Bei der wpd Windpark Klotten Beteiligungs GmbH hat sich 2025 einiges bewegt. Die Bremer Gesellschaft hat ihre Finanzanlagen deutlich aufgestockt und gleichzeitig zusätzliches Kapital erhalten. Die Bilanzsumme hat sich dadurch innerhalb eines Jahres mehr als vervierfacht.
Allerdings schreibt die Beteiligungsgesellschaft weiterhin rote Zahlen.
Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich von 2.173,27 Euro auf 3.969,47 Euro. Zusammen mit den Verlusten der Vorjahre haben sich damit inzwischen rechnerisch Verluste von mehr als 12.700 Euro angesammelt.
Die Kapitalzuführungen sorgen dennoch dafür, dass die Gesellschaft Ende 2025 ein deutlich höheres positives Eigenkapital ausweist als ein Jahr zuvor.
Finanzanlagen steigen von 5.000 auf 19.000 Euro
Die wichtigste Veränderung findet sich auf der Aktivseite.
Die Finanzanlagen erhöhten sich innerhalb eines Jahres von 5.000 Euro auf 19.000 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs um 14.000 Euro beziehungsweise 280 Prozent.
Im Anhang wird konkretisiert, dass es sich bei den Finanzanlagen um Anteile an verbundenen Unternehmen handelt. Diese werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert; soweit erforderlich, ist ein niedrigerer beizulegender Wert anzusetzen.
Damit hat die wpd Windpark Klotten Beteiligungs GmbH ihre Beteiligungsposition 2025 erheblich ausgebaut.
Welche konkrete Gesellschaft hinter diesen Anteilen steht und wie hoch die prozentuale Beteiligungsquote ist, wird in den vorliegenden Angaben allerdings nicht genannt.
Es wäre deshalb nicht belastbar, aus dem Abschluss allein auf eine bestimmte Betreibergesellschaft oder einen bestimmten Anteil am Windpark Klotten zu schließen.
Bilanzsumme steigt auf 23.837 Euro
Durch den Ausbau der Finanzanlagen und höhere liquide Mittel wuchs auch die gesamte Bilanz deutlich.
Ende 2024 betrug die Bilanzsumme lediglich 5.545,35 Euro.
Zum 31. Dezember 2025 waren es bereits 23.836,73 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um 18.291,38 Euro beziehungsweise rund 330 Prozent.
Die Bilanzsumme hat sich damit auf etwa das 4,3-Fache erhöht.
Trotz dieses prozentual starken Wachstums bleibt die Gesellschaft absolut betrachtet ausgesprochen klein.
Bankguthaben wächst fast auf das Neunfache
Neben der Beteiligung hat sich auch die Liquiditätsposition deutlich verbessert.
Ende 2024 verfügte die Gesellschaft lediglich über 545,35 Euro an Kassen- beziehungsweise Bankguthaben.
Ein Jahr später waren es 4.836,73 Euro.
Der Anstieg beträgt damit 4.291,38 Euro beziehungsweise knapp 787 Prozent.
Das Bankguthaben hat sich somit fast verneunfacht.
Zusammen mit den Finanzanlagen von 19.000 Euro ergibt sich exakt die Bilanzsumme von 23.836,73 Euro.
Andere wesentliche Vermögenspositionen werden nicht ausgewiesen.
Zusätzlich 10.000 Euro in die Kapitalrücklage
Der Ausbau der Gesellschaft wurde durch eine deutlich stärkere Kapitalausstattung begleitet.
Erstmals erscheint in der Bilanz eine Kapitalrücklage von 10.000 Euro.
Hinzu kommt eine weitere wichtige Veränderung beim Stammkapital.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 25.000 Euro. Ende 2024 waren davon allerdings erst 12.500 Euro eingefordert worden. Die übrigen 12.500 Euro wurden als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen abgesetzt.
2025 ist diese Position verschwunden.
Damit wird nun das vollständige eingeforderte Kapital von 25.000 Euro ausgewiesen.
Zusammen betrachtet wurden die bilanziellen Kapitalgrundlagen der Gesellschaft 2025 somit erheblich verstärkt.
Eigenkapital versechsfacht sich
Das zeigt sich unmittelbar beim Eigenkapital.
Dieses erhöhte sich von 3.703,15 Euro auf 22.233,68 Euro.
Damit ist es innerhalb eines Jahres um 18.530,53 Euro gestiegen und hat sich auf etwa das Sechsfache erhöht.
Rechnerisch entspricht das Eigenkapital Ende 2025 rund 93,3 Prozent der Bilanzsumme.
Die Gesellschaft weist damit trotz ihrer laufenden Verluste eine hohe bilanzielle Eigenkapitalquote auf.
Das liegt jedoch nicht daran, dass sie hohe Gewinne erwirtschaftet hätte.
Im Gegenteil: Der positive Effekt stammt wesentlich aus den zusätzlichen Kapitalmitteln.
Jahresverlust steigt um mehr als 80 Prozent
Operativ beziehungsweise ergebnisseitig zeigt die Entwicklung dagegen in die andere Richtung.
Der Jahresfehlbetrag beträgt für 2025 3.969,47 Euro.
2024 hatte der Verlust noch bei 2.173,27 Euro gelegen.
Damit hat sich das Minus um 1.796,20 Euro beziehungsweise rund 82,6 Prozent erhöht.
Warum der Verlust gestiegen ist, lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht detailliert erklären. Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit einer Aufschlüsselung der Erträge und Aufwendungen ist in den bereitgestellten Angaben nicht enthalten.
Deshalb wäre beispielsweise eine Aussage über Verwaltungsaufwendungen, Beteiligungserträge oder andere Kostenpositionen ohne zusätzliche Unterlagen nicht möglich.
Mehr als 12.700 Euro angesammelte Verluste
Neben dem aktuellen Jahresfehlbetrag weist die Gesellschaft einen Verlustvortrag von 8.796,85 Euro aus.
Zusammen mit dem Verlust des Jahres 2025 von 3.969,47 Euro ergibt sich rechnerisch eine kumulierte Ergebnisbelastung von:
12.766,32 Euro.
Dieser Betrag ist für die Einordnung der Kapitalstruktur wichtig.
Ohne die Kapitalzuführungen wäre die Eigenkapitalposition entsprechend deutlich schwächer.
Das vollständige eingeforderte Stammkapital von 25.000 Euro und die Kapitalrücklage von 10.000 Euro ergeben zusammen 35.000 Euro. Nach Abzug des Verlustvortrags und des Jahresfehlbetrags verbleiben die ausgewiesenen 22.233,68 Euro Eigenkapital.
Die Bilanz lässt sich damit sehr transparent nachvollziehen.
Praktisch keine Fremdverschuldung
Auf der anderen Seite besitzt die Gesellschaft kaum Schulden.
Die gesamten Verbindlichkeiten belaufen sich zum 31. Dezember 2025 auf lediglich 200 Euro.
Dieser Betrag war bereits im Vorjahr identisch.
Nach Angaben des Anhangs haben sämtliche Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.
Daneben bestehen Rückstellungen von 1.403,05 Euro. Im Vorjahr waren es 1.642,20 Euro.
Damit sind die Rückstellungen um rund 239 Euro gesunken.
Bankdarlehen oder andere größere Finanzverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht ausgewiesen.
Beteiligung dominiert das gesamte Vermögen
Die Finanzanlage von 19.000 Euro macht inzwischen knapp 80 Prozent des gesamten Vermögens der Gesellschaft aus.
Das zeigt, wie stark die wirtschaftliche Funktion der GmbH auf ihre Beteiligung konzentriert ist.
Eigene Windenergieanlagen, Grundstücke oder andere Sachanlagen stehen nicht in der Bilanz.
Das ist ein entscheidender Unterschied zu einer Windpark-Betreibergesellschaft, die Windenergieanlagen unmittelbar besitzt und deren Bilanz deshalb häufig mehrere Millionen Euro schwer ist.
Die wpd Windpark Klotten Beteiligungs GmbH fungiert dagegen – ihrem Namen entsprechend – als Beteiligungsgesellschaft.
Teil des wpd-Konzerns
Die Gesellschaft gehört zum Konzern der wpd GmbH mit Sitz in Bremen.
Nach Angaben im Anhang wird sie in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen.
Die Beteiligungsgesellschaft selbst hat ebenfalls ihren Sitz in Bremen und ist beim Amtsgericht Bremen unter HRB 37337 HB eingetragen.
Als alleiniger Geschäftsführer wird für das Geschäftsjahr Dr. Gernot Blanke genannt.
Der Jahresabschluss trägt das Datum 13. Januar 2026 und wurde nach den vorliegenden Angaben am 20. April 2026 festgestellt.
Kleiner Verlust, aber klare Entwicklung
Isoliert betrachtet ist ein Jahresverlust von knapp 4.000 Euro bei einer Gesellschaft dieser Größe durchaus relevant.
Für die Einordnung muss jedoch gleichzeitig berücksichtigt werden, dass 2025 die Kapitalbasis erheblich verstärkt wurde.
Das eingeforderte Kapital stieg von 12.500 auf 25.000 Euro. Zusätzlich wurden 10.000 Euro Kapitalrücklage aufgebaut.
Dadurch konnte das Eigenkapital trotz des höheren Jahresverlustes von 3.703 Euro auf mehr als 22.200 Euro steigen.
Die Gesellschaft besitzt zudem praktisch keine Fremdverschuldung.
Das unmittelbare bilanzielle Risiko aus Bankkrediten ist anhand der vorliegenden Zahlen deshalb sehr gering.
Entscheidend wird die Beteiligung
Für die kommenden Jahresabschlüsse dürfte vor allem die Entwicklung der Finanzanlage interessant werden.
Ihr Bilanzwert wurde 2025 von 5.000 auf 19.000 Euro erhöht. Damit hat die Beteiligungsgesellschaft ihre eigentliche wirtschaftliche Funktion deutlich ausgebaut.
Noch lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen jedoch nicht erkennen, welche laufenden Erträge diese Beteiligung abwirft.
Genau darin liegt die zentrale offene Frage.
Denn während die Vermögens- und Kapitalbasis wächst, steigen bislang auch die Verluste. Nach 2.173 Euro Minus im Vorjahr folgten 2025 knapp 3.969 Euro Verlust.