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ADAC wird 2027 deutlich teurer Bis zu 55 Euro mehr Beitrag für Mitglieder

ulleo (CC0), Pixabay

Für Millionen Autofahrer wird die Mitgliedschaft im ADAC im kommenden Jahr teurer. Rund 22,7 Millionen Mitglieder müssen sich 2027 auf höhere Jahresbeiträge einstellen. Je nach gewähltem Tarif kann die zusätzliche Belastung erheblich ausfallen. Einzelmitglieder sollen künftig zwischen 10 und 35 Euro mehr pro Jahr bezahlen. Besonders deutlich fällt die Erhöhung beim Premium Tarif für eine Person mit Partner und Kindern aus. Hier soll der Jahresbeitrag von bislang 239 Euro auf 294 Euro steigen. Das sind 55 Euro mehr pro Jahr und entspricht einer Erhöhung von rund 23 Prozent.

Für Mitglieder gibt es allerdings zunächst eine kleine Verschnaufpause. Ursprünglich sollten die neuen Beiträge bereits zum 1. Januar 2027 gelten. Dieser Termin kann nach den vorliegenden Informationen nicht eingehalten werden. Die höheren Beiträge sollen deshalb voraussichtlich erst im Laufe des ersten Halbjahres 2027 eingeführt werden.

Beschlossen wurde die Beitragsanpassung bereits im Mai. Zuvor waren die Mitgliedsbeiträge mehr als sechs Jahre lang unverändert geblieben. Als Begründung für die höheren Preise werden gestiegene Kosten genannt, unter anderem für die Pannenhilfe und für Leistungen im Bereich der Lebensrettung.

Dass die neuen Beiträge nicht wie ursprünglich geplant zum Jahreswechsel eingeführt werden, hat nach den vorliegenden Angaben mit noch nicht abgeschlossenen notwendigen Prozessen zu tun. Insbesondere fehlt demnach weiterhin eine erforderliche Zustimmung des Bundeszentralamts für Steuern. Diese sollte ursprünglich bereits zur Hauptversammlung im Mai vorliegen. Da sich das Verfahren verzögert, kann auch die Beitragsanpassung nicht zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt umgesetzt werden.

Für Mitglieder bedeutet das zunächst, dass sie zum Jahresbeginn 2027 noch nicht automatisch mit den höheren Beiträgen belastet werden sollen. Wann genau die neuen Preise in Kraft treten, steht bislang allerdings nicht fest. Erwartet wird eine Umsetzung im Laufe des ersten Halbjahres 2027.

Dabei soll es keine überraschende Beitragserhöhung von einem Tag auf den anderen geben. Mitglieder sollen nach den vorliegenden Informationen drei Monate vor der tatsächlichen Umsetzung über die neuen Beiträge informiert werden. Verbraucher sollten entsprechende Schreiben deshalb nicht vorschnell als gewöhnliche Werbung behandeln, sondern genau prüfen, welcher neue Jahresbeitrag für ihre persönliche Mitgliedschaft vorgesehen ist.

Besonders interessant ist die Entwicklung für Familien im Premium Tarif. Die Erhöhung von 239 auf 294 Euro bedeutet eine Mehrbelastung von 55 Euro jährlich. Auf den Monat heruntergerechnet entspricht dies zwar lediglich rund 4,58 Euro zusätzlich. Prozentual betrachtet steigt der Jahresbeitrag jedoch um rund 23 Prozent. Gerade bei langjährigen Mitgliedschaften können solche prozentual deutlichen Preissprünge Anlass sein, den eigenen Tarif und den tatsächlichen Bedarf einmal genauer zu überprüfen.

Auch Einzelmitglieder sollten sich ihren bestehenden Tarif ansehen. Je nach Mitgliedschaft sollen die Jahreskosten um 10 bis 35 Euro steigen. Wie stark die persönliche Belastung tatsächlich ausfällt, hängt deshalb von der jeweiligen Mitgliedschaft ab. Entscheidend ist nicht allein die allgemeine Ankündigung einer Beitragserhöhung, sondern der konkrete neue Preis des eigenen Tarifs.

Verbraucher sollten dabei nicht nur auf den Preis schauen. Eine Mitgliedschaft bei einem Automobilclub wird häufig über viele Jahre fortgeführt, ohne dass regelmäßig überprüft wird, welche Leistungen tatsächlich enthalten sind und welche davon persönlich benötigt werden. Eine Beitragserhöhung kann deshalb ein sinnvoller Anlass sein, den bestehenden Leistungsumfang mit den eigenen Bedürfnissen abzugleichen.

Wer beispielsweise bereits über einen Schutzbrief seiner Kfz Versicherung bestimmte Pannen und Abschleppleistungen abgesichert hat, kann prüfen, welche Überschneidungen mit der Automobilclub Mitgliedschaft bestehen. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine ADAC Mitgliedschaft überflüssig ist. Die Leistungen können sich deutlich unterscheiden. Entscheidend ist vielmehr, nicht nur die Preise, sondern auch Leistungsumfang, Einschränkungen und mögliche Deckungsgrenzen miteinander zu vergleichen.

Auf der anderen Seite sollen Mitglieder 2027 auch zusätzliche Leistungen erhalten. Diese sollen trotz der Verzögerung bei der Beitragserhöhung bereits ab Januar eingeführt werden. Vorgesehen ist unter anderem eine rund um die Uhr erreichbare Rechtsberatung bei Verkehrsunfällen. Damit entsteht eine ungewöhnliche Übergangssituation: Neue Leistungen sollen bereits zum Jahresbeginn verfügbar sein, während die dafür beziehungsweise für die insgesamt gestiegenen Kosten beschlossene Beitragsanpassung erst später folgen soll.

Für Verbraucher ist deshalb vor allem der Zeitpunkt der individuellen Mitteilung wichtig. Wer ein Schreiben zur Beitragsanpassung erhält, sollte zunächst kontrollieren, welcher Tarif betroffen ist, wie hoch der bisherige Jahresbeitrag war und welcher Betrag künftig verlangt werden soll. Erst aus dieser Gegenüberstellung wird sichtbar, wie hoch die persönliche Preissteigerung tatsächlich ausfällt.

Auch die zusätzlichen Leistungen sollten in die Bewertung einbezogen werden. Ein höherer Preis ist nicht automatisch nachteilig, wenn gleichzeitig Leistungen hinzukommen, die ein Mitglied tatsächlich benötigt. Umgekehrt rechtfertigt ein größeres Leistungspaket aus Verbrauchersicht nicht automatisch jeden Aufpreis, wenn die zusätzlichen Leistungen für das betreffende Mitglied kaum eine Rolle spielen.

Bei rund 22,7 Millionen Mitgliedern hat die Beitragsanpassung eine enorme Reichweite. Schon vergleichsweise geringe Erhöhungen pro Mitglied können in der Summe erhebliche zusätzliche Beitragseinnahmen bedeuten. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass die Beiträge nach den vorliegenden Angaben seit mehr als sechs Jahren nicht erhöht worden waren und der Club auf gestiegene Kosten insbesondere bei Pannenhilfe und Lebensrettung verweist.

Unter dem Strich steht damit bereits fest, dass die ADAC Mitgliedschaft 2027 teurer werden soll. Noch offen ist dagegen der genaue Starttermin. Die ursprünglich für den 1. Januar vorgesehene Erhöhung wurde verschoben und soll voraussichtlich im ersten Halbjahr umgesetzt werden. Mitglieder sollen drei Monate vorher informiert werden.

Für Verbraucher bedeutet das: Die kommende Mitteilung zur Beitragserhöhung sollte nicht einfach abgeheftet werden. Gerade bei einem Aufschlag von bis zu 55 Euro im Jahr lohnt sich ein genauer Blick darauf, was die eigene Mitgliedschaft künftig kostet und welche Leistungen dafür tatsächlich angeboten werden. Wer ohnehin mehrere Schutz und Mobilitätsleistungen parallel bezahlt, kann die Preiserhöhung außerdem zum Anlass nehmen, mögliche Doppelabsicherungen zu überprüfen. Bei einer langjährigen Mitgliedschaft sollte letztlich nicht Gewohnheit entscheiden, sondern das Verhältnis zwischen Preis, Leistung und persönlichem Bedarf.

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