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PROKON Windpark Blumberg: Verlust steigt auf mehr als 800.000 Euro – Bankkredite sinken um 1,87 Millionen Euro

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die PROKON Windpark Blumberg GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2025 erneut mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen. Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich von 628.008,96 Euro auf 808.907,34 Euro. Gleichzeitig konnte die Windparkgesellschaft ihre Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um knapp 1,9 Millionen Euro reduzieren.

Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Jahresabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025 hervor. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Itzehoe und ist beim Amtsgericht Pinneberg unter HRA 8240 PI eingetragen.

Trotz höherer Umsätze verschlechterte sich das Jahresergebnis. Die Erlöse stiegen von rund 3,23 Millionen auf 3,33 Millionen Euro. Gleichzeitig belasteten vor allem Abschreibungen von rund 2,36 Millionen Euro, sonstige betriebliche Aufwendungen von rund 1,14 Millionen Euro und Zinsaufwendungen von knapp 733.000 Euro das Ergebnis.

Verlust steigt um knapp 29 Prozent

Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich gegenüber 2024 um 180.898,38 Euro.

Rechnerisch entspricht das einem Anstieg um rund 28,8 Prozent. Damit hat sich das Ergebnis trotz steigender Umsätze weiter verschlechtert.

2024 hatte die Gesellschaft bereits einen Fehlbetrag von 628.008,96 Euro ausgewiesen. 2025 waren es nun 808.907,34 Euro.

Der Bilanzgewinn beträgt dennoch null Euro. Hintergrund ist die gesellschaftsrechtliche Ergebnisverrechnung: Der Jahresfehlbetrag von 808.907,34 Euro wird in gleicher Höhe den Kapitalkonten belastet. Daraus darf deshalb nicht geschlossen werden, dass das Unternehmen 2025 ausgeglichen gewirtschaftet hätte.

Umsatz steigt auf 3,33 Millionen Euro

Operativ konnte der Windpark seine Umsatzerlöse steigern.

Sie erhöhten sich von 3.231.271,21 Euro auf 3.327.384,54 Euro. Das entspricht einem Plus von 96.113,33 Euro beziehungsweise rechnerisch knapp 3,0 Prozent.

Der Anhang zeigt, woher das Geld stammt.

Den größten Anteil lieferten die Einspeisevergütungen. Sie stiegen von rund 2,692 Millionen auf 3,015 Millionen Euro.

Die Marktprämien gingen dagegen von 460.000 auf 201.000 Euro zurück. Das Direktvermarktungsentgelt erhöhte sich von 16.000 auf 57.000 Euro. Weitere 55.000 Euro entfielen auf Kompensationen für Ertragsausfälle, nach 63.000 Euro im Vorjahr.

Damit entfielen 2025 rechnerisch gut 90 Prozent der gesamten Umsatzerlöse auf Einspeisevergütungen.

Sonstige Erträge brechen deutlich ein

Ein Grund dafür, dass sich der Jahresverlust trotz höherer Umsätze vergrößert hat, liegt bei den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Diese gingen von 368.579,30 Euro auf nur noch 68.091,24 Euro zurück. Das entspricht einer Verringerung um gut 300.000 Euro beziehungsweise rund 81,5 Prozent.

Der Rückgang dieser Ertragsposition war damit deutlich größer als das Umsatzplus von rund 96.000 Euro.

Der veröffentlichte Abschluss erläutert in dem vorliegenden Abschnitt allerdings nicht näher, wodurch die vergleichsweise hohen sonstigen betrieblichen Erträge des Vorjahres entstanden waren. Eine konkrete Ursache für den Rückgang lässt sich deshalb aus den Zahlen nicht ableiten.

Abschreibungen von 2,36 Millionen Euro

Den größten Aufwandsposten bilden die Abschreibungen.

Auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen entfielen 2025 insgesamt 2.363.653,20 Euro. Im Vorjahr waren es 2.361.035,69 Euro. Die Belastung blieb damit nahezu konstant.

Davon entfielen 2.301.947,20 Euro auf technische Anlagen und Maschinen sowie 61.706 Euro auf immaterielle Vermögensgegenstände.

Der Buchwert der technischen Anlagen und Maschinen sank dadurch von rund 30,36 Millionen auf 28,08 Millionen Euro.

Bemerkenswert ist dabei, dass im Geschäftsjahr keine Anlagenabgänge ausgewiesen werden. Gleichzeitig gab es Zugänge von lediglich 23.789,20 Euro. Die Verringerung des Nettobuchwertes lässt sich daher im Abschluss weitgehend durch die laufenden Abschreibungen erklären.

Pacht und Wartung gehören zu den größten laufenden Kosten

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen leicht von 1,183 Millionen auf rund 1,144 Millionen Euro zurück.

Der Jahresabschluss schlüsselt die wichtigsten Positionen auf.

Mit rund 350.000 Euro stellen Pachtzahlungen den größten genannten Einzelposten dar. Für Service und Wartung fielen 259.000 Euro an, für Fremdleistungen und Fremdarbeit weitere 206.000 Euro.

Hinzu kamen unter anderem 102.000 Euro für die Sonderabgabe nach dem brandenburgischen Windenergieanlagenabgabengesetz und die Partizipationsvergütung nach EEG sowie 84.000 Euro für die technische und kaufmännische Betriebsführung.

Zinsen belasten Ergebnis mit 732.500 Euro

Auch die Finanzierung verursacht weiterhin erhebliche Kosten.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beliefen sich 2025 auf 732.531,50 Euro. Gegenüber 755.338,81 Euro im Vorjahr entspricht das einem Rückgang um rund 22.800 Euro beziehungsweise etwa drei Prozent.

Dem standen Zinserträge von 50.393,75 Euro gegenüber.

Rechnerisch ergibt sich daraus ein negativer Zinssaldo von rund 682.138 Euro.

Bankverbindlichkeiten sinken um 1,87 Millionen Euro

Auf der Finanzierungsseite ist gleichzeitig ein deutlicher Schuldenabbau bei den Banken erkennbar.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken von 26.786.897 Euro auf 24.912.305 Euro.

Das entspricht exakt einer Verringerung um 1.874.592 Euro beziehungsweise rund sieben Prozent.

Der Verbindlichkeitenspiegel liefert einen weiteren interessanten Hinweis: Von den Bankverbindlichkeiten sind 1.874.592 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Im Vorjahr war exakt derselbe Betrag als kurzfristig fällig ausgewiesen worden.

Das spricht rechnerisch für einen planmäßigen jährlichen Tilgungsrhythmus in dieser Größenordnung. Der Abschluss selbst bezeichnet die Verringerung allerdings nicht ausdrücklich als planmäßige Tilgung, weshalb die genaue Ursache nicht über die Zahlen hinaus unterstellt werden sollte.

Mehr als 17,5 Millionen Euro Bankkredite laufen noch über fünf Jahre

Die Finanzierung bleibt langfristig geprägt.

Von den 24,91 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten haben rund 23,04 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Davon wiederum entfallen rund 17,55 Millionen Euro auf Laufzeiten von mehr als fünf Jahren.

Die Kredite sind umfassend besichert.

Nach Angaben im Jahresabschluss dienen unter anderem die Windparkinfrastruktur, Ansprüche aus Stromvergütungen, Versicherungen und Projektverträgen als Sicherheiten. Hinzu kommen Dienstbarkeiten und Vormerkungen.

Auffällige Verschiebung bei weiteren Verbindlichkeiten

Eine erhebliche Veränderung zeigt sich innerhalb der übrigen Schulden.

Ende 2024 bestanden noch 6,72 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Ende 2025 steht diese Position bei null.

Gleichzeitig stiegen die sonstigen Verbindlichkeiten von lediglich 78,88 Euro auf 6,83 Millionen Euro.

Der Verbindlichkeitenspiegel zeigt dabei eine auffällige Größenordnung: 2025 enthalten die sonstigen Verbindlichkeiten 6,202 Millionen Euro mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Genau 6,202 Millionen Euro waren 2024 bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren ausgewiesen.

Das deutet auf eine bilanzielle Umgliederung hin. Der vorliegende Abschluss erläutert in den verfügbaren Angaben jedoch nicht ausdrücklich, weshalb die Position ihre Zuordnung geändert hat. Deshalb wäre es nicht belastbar, daraus einen tatsächlichen neuen Mittelzufluss von 6,2 Millionen Euro abzuleiten.

Gesamtverschuldung geht zurück

Insgesamt reduzierten sich die bilanzierten Verbindlichkeiten von 33,61 Millionen auf 31,88 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 1,73 Millionen Euro beziehungsweise gut 5,2 Prozent.

Die Bilanzsumme sank gleichzeitig von 35,00 Millionen auf 32,34 Millionen Euro, also um rund 2,66 Millionen Euro oder 7,6 Prozent.

Eigenkapital fällt auf nur noch 229.000 Euro

Deutlich sichtbar ist der Jahresverlust beim Eigenkapital.

Dieses sank von 1.037.924,61 Euro auf 229.017,27 Euro. Die Verringerung um 808.907,34 Euro entspricht exakt dem ausgewiesenen Jahresfehlbetrag.

Die variable Kapitalkontenposition belief sich zum Jahresende auf 1.027.924,61 Euro. Hinzu kommt ein Festkapital von 10.000 Euro. Dem steht der Jahresfehlbetrag von 808.907,34 Euro gegenüber.

Rechnerisch fiel die Eigenkapitalquote damit von rund 3,0 Prozent im Jahr 2024 auf nur noch etwa 0,7 Prozent Ende 2025.

Die Quote ist damit deutlich gesunken. Daraus allein lässt sich allerdings keine Aussage über Zahlungsunfähigkeit oder eine insolvenzrechtliche Überschuldung ableiten. Dafür wären weitere Informationen erforderlich.

Liquidität sinkt um rund 680.000 Euro

Auch die verfügbaren Bankguthaben gingen zurück.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sanken von 3.246.459,59 Euro auf 2.566.218,75 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 680.241 Euro beziehungsweise 21 Prozent.

Gleichzeitig stiegen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von rund 417.700 auf 778.267 Euro.

Dabei erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 390.154,58 auf 483.492,61 Euro. Besonders kräftig stiegen die sonstigen Vermögensgegenstände: von 27.538,51 auf 294.774,43 Euro.

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind nach Angaben des Unternehmens innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere Wartungsverpflichtungen von 3,9 Millionen Euro

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Schulden bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen.

Diese beziffert PROKON Windpark Blumberg mit rund 3,915 Millionen Euro.

Sie resultieren aus einem Wartungsvertrag für die Windenergieanlagen. Die Verpflichtungen erstrecken sich über die Laufzeit des Windparks und hängen von der erzeugten Strommenge ab. Für die Berechnung wurde die zu zahlende Mindestvergütung angesetzt.

Diese 3,915 Millionen Euro sind deshalb nicht einfach zu den bilanzierten Verbindlichkeiten zu addieren: Es handelt sich um zukünftige finanzielle Verpflichtungen aus bestehenden Verträgen und nicht um eine zum Bilanzstichtag in gleicher Weise ausgewiesene Verbindlichkeit.

Windpark zwischen steigenden Erlösen und hoher Kapitalbelastung

Der Jahresabschluss 2025 zeichnet damit ein gemischtes Bild.

Auf der einen Seite konnte PROKON Windpark Blumberg seine Umsätze um knapp drei Prozent steigern. Die Einspeisevergütungen erhöhten sich deutlich, während die Bankverbindlichkeiten um knapp 1,9 Millionen Euro zurückgingen.

Auf der anderen Seite stieg der Jahresfehlbetrag auf 808.907 Euro. Das Eigenkapital verringerte sich dadurch auf nur noch rund 229.000 Euro, die Bankguthaben gingen um gut ein Fünftel zurück und Zinszahlungen belasten die Gesellschaft weiterhin erheblich.

Die technische Infrastruktur bleibt zugleich der mit Abstand wichtigste Vermögenswert. Ende 2025 standen technische Anlagen und Maschinen noch mit 28,08 Millionen Euro in der Bilanz.

Für die weitere finanzielle Entwicklung dürfte daher nicht allein die Höhe der Stromerlöse entscheidend sein. Von Bedeutung sind ebenso der fortschreitende Abschreibungs- und Tilgungsverlauf, die Finanzierungskosten sowie die laufenden Betriebs-, Pacht- und Wartungsaufwendungen.

Der Jahresabschluss wurde am 25. Juni 2026 festgestellt. Die Geschäftsführung der persönlich haftenden PROKON Windenergieanlagen Verwaltungsgesellschaft mbH wurde im Berichtsjahr durch Dr. Georg Henning Alexander Freiherr von Stechow und Katharina Beyer vertreten.

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