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Windpark Mulsum: Eigenkapital sinkt auf 516.000 Euro – Bankschulden werden weiter abgebaut

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die E 115 Windpark Mulsum GmbH & Co. KG hat ihre Bankverschuldung im Geschäftsjahr 2025 weiter reduziert. Gleichzeitig ist allerdings auch das Eigenkapital der Windparkgesellschaft deutlich zurückgegangen. Es sank von 615.977,52 Euro auf 516.558,46 Euro. Das entspricht einem Rückgang um 99.419,06 Euro beziehungsweise rund 16,1 Prozent.

Auf der anderen Seite reduzierten sich die gesamten Verbindlichkeiten von 3,11 Millionen auf 2,91 Millionen Euro. Besonders die langfristigen Bankkredite wurden zurückgeführt.

Für die fünf beteiligten Kommanditisten ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Der Windpark entschuldet sich weiter und verfügt über etwas mehr Bankguthaben als im Vorjahr. Gleichzeitig schrumpft der bilanzielle Eigenkapitalpuffer und die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind gestiegen.

Eigenkapital verliert fast 100.000 Euro

Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft Eigenkapital von 516.558,46 Euro aus.

Ein Jahr zuvor waren es noch 615.977,52 Euro.

Damit gingen innerhalb eines Jahres 99.419,06 Euro beziehungsweise rund 16,1 Prozent des bilanziellen Eigenkapitals verloren.

Das ist aus Sicht der Kommanditisten eine der auffälligsten Entwicklungen des Abschlusses.

Die Gesellschaft verfügt laut Anhang über fünf Kommanditisten. Das eingetragene Kommanditkapital beziehungsweise die Haftsumme beträgt insgesamt 500.000 Euro. Nach Angaben des Unternehmens haben sämtliche Kommanditisten ihre Einzahlungsverpflichtungen erfüllt.

Der Abschluss weist für 2025 einen Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust von null Euro aus. Daraus darf allerdings nicht geschlossen werden, dass die Gesellschaft im Geschäftsjahr weder Gewinn noch Verlust erzielt hat.

Die konkrete Gewinn- und Verlustrechnung ist in den hier vorliegenden Unterlagen nicht enthalten. Auch die Angaben zur Ergebnisverwendung werden nicht betragsmäßig dargestellt.

Deshalb lässt sich aus dem vorliegenden Material allein nicht belastbar bestimmen, welches Jahresergebnis 2025 erwirtschaftet und wie dieses den Kapitalkonten zugerechnet wurde.

Eigenkapitalquote bleibt zweistellig

Die Bilanzsumme beträgt Ende 2025 rund 3,49 Millionen Euro.

Daraus ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 14,8 Prozent.

Ende 2024 lag sie bei einer Bilanzsumme von 3,90 Millionen Euro und einem Eigenkapital von 615.977,52 Euro noch bei rund 15,8 Prozent.

Damit ist nicht nur der absolute Eigenkapitalbetrag gesunken, sondern auch die Eigenkapitalquote hat sich um etwa einen Prozentpunkt verschlechtert.

Von einer vollständig aufgezehrten Eigenkapitalbasis kann jedoch keine Rede sein. Anders als bei Windparkgesellschaften mit negativen Kapitalkonten verfügt die E 115 Windpark Mulsum GmbH & Co. KG weiterhin über positives bilanzielles Eigenkapital.

Bankverschuldung sinkt deutlich

Auf der Fremdkapitalseite gibt es dagegen eine positive Entwicklung.

Die Bankverbindlichkeiten setzen sich zum Jahresende aus 149.000 Euro kurzfristigen und 2.492.332 Euro langfristigen Bankkrediten zusammen.

Damit ergeben sich insgesamt rund 2,64 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Im Vorjahr waren es noch rund 2,96 Millionen Euro.

Rechnerisch wurden die Bankverbindlichkeiten damit um 321.176 Euro beziehungsweise rund 10,8 Prozent reduziert.

Bemerkenswert ist dabei die Struktur: Der innerhalb eines Jahres fällige Betrag von 149.000 Euro ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben.

Dagegen gingen die längerfristigen Bankverbindlichkeiten von 2.813.508 Euro auf 2.492.332 Euro zurück.

Das ist mit einem planmäßigen Tilgungsverlauf vereinbar. Da der Anhang den Rückgang allerdings nicht ausdrücklich als planmäßige Tilgung bezeichnet, sollte die genaue Ursache nicht über die veröffentlichten Angaben hinaus unterstellt werden.

Gesamtschulden sinken um gut 208.000 Euro

Auch die gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten sind zurückgegangen.

Ende 2024 standen noch 3.113.441,94 Euro in der Bilanz. Ende 2025 waren es 2.905.255,35 Euro.

Damit verringerte sich die Position um 208.186,59 Euro beziehungsweise rund 6,7 Prozent.

Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung.

Allerdings fällt der Rückgang der gesamten Verbindlichkeiten deutlich kleiner aus als die Reduzierung der Bankkredite. Der Grund dafür findet sich vor allem bei den kurzfristigen Verpflichtungen.

Lieferantenverbindlichkeiten steigen um mehr als 77 Prozent

Besonders auffällig sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Sie stiegen von 140.535,65 Euro auf 249.132,33 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 108.596,68 Euro beziehungsweise rund 77,3 Prozent.

Die Steuerverbindlichkeiten erhöhten sich ebenfalls, allerdings in wesentlich geringerem Umfang: von 10.398,29 Euro auf 14.791,02 Euro.

Insgesamt sind dadurch die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten von 299.933,94 Euro auf 412.923,35 Euro gestiegen.

Das entspricht einem Anstieg von rund 37,7 Prozent.

Aus Anlegersicht wäre deshalb interessant zu erfahren, warum sich insbesondere die Lieferantenverbindlichkeiten so stark erhöht haben und ob es sich lediglich um stichtagsbedingte Verschiebungen handelt.

Trotzdem sind kurzfristige Verbindlichkeiten durch Umlaufvermögen deutlich überdeckt

Der Anstieg der kurzfristigen Verpflichtungen sollte allerdings nicht isoliert betrachtet werden.

Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über ein Umlaufvermögen von 776.152,33 Euro.

Davon entfallen 421.117,28 Euro auf Bankguthaben und 355.035,05 Euro auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände.

Dem stehen 412.923,35 Euro Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr gegenüber.

Das Umlaufvermögen liegt damit zum Stichtag deutlich über den kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Allein anhand dieser Zahlen lässt sich deshalb kein akutes Liquiditätsproblem erkennen.

Für eine vollständige Liquiditätsanalyse wären jedoch die tatsächlichen Zahlungsströme erforderlich. Interessanterweise verweist der Anhang ausdrücklich auf eine Kapitalflussrechnung für 2025. Diese ist in den hier vorliegenden Unterlagen allerdings nicht enthalten.

Bankguthaben steigt leicht

Auch beim Bankguthaben zeigt sich keine Verschlechterung.

Die liquiden Mittel stiegen von 409.954,58 Euro auf 421.117,28 Euro.

Das entspricht einem Plus von 11.162,70 Euro beziehungsweise rund 2,7 Prozent.

Gleichzeitig gingen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände deutlich zurück.

Sie reduzierten sich von 455.979,05 Euro auf 355.035,05 Euro – ein Minus von rund 100.944 Euro beziehungsweise 22,1 Prozent.

Insgesamt sank das Umlaufvermögen dadurch von rund 865.934 Euro auf 776.152 Euro.

Windenergieanlage steht noch mit 2,69 Millionen Euro in der Bilanz

Das Sachanlagevermögen – im Wesentlichen die Windenergieanlage – reduzierte sich von 3.007.447 Euro auf 2.688.072 Euro.

Der Rückgang beträgt 319.375 Euro beziehungsweise rund 10,6 Prozent.

Der Anhang erklärt, dass das Sachanlagevermögen planmäßig linear abgeschrieben wird.

Damit ist ein sinkender Buchwert grundsätzlich zu erwarten. Welche Abschreibungen 2025 exakt vorgenommen wurden und ob es Zu- oder Abgänge gab, lässt sich aus den hier wiedergegebenen Angaben jedoch nicht abschließend bestimmen.

Der Anhang verweist hierfür auf einen Anlagenspiegel, der im vorliegenden Material nicht enthalten ist.

Bilanzsumme schrumpft um mehr als zehn Prozent

Insgesamt ist die Bilanz deutlich kleiner geworden.

Die Bilanzsumme sank von 3.900.275,29 Euro auf 3.493.291,67 Euro.

Das entspricht einer Verringerung um 406.983,62 Euro beziehungsweise rund 10,4 Prozent.

Ein wesentlicher Grund dafür ist der niedrigere Buchwert des Anlagevermögens. Gleichzeitig ging auch das Umlaufvermögen zurück.

Auf der Passivseite spiegelt sich die Entwicklung vor allem in niedrigeren langfristigen Verbindlichkeiten und dem geringeren Eigenkapital wider.

Rückstellungen halbieren sich nahezu

Deutlich zurückgegangen sind außerdem die Rückstellungen.

Sie reduzierten sich von 170.855,83 Euro auf 71.477,86 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 99.377,97 Euro beziehungsweise rund 58,2 Prozent.

Der Anhang nennt Steuerrückstellungen sowie sonstige Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten, schlüsselt die Veränderung zwischen 2024 und 2025 aber nicht detailliert auf.

Auch hier wäre für Anleger interessant, welche konkrete Rückstellung im Geschäftsjahr aufgelöst oder verbraucht wurde.

Keine Schulden gegenüber den Gesellschaftern

Ein weiterer Punkt fällt im Vergleich zu zahlreichen projektfinanzierten Windparkgesellschaften auf.

Die E 115 Windpark Mulsum GmbH & Co. KG weist zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten gegenüber ihren Gesellschaftern aus.

Der Betrag liegt sowohl 2025 als auch 2024 bei null Euro.

Damit besteht die Finanzierung auf der Fremdkapitalseite im Wesentlichen aus Bankdarlehen sowie den gewöhnlichen kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Grundstück für 25 Jahre gepachtet

Die Gesellschaft betreibt nach eigenen Angaben eine Windkraftanlage in Mulsum.

Das Grundstück gehört ihr nicht selbst, sondern wurde von der Windpark GmbH & Co. Mulsum KG gepachtet.

Die Pachtdauer beträgt 25 Jahre ab Inbetriebnahme beziehungsweise Beginn der Stromeinspeisung.

Für die langfristige wirtschaftliche Betrachtung ist diese Vertragslaufzeit relevant, weil die Nutzung des Standortes eine wesentliche Voraussetzung für den Betrieb der Anlage darstellt.

Welche jährlichen Pachtzahlungen anfallen und welche Verpflichtungen über die gesamte Restlaufzeit bestehen, geht aus den hier veröffentlichten Angaben allerdings nicht hervor.

Fünf Kommanditisten tragen das Projekt

An der Gesellschaft sind insgesamt fünf Kommanditisten beteiligt.

Das Kommanditkapital beträgt 500.000 Euro. Die Haftsumme ist ebenfalls mit insgesamt 500.000 Euro im Handelsregister eingetragen.

Nach Angaben im Jahresabschluss sind sämtliche Kommanditisten ihren Einzahlungsverpflichtungen nachgekommen.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Horst Mangels GmbH aus Bremen. Diese hält selbst keine Vermögenseinlage an der Windparkgesellschaft.

Die Geschäftsführung erfolgt über die Komplementärin durch Horst Mangels.

Interessanter Punkt: Befreiung von § 181 BGB

Der Anhang enthält zudem eine gesellschaftsrechtlich relevante Angabe.

Die Komplementärin und ihr Geschäftsführer sind für Rechtsgeschäfte zwischen ihnen und der Gesellschaft beziehungsweise den Kommanditisten von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Eine solche Befreiung ist gesellschaftsrechtlich nicht ungewöhnlich und stellt für sich genommen keinen Hinweis auf problematische Geschäfte dar.

Für Anleger bedeutet sie jedoch, dass sogenannte Insichgeschäfte beziehungsweise bestimmte Geschäfte mit mehreren vertretenen Parteien gesellschaftsrechtlich ermöglicht werden können.

Gerade deshalb sind bei Geschäften mit nahestehenden Personen oder Unternehmen transparente Vertragsbedingungen grundsätzlich von Bedeutung. Aus dem vorliegenden Jahresabschluss ergeben sich jedoch keine Hinweise darauf, dass es 2025 insoweit zu problematischen Transaktionen gekommen wäre.

Die entscheidende Information fehlt: Wie profitabel war der Windpark 2025?

Die größte Schwäche der vorliegenden Veröffentlichung aus Anlegersicht ist nicht eine einzelne Bilanzposition, sondern eine Informationslücke.

Die eigentliche Gewinn- und Verlustrechnung ist in den übermittelten Unterlagen nicht enthalten.

Damit fehlen zentrale Kennzahlen:

Wie hoch waren die Stromerlöse 2025? Wie viel Strom wurde produziert? Wie hoch waren Abschreibungen, Pacht, Wartungskosten und Zinsaufwendungen? Und vor allem: Welchen Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag hat die Gesellschaft erzielt?

Auch die im Anhang ausdrücklich erwähnte Kapitalflussrechnung liegt in den hier wiedergegebenen Unterlagen nicht vor.

Das ist für eine wirtschaftliche Bewertung entscheidend. Bei einem Windpark ist nicht allein die Bilanzhöhe relevant, sondern insbesondere die Frage, wie viel laufender Cashflow aus der Stromproduktion erwirtschaftet wird und welcher Betrag nach Betriebskosten, Zinsen und Tilgung verbleibt.

Was aus Anlegersicht positiv auffällt

Mehrere Kennzahlen sprechen für eine fortschreitende Entschuldung.

Die Bankkredite wurden rechnerisch um rund 321.000 Euro reduziert. Die gesamten Verbindlichkeiten gingen um gut 208.000 Euro zurück. Gleichzeitig stieg das Bankguthaben leicht auf rund 421.000 Euro.

Hinzu kommt, dass das Umlaufvermögen zum Bilanzstichtag die kurzfristigen Verbindlichkeiten deutlich übersteigt.

Auch bestehen keine Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern.

Das sind Punkte, die bei einer kritischen Betrachtung nicht unterschlagen werden sollten.

Was die Kommanditisten im Blick behalten sollten

Dem stehen jedoch einige Entwicklungen gegenüber, die Nachfragen rechtfertigen.

Das Eigenkapital ist innerhalb eines Jahres um 16,1 Prozent auf rund 516.600 Euro gesunken. Die Eigenkapitalquote verringerte sich rechnerisch von etwa 15,8 auf 14,8 Prozent.

Gleichzeitig stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten um knapp 38 Prozent. Besonders auffällig ist der Sprung der Lieferantenverbindlichkeiten um mehr als 77 Prozent.

Außerdem bleibt ohne die GuV offen, wie sich der Windpark operativ entwickelt hat und wodurch der Rückgang der Kapitalkonten verursacht wurde.

Schuldenabbau positiv – Eigenkapitalentwicklung verlangt Erklärung

Unter dem Strich zeigt der Jahresabschluss der E 115 Windpark Mulsum GmbH & Co. KG deshalb kein einseitiges Bild.

Der Windpark baut seine Bankfinanzierung sichtbar ab und verfügt zum Jahresende über etwas mehr Bankguthaben als zwölf Monate zuvor. Die kurzfristigen Verpflichtungen werden am Bilanzstichtag durch das vorhandene Umlaufvermögen deutlich übertroffen.

Gleichzeitig ist das Eigenkapital um fast 100.000 Euro gesunken und der kurzfristige Verpflichtungsblock deutlich gewachsen.

Für die fünf Kommanditisten dürfte deshalb vor allem die Entwicklung der operativen Ertragskraft entscheidend sein: Wie viel Strom hat die Anlage 2025 produziert, welchen Umsatz und Cashflow hat sie damit erzielt und weshalb ist das Eigenkapital trotz des fortgesetzten Schuldenabbaus gesunken?

Diese Fragen lassen sich aus der vorliegenden Bilanz und dem Anhang nicht abschließend beantworten.

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