realisierte Verluste von netto 202.358,18 Euro. Aus Anlegersicht ist damit auffällig, dass das Minus nicht nur auf Kursbewegungen am Stichtag beruhte, sondern sowohl aus dem laufenden Handel als auch aus offenen Bewertungsverlusten entstand.

Der Bericht ordnet die Entwicklung dem Marktumfeld zu: Der DAX 40 legte im Berichtszeitraum nur um 4,54 % zu und bewegte sich über weite Strecken seitwärts. Genau diese Phase ist für ein trendfolgendes Modell ungünstig, weil häufige Richtungswechsel und Fehlsignale entstehen. Der Fonds verzeichnete 50 Signalwechsel, deutlich mehr als in den beiden Vorjahren mit 41 beziehungsweise 32. Das spricht für ein schwierigeres Handelsumfeld und erklärt, warum das Modell seine Stärken hier nicht ausspielen konnte.

Kosten

Die laufenden Kosten sind für einen Fonds dieser Größe hoch ausgefallen. Die Gesamtkostenquote beträgt 2,50 %; eine Performance Fee wurde nicht berechnet. Allein die Verwaltungsvergütung schlug mit 44.031,02 Euro zu Buche, hinzu kamen 2.336,22 Euro Verwahrstellenvergütung und 21.247,37 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten. Weitere sonstige Aufwendungen beliefen sich auf 1.117,62 Euro. Dazu kamen Transaktionskosten von 10.362,57 Euro.

Setzt man die Kosten ins Verhältnis zu den Erträgen, wird die Belastung deutlich: Die Summe der Erträge belief sich nur auf 57.513,21 Euro, während die Aufwendungen bereits 68.958,33 Euro erreichten. Der Fonds erwirtschaftete also operativ kein positives Ergebnis, sondern rutschte vor Kosten und Handelsverlusten ins Minus. Für Anleger bedeutet das: Die Erträge aus Dividenden, Zinsen und Zielfonds reichten nicht aus, um Verwaltung, Verwahrung, Prüfung und die marktbedingten Belastungen zu tragen. Positiv ist immerhin, dass keine Performance Fee anfiel und keine Soft-Commissions oder Kickback-Zahlungen genannt werden.

Portfolio und größte Positionen

Das Portfolio war zum Stichtag fast vollständig in deutschen Aktien investiert; Aktien machten 88,45 % des Fondsvermögens aus. Hinzu kamen Investmentanteile von 9,82 %, Derivate von 0,47 % und Bankguthaben von 2,25 %. Insgesamt war das Portfolio damit klar auf den deutschen Aktienmarkt fokussiert, ergänzt um eine kleine Liquiditätsreserve.

Zu den größten Einzelpositionen zählten Siemens AG mit 9,51 % des Fondsvermögens, Allianz SE mit 8,12 %, Siemens Energy AG mit 6,93 % und SAP SE mit 6,63 %. Außerdem war der eigene Zielfonds MB Fund – Flex Plus mit 9,82 % gewichtet. Aus Anlegersicht ist diese Mischung bemerkenswert: Neben den großen DAX-Werten enthält der Fonds auch ein eigenes Fondsinvestment, sodass ein Teil des Vermögens indirekt nochmals über einen Zielfonds gebunden ist. Die fünf größten Positionen vereinten einen beträchtlichen Teil des Vermögens auf sich, was das Klumpenrisiko in einzelnen Titeln erhöht.

Im Aktienbestand dominierten große, liquide deutsche Standardwerte wie Adidas, Deutsche Telekom, Infineon, Rheinmetall, RWE, Allianz, Siemens und SAP. Der Einsatz von DAX-Futures zeigt zudem, dass der Fonds seine Marktpositionierung nicht nur über Aktien, sondern auch über Derivate steuert. Der Derivate-Exposure betrug zum Stichtag 4,96 Mio. Euro und lag damit deutlich über dem Nettofondsvermögen; das ist typisch für ein hebelndes Trendfolgemodell, erhöht aber naturgemäß auch die Schwankungsbreite.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt vor allem Markt-, Derivate-, Liquiditäts-, Währungs-, Emittenten- und Kontrahentenrisiken. Für Anleger besonders wichtig ist der Hinweis auf die Hebelwirkung: Der Fonds kann long oder short im deutschen Aktienmarkt positioniert sein, und Verluste können durch Derivate theoretisch über den eingesetzten Betrag hinausgehen. Außerdem weist der Bericht darauf hin, dass der Fonds in Seitwärtsmärkten besonders anfällig für Fehlsignale ist. Genau das hat sich im Berichtsjahr gezeigt.

Auffällig ist auch, dass die Zahl der umlaufenden Anteile von 101.561,965 auf 105.985,357 gestiegen ist. Trotz dieser Zuflüsse fiel das Fondsvermögen deutlich, was die Stärke der negativen Wertentwicklung unterstreicht. Zudem veränderte sich die Verwahrstelle im Berichtsjahr: Seit dem 15. Juni 2026 ist ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch Verwahrstelle; zuvor war es die Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG. Auch die Verschmelzung der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG auf die ABN AMRO Bank N.V. wurde mit Wirkung zum 15. Juni 2026 abgeschlossen.

Ein weiterer Punkt: Die ausschüttungsfähigen Beträge waren null. Der Fonds schüttet im Berichtsjahr nicht aus; die Verwendungsrechnung weist eine Gesamtausschüttung von 0,00 Euro aus. Das passt zur Ertragslage, denn die realisierten Verluste wurden über das Sondervermögen ausgeglichen, statt an die Anleger verteilt zu werden.

Fazit für Anleger

Der Bericht zeigt einen Fonds, dessen Trendfolgeansatz in einem seitwärts laufenden DAX-Umfeld klar unter Druck geraten ist. Die Kombination aus negativem ordentlichem Ergebnis, hohen laufenden Kosten, deutlichen realisierten Handelsverlusten und weiteren Bewertungsverlusten hat den Anteilwert stark belastet. Positiv ist lediglich, dass der Fonds weiter Zuflüsse verzeichnete und die Berichterstattung keine Prüfungsbeanstandung ausweist: Der Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen vermittelt.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

FFPB Konservativ R: Kleine Plusperformance, aber deutliche Abflüsse und hohe laufende Kosten drücken die Bilanz

Next Post

Bethmann HAL Classic Quality Dynamic XT: Hohe Aktienquote, 18,7 Prozent Plus – aber das Ergebnis kam vor allem aus Kursgewinnen, nicht aus laufenden Erträgen