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IG Metall startet bundesweiten Protesttag: Auto-Beschäftigte kämpfen um Standorte und Arbeitsplätze

niekverlaan (CC0), Pixabay

In der deutschen Automobilindustrie hat ein bundesweiter Protesttag der IG Metall begonnen. Beschäftigte von Autoherstellern und Zulieferern sind aufgerufen, für den Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen auf die Straße zu gehen. Nach Angaben der Gewerkschaft sind Aktionen an mehr als 200 Orten in Deutschland vorgesehen.

Die ersten Kundgebungen haben bereits begonnen. Im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg kamen Beschäftigte zu einer Protestaktion zusammen. Auch in Chemnitz versammelten sich Arbeitnehmer zu einer Kundgebung. Am Motorenwerk im thüringischen Kölleda trafen sich Gewerkschaftsmitglieder am Werkstor.

Mit den zahlreichen dezentralen Aktionen will die IG Metall ein bundesweit sichtbares Signal für die Zukunft der deutschen Automobilindustrie setzen.

Mehr als 200 Aktionen geplant

Der Protesttag beschränkt sich nicht auf einzelne große Fahrzeughersteller. Die Gewerkschaft hat Beschäftigte sowohl bei Autobauern als auch in der umfangreichen Zulieferindustrie zur Teilnahme aufgerufen.

Damit soll der Protest an zahlreichen Standorten gleichzeitig sichtbar werden.

Im Mittelpunkt stehen nach den vorliegenden Angaben zwei Forderungen: die Sicherung der Standorte und der Erhalt von Arbeitsplätzen.

Wie viele Beschäftigte sich insgesamt an den Aktionen beteiligen werden, lässt sich zum Beginn des Protesttags noch nicht beziffern. Angesichts von mehr als 200 geplanten Aktionen handelt es sich jedoch um eine breit angelegte Mobilisierung der Gewerkschaft innerhalb der Branche.

Wolfsburg gehört zu den ersten Protestorten

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf Wolfsburg.

Dort befindet sich das Stammwerk von Volkswagen. Beschäftigte kamen dort bereits zu einer Kundgebung zusammen und beteiligten sich damit an dem bundesweiten Aktionstag.

Wolfsburg besitzt für die deutsche Automobilindustrie eine besondere Bedeutung: Der Standort ist eng mit Volkswagen verbunden und gehört zu den zentralen Produktionsstandorten des Konzerns.

Dass der Protesttag auch dort sichtbar wird, unterstreicht den Anspruch der IG Metall, nicht nur einzelne Zulieferbetriebe oder kleinere Standorte, sondern die gesamte industrielle Wertschöpfungskette anzusprechen.

Beschäftigte demonstrieren auch in Chemnitz

Auch in Chemnitz haben die Proteste begonnen. Dort kamen ebenfalls Beschäftigte zu einer Kundgebung zusammen.

Damit wird deutlich, dass sich die Aktionen über verschiedene Regionen Deutschlands erstrecken sollen. Neben den großen Fahrzeugwerken spielen dabei insbesondere die zahlreichen Standorte der Zulieferindustrie eine wichtige Rolle.

Gerade diese breite regionale Verteilung macht die Dimension der deutschen Automobilwirtschaft aus: Veränderungen bei Herstellern wirken sich häufig auch auf zahlreiche Unternehmen aus, die Komponenten, Maschinen oder andere Leistungen für die Fahrzeugproduktion bereitstellen.

Protest am Werkstor in Kölleda

Im thüringischen Kölleda versammelten sich Mitglieder der IG Metall am Werkstor des dortigen Motorenwerks.

Auch dort steht damit die Beschäftigungssicherung im Mittelpunkt des Aktionstags.

Die unterschiedlichen Protestformen – von Kundgebungen bis zu Versammlungen unmittelbar an den Werkstoren – sollen den Forderungen der Beschäftigten direkt an ihren Arbeitsplätzen Sichtbarkeit verschaffen.

Gewerkschaft nimmt gesamte Autobranche in den Blick

Die Mobilisierung richtet sich ausdrücklich an Beschäftigte von Automobilherstellern und Zulieferern.

Damit geht es der IG Metall nicht um einen Konflikt bei einem einzelnen Unternehmen. Der Aktionstag soll vielmehr auf die Situation der gesamten deutschen Automobilindustrie aufmerksam machen.

Die Branche befindet sich in einem weitreichenden technologischen und wirtschaftlichen Umbau. Für Arbeitnehmer ist dabei insbesondere entscheidend, welche Produktionsschritte künftig noch an den bestehenden Standorten stattfinden und wie viele Arbeitsplätze dort langfristig erhalten bleiben.

Der Protesttag setzt genau an dieser Beschäftigungs- und Standortfrage an.

Arbeitsplätze und Standorte im Mittelpunkt

Mit den Aktionen will die IG Metall nach eigenen Angaben ein Zeichen zur Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen setzen.

Die Gewerkschaft versucht damit, die Interessen der Beschäftigten stärker in die Diskussion über die Zukunft der Automobilindustrie einzubringen.

Konkrete Ergebnisse des Protesttags stehen zu Beginn der Aktionen naturgemäß noch nicht fest. Ebenso lässt sich aus den bisherigen Angaben nicht ableiten, welche unmittelbaren Auswirkungen die Kundgebungen auf die Produktion an den einzelnen Standorten haben.

Fest steht bislang, dass die Gewerkschaft eine ungewöhnlich große Zahl von Standorten mobilisieren will.

Protesttag läuft bundesweit an

Mit den ersten Kundgebungen in Wolfsburg und Chemnitz sowie der Versammlung am Werkstor in Kölleda ist der bundesweite Aktionstag angelaufen.

Im Laufe des Tages sollen an mehr als 200 Orten weitere Aktionen folgen. Damit will die IG Metall den Druck erhöhen, bei den Veränderungen innerhalb der Automobilindustrie Beschäftigung und Produktionsstandorte nicht aus dem Blick zu verlieren.

Wie groß die Beteiligung am Ende tatsächlich ausfällt und welche politischen oder unternehmerischen Reaktionen der Protesttag hervorruft, dürfte sich erst nach Abschluss der bundesweiten Aktionen zeigen.

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