Die KNE Windpark Nr. 8 GmbH & Co. KG bleibt auch 2025 profitabel, muss allerdings einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Nach der Bilanz erwirtschaftete die Windparkgesellschaft einen Jahresüberschuss von 152.240,24 Euro. Im Vorjahr waren es noch 209.539,49 Euro.
Damit ging der Gewinn rechnerisch um 57.299,25 Euro beziehungsweise rund 27,3 Prozent zurück.
Gleichzeitig zeigt die Bilanz eine deutliche Entschuldung. Die Bankverbindlichkeiten sanken innerhalb eines Jahres von rund 2,63 Millionen auf 2,22 Millionen Euro. Auch die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern wurden um mehr als 200.000 Euro reduziert.
Unter dem Strich steht damit ein Windpark, dessen Gewinn zwar deutlich niedriger ausfällt als im Vorjahr, dessen Eigenkapital aber wächst und dessen Fremdfinanzierung gleichzeitig zurückgeführt wird.
Gewinn fällt von 209.500 auf rund 152.000 Euro
Der Jahresüberschuss wird in der Bilanz mit 152.240,24 Euro ausgewiesen.
2024 hatte die Gesellschaft noch 209.539,49 Euro verdient.
Der Gewinn ging damit um rund 27,3 Prozent zurück.
Warum das Ergebnis deutlich schwächer ausfiel, lässt sich anhand der hier veröffentlichten Bilanz und des Anhangs nicht vollständig erklären. Zwar enthält der Anhang einzelne Angaben zu Umsätzen, Abschreibungen und betrieblichen Erträgen, die vollständige Gewinn- und Verlustrechnung wurde im vorliegenden Material jedoch nicht mitgeliefert.
Insbesondere fehlen damit die gesamten Umsatzerlöse 2025 und 2024 sowie ein vollständiger Vergleich der Aufwendungen.
Eine eindeutige Ursache für den Gewinnrückgang sollte deshalb aus den vorliegenden Zahlen nicht konstruiert werden.
Achtung: Zwei unterschiedliche Gewinnzahlen im Abschluss
Bemerkenswert ist eine kleine, aber eindeutige Unstimmigkeit innerhalb der Veröffentlichung.
In der Bilanz wird der Jahresüberschuss mit
152.240,24 Euro
angegeben.
Im Abschnitt „Ergebnisverwendung“ heißt es dagegen, das Geschäftsjahr schließe mit einem Jahresüberschuss von
152.204,24 Euro
ab.
Die Differenz beträgt 36 Euro.
Für die wirtschaftliche Beurteilung ist das zwar praktisch unbedeutend. Redaktionell sollte die Abweichung dennoch kenntlich gemacht werden.
Da die Eigenkapitalsumme von 568.003,73 Euro mathematisch exakt zum in der Bilanz ausgewiesenen Jahresüberschuss von 152.240,24 Euro passt, spricht vieles dafür, dass die Angabe von 152.204,24 Euro im Abschnitt zur Ergebnisverwendung ein Schreibfehler sein könnte. Sicher feststellen lässt sich dies anhand der Veröffentlichung allein jedoch nicht.
Eigenkapital steigt kräftig
Trotz des niedrigeren Gewinns hat sich die Eigenkapitalposition verbessert.
Das Eigenkapital erhöhte sich von 415.763,49 Euro auf 568.003,73 Euro.
Das entspricht einem Plus von 152.240,24 Euro beziehungsweise rund 36,6 Prozent.
Der Anstieg entspricht exakt dem in der Bilanz ausgewiesenen Jahresüberschuss.
Das spricht dafür, dass der Gewinn im Unternehmen verblieben ist.
Der Abschluss weist entsprechend einen Gewinnvortrag von 405.763,49 Euro aus. Die Geschäftsführung schlägt vor, auch den Gewinn des Geschäftsjahres 2025 auf neue Rechnung vorzutragen.
Eigenkapitalquote steigt auf knapp 15 Prozent
Gleichzeitig schrumpfte die Bilanzsumme von 4,38 Millionen auf 3,86 Millionen Euro.
Dadurch verbessert sich die rechnerische Eigenkapitalquote besonders deutlich.
Ende 2024 lag sie bei rund 9,5 Prozent.
Ende 2025 beträgt sie rechnerisch etwa 14,7 Prozent.
Das ist eine Verbesserung um gut fünf Prozentpunkte innerhalb eines Jahres.
Für die finanzielle Stabilität ist das grundsätzlich eine positive Entwicklung: Ein größerer Teil des bilanzierten Vermögens wird durch Eigenkapital finanziert.
Bankkredite sinken um mehr als 400.000 Euro
Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf die Finanzierung.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen von 2.625.949 Euro auf 2.223.314,60 Euro zurück.
Das entspricht einer Verringerung um 402.634,40 Euro beziehungsweise rund 15,3 Prozent.
Der Rückgang passt zur im Anhang ausgewiesenen Fälligkeitsstruktur.
Innerhalb eines Jahres werden Bankverbindlichkeiten von rund 402.600 Euro fällig. Dieser Betrag war bereits im Vorjahr nahezu identisch ausgewiesen.
Das spricht für einen planmäßigen Tilgungsverlauf. Ausdrücklich als planmäßige Tilgung bezeichnet der Abschluss die Veränderung allerdings nicht.
Langfristige Bankschulden gehen besonders stark zurück
Auch die Struktur der Bankfinanzierung verbessert sich sichtbar.
Ende 2025 verteilen sich die rund 2,22 Millionen Euro Bankschulden auf:
402.600 Euro mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr,
1,50 Millionen Euro mit einer Laufzeit zwischen einem und fünf Jahren und
320.100 Euro mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren.
Ein Jahr zuvor bestanden noch rund 612.800 Euro Bankverbindlichkeiten mit mehr als fünf Jahren Restlaufzeit.
Damit ist ein erheblicher Teil der ursprünglichen Projektfinanzierung bereits zurückgeführt.
Auch Gesellschafterforderungen sinken deutlich
Neben den Bankkrediten bestehen erhebliche Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.
Diese reduzierten sich von 1.093.969,40 Euro auf 888.169,40 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um 205.800 Euro beziehungsweise rund 18,8 Prozent.
Anders als die Bankfinanzierung sind diese Gesellschafterverbindlichkeiten vollständig kurzfristig ausgewiesen.
Damit ergibt sich zum Bilanzstichtag eine Besonderheit: Von insgesamt rund 3,11 Millionen Euro Verbindlichkeiten haben 1,29 Millionen Euro eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
Davon entfallen allein rund 888.200 Euro auf Gesellschafter.
Für die Liquiditätsbetrachtung ist deshalb wichtig, wie diese Gesellschafterforderungen tatsächlich gehandhabt werden und ob sie regelmäßig zurückgeführt, verlängert oder anderweitig finanziert werden.
Gesamtschulden sinken um mehr als 600.000 Euro
Insgesamt hat die Gesellschaft ihre bilanziellen Verbindlichkeiten erheblich reduziert.
Ende 2024 bestanden Verbindlichkeiten von 3.728.804,67 Euro.
Ende 2025 waren es noch 3.114.484 Euro.
Das bedeutet einen Rückgang um 614.320,67 Euro beziehungsweise rund 16,5 Prozent.
Dabei wurden sowohl Bank- als auch Gesellschafterverbindlichkeiten reduziert.
Diese Entwicklung ist für die Beurteilung des Windparks mindestens ebenso relevant wie der Gewinnrückgang.
Mehr als 1,15 Millionen Euro auf Bankkonten
Auch die Liquiditätsposition bleibt erheblich.
Zum Jahresende verfügte die Gesellschaft über 1.150.670,10 Euro Guthaben bei Kreditinstituten.
Ein Jahr zuvor waren es 1.227.566,02 Euro.
Damit ging der Kassenbestand zwar um rund 76.900 Euro beziehungsweise 6,3 Prozent zurück. Mit mehr als 1,15 Millionen Euro verfügt die Gesellschaft aber weiterhin über einen erheblichen bilanziellen Liquiditätsbestand.
Hinzu kommen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von insgesamt 212.657,62 Euro.
Das gesamte Umlaufvermögen beträgt damit 1.363.327,72 Euro.
Kurzfristige Verbindlichkeiten fast vollständig durch Umlaufvermögen gedeckt
Interessant ist der Vergleich mit den kurzfristigen Verpflichtungen.
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr belaufen sich auf rund 1,294 Millionen Euro.
Dem steht ein Umlaufvermögen von rund 1,363 Millionen Euro gegenüber.
Rein bilanziell übersteigt das Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten damit um rund 69.500 Euro.
Zusätzlich bestehen allerdings Rückstellungen von rund 182.200 Euro.
Aus dieser Stichtagsbetrachtung lässt sich weder eine Liquiditätsgarantie noch ein Liquiditätsproblem ableiten. Entscheidend wären dafür Zahlungszeitpunkte und laufende Cashflows aus dem Stromverkauf.
Windenergieanlagen werden stark abgeschrieben
Das Sachanlagevermögen sank von rund 2,92 Millionen auf 2,46 Millionen Euro.
Dahinter stehen vor allem hohe planmäßige Abschreibungen.
Allein auf die technischen Anlagen und Maschinen wurden 2025 460.722,88 Euro abgeschrieben.
Zusammen mit der Betriebs- und Geschäftsausstattung beliefen sich die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen auf 461.519,33 Euro.
Die Windenergieanlagen werden nach Angaben der Gesellschaft linear über 16 Jahre abgeschrieben.
Der sinkende Buchwert ist deshalb zunächst eine erwartbare Folge dieser Bilanzierung und bedeutet nicht automatisch einen entsprechenden wirtschaftlichen Wertverlust der Windkraftanlagen.
Anlagen kosteten ursprünglich mehr als sieben Millionen Euro
Interessant ist der Blick auf die historischen Anschaffungskosten.
Zum Jahresende stehen Sachanlagen mit ursprünglichen Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten von insgesamt 7.332.512,86 Euro in den Büchern.
Davon wurden inzwischen rund 4,87 Millionen Euro abgeschrieben.
Der verbleibende Buchwert beträgt rund 2,46 Millionen Euro.
Damit ist bereits ein erheblicher Teil der bilanziellen Nutzungsdauer der Anlagen verstrichen.
Öffentlich auffindbare Daten ordnen Anlagen der KNE Windpark Nr. 8 GmbH & Co. KG dem Windpark Benndorf in Sachsen-Anhalt zu und nennen Inbetriebnahmen im Mai 2015.
Das passt grundsätzlich zum fortgeschrittenen Abschreibungsstand der Anlagen.
Mehr als eine Million Euro weitere finanzielle Verpflichtungen
Neben den bilanzierten Schulden bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen.
Die Gesellschaft beziffert diese zum Jahresende auf insgesamt 1,0103 Millionen Euro.
Davon entfallen:
625.000 Euro auf Nutzungs- und Gestattungsverträge,
315.300 Euro auf Wartungsverträge,
46.800 Euro auf die technische Betriebsführung und
23.200 Euro auf die kaufmännische Betriebsführung.
Diese Verpflichtungen dürfen nicht einfach zu den 3,11 Millionen Euro bilanzierten Verbindlichkeiten addiert und als „Gesamtschulden“ bezeichnet werden.
Sie betreffen vielmehr zukünftige vertragliche Zahlungsverpflichtungen.
Für die langfristige Wirtschaftlichkeit des Windparks sind sie dennoch relevant.
Kredite umfassend besichert
Die Banken haben sich für die Finanzierung umfangreiche Sicherheiten einräumen lassen.
Genannt werden unter anderem die Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen und des Netzanschlusses.
Außerdem wurden Rechte und Ansprüche aus Versicherungen, Direktvermarktung, EEG-Einspeisung, Wartungs- und Betriebsführungsverträgen, Anlagenlieferverträgen und Pachtverträgen abgetreten.
Eine solche Sicherheitenstruktur ist bei projektfinanzierten Windparks grundsätzlich nachvollziehbar.
Sie bedeutet zugleich, dass wesentliche Vermögenswerte und Einnahmequellen des Projekts der Kreditsicherung dienen.
790.000 Euro Umsatz aus EEG-Direktvermarktung in der Schweiz
Eine ungewöhnlich wirkende Angabe findet sich bei den Umsatzerlösen.
Nach Angaben im Anhang wurden 790.300 Euro aus der EEG-Direktvermarktung in der Schweiz generiert.
Die übrigen Umsatzerlöse seien im Inland erzielt worden.
Wie genau diese geografische Zuordnung zustande kommt und welcher Vertragspartner beziehungsweise welche Marktstruktur dahintersteht, wird im vorliegenden Anhang nicht näher erläutert.
Auch die gesamten Umsatzerlöse des Windparks sind aus dem hier wiedergegebenen Material nicht ersichtlich.
Die Angabe wäre deshalb ein sinnvoller Punkt für eine Nachfrage an die Gesellschaft.
Windpark gehört zum WEMAG-Konzern
Die KNE Windpark Nr. 8 GmbH & Co. KG wird in den Konzernabschluss der WEMAG AG einbezogen.
Ältere öffentlich auffindbare Konzerninformationen führen die Gesellschaft als vollständig einbezogene Beteiligung im Umfeld der WEMAG beziehungsweise ihrer Energieagentur.
Die Verbindungen innerhalb des Konzerns zeigen sich auch im laufenden Geschäft.
Für die technische Betriebsführung durch die mea Energieagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH fielen 2025 Aufwendungen von 15.900 Euro an.
An die WEMAG AG zahlte die Windparkgesellschaft 13.200 Euro für Stromlieferungen zum Betrieb der Anlagen sowie 6.100 Euro für die kaufmännische Betriebsführung.
Rückbau der Windräder wird berücksichtigt
Auch die spätere Stilllegung beziehungsweise der Rückbau der Anlagen findet sich bereits in der Bilanz.
Die Rückstellung für Rückbauverpflichtungen erhöhte sich von 120.500 auf 132.200 Euro.
Damit berücksichtigt die Gesellschaft schon während des Betriebs zukünftige Kosten, die nach Ende der Nutzung entstehen können.
Insgesamt stiegen die sonstigen Rückstellungen von rund 159.000 auf 182.200 Euro.
Neben dem Rückbau entfallen 44.000 Euro auf noch ausstehende Lieferantenrechnungen sowie kleinere Beträge auf Jahresabschluss, Steuererklärungen und IHK-Gebühren.
Steuerrückstellung von 80.000 Euro fällt weg
Gleichzeitig reduzierte sich die gesamte Rückstellungsposition.
2024 standen neben den sonstigen Rückstellungen noch 80.270 Euro Steuerrückstellungen in der Bilanz.
2025 beträgt diese Position null Euro.
Dadurch sanken die gesamten Rückstellungen trotz höherer sonstiger Rückstellungen von 239.217,12 Euro auf 182.206,28 Euro.
Warum die Steuerrückstellung vollständig entfallen ist, wird im vorliegenden Material nicht näher erläutert.
Keine eigenen Beschäftigten
Die Windparkgesellschaft beschäftigt selbst keine Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter.
Technische und kaufmännische Aufgaben werden über verbundene Unternehmen beziehungsweise externe Vertragsstrukturen abgewickelt.
Das ist bei Projektgesellschaften dieser Art nicht ungewöhnlich.
Die Komplementärin WEMAG Wind Energie GmbH erhält nach Angaben im Jahresabschluss keine Vergütung für die Geschäftsführung.
Gewinnrückgang ist nicht gleich wirtschaftliche Verschlechterung
Für die Bewertung des Jahres 2025 wäre es zu einfach, lediglich auf den um 27 Prozent gesunkenen Jahresüberschuss zu schauen.
Denn gleichzeitig wurden die Bankkredite um rund 403.000 Euro, die Gesellschafterverbindlichkeiten um rund 206.000 Euro und die gesamten Verbindlichkeiten um mehr als 614.000 Euro reduziert.
Das Eigenkapital stieg auf 568.000 Euro und die rechnerische Eigenkapitalquote verbesserte sich von rund 9,5 auf 14,7 Prozent.
Zudem verfügt die Gesellschaft weiterhin über mehr als 1,15 Millionen Euro Bankguthaben.
Auf der anderen Seite sind fast 1,3 Millionen Euro der Verbindlichkeiten kurzfristig fällig, wobei der größte Teil auf Gesellschafterforderungen entfällt. Hinzu kommen mehr als eine Million Euro zukünftige finanzielle Verpflichtungen.
Entscheidende Frage bleibt: Warum sank der Gewinn?
Unter dem Strich präsentiert sich die KNE Windpark Nr. 8 GmbH & Co. KG Ende 2025 bilanziell solider als ein Jahr zuvor: weniger Bankkredite, weniger Gesamtverbindlichkeiten, mehr Eigenkapital und eine höhere Eigenkapitalquote.
Gleichzeitig sank der Jahresüberschuss um rund 27 Prozent auf etwa 152.000 Euro.
Gerade deshalb fehlt für eine abschließende Beurteilung ein wichtiger Bestandteil: die vollständige Gewinn- und Verlustrechnung.
Erst daraus ließe sich erkennen, ob beispielsweise geringere Stromerlöse, höhere Betriebskosten, Zinsen, Wartungsaufwendungen oder andere Faktoren den Gewinn belastet haben.
Die Gesellschafterversammlung stellte den Jahresabschluss am 18. Mai 2026 fest. Nach Angaben der Geschäftsführung sind nach Ende des Geschäftsjahres keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.
Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, ob der Windpark seine operative Ertragskraft halten kann, während die Projektfinanzierung weiter zurückgeführt wird. Genau diese Kombination – laufende Gewinne bei gleichzeitig sinkender Verschuldung – ist für die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft wesentlich.