Entscheidend ist, was nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Ein Fahrzeug kann über die Jahre deutlich an Wert gewinnen und dennoch kaum rentabel sein. Genau darauf weist das in der Zusammenfassung genannte Beispiel eines VW Käfers hin.
Käfer: Wertzuwachs allein reicht nicht
Der betrachtete Käfer legte dem Bericht zufolge um 35 Prozent an Wert zu. Das klingt zunächst nach einer attraktiven Entwicklung. Nach Berücksichtigung der Kosten fiel die Bilanz jedoch deutlich schwächer aus: Als Geldanlage war das Fahrzeug laut der Zusammenfassung kaum rentabel.
Über welchen Zeitraum der Wertzuwachs entstand und welche Ausgaben konkret berücksichtigt wurden, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Deshalb lässt sich daraus keine jährliche Rendite berechnen. Ebenso wenig kann das Ergebnis pauschal auf sämtliche Käfer übertragen werden.
Das Beispiel verdeutlicht aber einen wichtigen Unterschied: Die Entwicklung des Fahrzeugpreises und der tatsächliche Ertrag einer Anlage sind zwei verschiedene Größen.
Sportwagen der 1990er-Jahre rücken in den Fokus
Als besonders interessante Klassiker-Kandidaten nennt der Beitrag Sportwagen aus den 1990er-Jahren, darunter den Audi TT. Solche Fahrzeuge könnten künftig stärker als Sammlerautos wahrgenommen werden.
Die Bezeichnung als Klassiker-Kandidat ist allerdings noch kein Nachweis für eine profitable Geldanlage. Konkrete Kaufpreise, Wertentwicklungen oder Modellvarianten nennt die bereitgestellte Zusammenfassung nicht. Eine belastbare Renditeprognose lässt sich daraus daher nicht ableiten.
Ferrari F50: Millionenpreis als Ausnahme
Am anderen Ende des Marktes steht ein Ferrari F50, der dem Bericht zufolge zuletzt für 12,5 Millionen Euro versteigert wurde. Der Betrag zeigt, welche Summen einzelne Sammlerfahrzeuge erzielen können.
Für die Bewertung eines gewöhnlichen Oldtimers ist ein solcher Verkauf allerdings nur begrenzt aussagekräftig. Ohne Angaben zum konkreten Fahrzeug, zur Auktion und zu früheren Erwerbskosten lässt sich auch aus diesem Preis keine erzielte Rendite bestimmen.
Vor allem ist ein spektakulärer Einzelverkauf kein Beleg dafür, dass der gesamte Markt für klassische Automobile ähnlich zulegt.
Liebhaberei und Investment sorgfältig unterscheiden
Der „Markt“-Check beschreibt einen Markt mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen: Während einzelne Sammlerfahrzeuge Millionenpreise erreichen, kann bei einem verbreiteten Klassiker trotz Wertsteigerung nur wenig finanzieller Ertrag verbleiben.
Wer ein Auto als Geldanlage betrachtet, muss deshalb die gesamte Rechnung im Blick behalten. Der spätere Verkaufspreis allein beantwortet die Frage nach der Rentabilität nicht.
Für Liebhaber können Fahrspaß, Gestaltung und Erinnerungen den Reiz eines Klassikers ausmachen. Diese persönlichen Werte lassen sich jedoch nicht mit einer finanziellen Rendite gleichsetzen. Ein schönes Auto kann eine lohnende Leidenschaft sein – eine profitable Geldanlage ist es damit noch nicht.