Die wpd Windpark Mistorf Beteiligungs GmbH hat ihre Beteiligungsposition im Geschäftsjahr 2025 deutlich ausgebaut. Die Finanzanlagen der Bremer Gesellschaft stiegen von 7.500 Euro auf 15.500 Euro und haben sich damit mehr als verdoppelt.
Gleichzeitig wurde die Kapitalbasis gestärkt: Erstmals weist die Gesellschaft eine Kapitalrücklage von 10.000 Euro aus.
Das sorgt dafür, dass das Eigenkapital trotz eines erneut gestiegenen Jahresverlustes von 14.370,91 Euro auf 20.754,63 Euro wächst.
Denn auf der Ergebnisseite entwickelt sich die Beteiligungsgesellschaft weiterhin negativ. Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich von 2.085,22 Euro auf 3.616,28 Euro – ein Anstieg um rund 73 Prozent.
Finanzanlagen verdoppeln sich
Die wichtigste Veränderung auf der Aktivseite betrifft das Anlagevermögen.
Zum 31. Dezember 2025 stehen 15.500 Euro Finanzanlagen in der Bilanz. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 7.500 Euro.
Der absolute Zuwachs beträgt damit 8.000 Euro. Prozentual entspricht das einem Anstieg von rund 106,7 Prozent.
Der Anhang liefert einen wichtigen Hinweis darauf, was hinter dieser Position steht: Bei den Finanzanlagen handelt es sich um Anteile an verbundenen Unternehmen, die grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert werden.
Damit bestätigt der Abschluss den Charakter der Gesellschaft als Beteiligungsgesellschaft.
Welche konkrete Gesellschaft hinter der Beteiligung steht, welchen prozentualen Anteil die wpd Windpark Mistorf Beteiligungs GmbH daran hält und welchen Gesamtwert das Beteiligungsunternehmen besitzt, wird in den vorliegenden Angaben allerdings nicht genannt.
Diese Informationen lassen sich deshalb aus dem Jahresabschluss nicht belastbar ableiten.
Bilanz wächst um knapp 37 Prozent
Durch die höhere Beteiligungsposition ist auch die Bilanzsumme deutlich gewachsen.
Ende 2024 betrug sie:
16.196,41 Euro.
Zum 31. Dezember 2025 waren es:
22.167,68 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs um 5.971,27 Euro beziehungsweise rund 36,9 Prozent.
Das Wachstum ist allerdings vollständig auf die Veränderungen bei Finanzanlagen und liquiden Mitteln zurückzuführen.
Eigene Windenergieanlagen, Grundstücke oder andere Sachanlagen werden nicht ausgewiesen.
Bankguthaben geht um gut 2.000 Euro zurück
Während die Finanzanlagen deutlich zunahmen, entwickelte sich die Liquidität in die entgegengesetzte Richtung.
Das Bankguthaben sank von 8.696,41 Euro auf 6.667,68 Euro.
Damit verringerte sich der Bestand an liquiden Mitteln um 2.028,73 Euro beziehungsweise rund 23,3 Prozent.
Die Vermögensstruktur hat sich dadurch deutlich verschoben.
2024 lag noch mehr Geld auf den Konten als in Finanzanlagen investiert war. Ende 2025 ist es umgekehrt: 15.500 Euro stecken in der Beteiligungsposition, während nur noch rund 6.668 Euro als liquide Mittel vorhanden sind.
Damit entfallen inzwischen knapp 70 Prozent des gesamten Vermögens auf Finanzanlagen.
10.000 Euro frisches Kapital in der Rücklage
Die entscheidende Veränderung auf der Passivseite ist die neue Kapitalrücklage.
Sie beträgt 10.000 Euro.
Im Vorjahr existierte dieser Posten noch nicht.
Das gezeichnete Kapital bleibt gleichzeitig unverändert bei 25.000 Euro.
Damit stehen auf der positiven Seite der Eigenkapitalrechnung zunächst 35.000 Euro aus Stammkapital und Kapitalrücklage.
Dem stehen allerdings erhebliche angesammelte Verluste gegenüber.
Verlustvortrag steigt auf 10.629 Euro
Der Verlustvortrag beträgt inzwischen 10.629,09 Euro.
Ende 2024 waren es noch 8.543,87 Euro.
Hinzu kommt der neue Jahresfehlbetrag von 3.616,28 Euro.
Damit summieren sich Verlustvortrag und aktueller Jahresverlust rechnerisch auf:
14.245,37 Euro.
Nach Abzug dieser kumulierten Ergebnisbelastung von den 35.000 Euro aus gezeichnetem Kapital und Kapitalrücklage verbleibt exakt das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital von:
20.754,63 Euro.
Die Bilanz macht damit deutlich, warum die Kapitalzuführung von 10.000 Euro für die Eigenkapitalentwicklung so wichtig war.
Jahresverlust steigt um 73 Prozent
Problematischer entwickelt sich das laufende Ergebnis.
2024 hatte die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag von 2.085,22 Euro ausgewiesen.
2025 sind es 3.616,28 Euro.
Das Minus erhöhte sich damit um 1.531,06 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um rund 73,4 Prozent.
Warum der Verlust so deutlich gestiegen ist, lässt sich aus den vorliegenden Abschlussangaben nicht bestimmen.
Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung ist nicht enthalten. Deshalb lässt sich beispielsweise nicht erkennen, wie hoch Verwaltungsaufwendungen waren, ob bereits Beteiligungserträge erzielt wurden oder welche sonstigen Kosten das Ergebnis belastet haben.
Gerade die Frage nach möglichen Erträgen aus der Beteiligung wäre für die weitere wirtschaftliche Entwicklung interessant.
Eigenkapital steigt trotzdem deutlich
Trotz des höheren Verlustes verbesserte sich das ausgewiesene Eigenkapital.
Es stieg von 14.370,91 Euro auf 20.754,63 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs um 6.383,72 Euro beziehungsweise rund 44,4 Prozent.
Der Grund liegt nicht in erwirtschafteten Gewinnen, sondern in der neuen Kapitalrücklage von 10.000 Euro, die den Jahresverlust mehr als kompensiert.
Die rechnerische Eigenkapitalquote ist dadurch ausgesprochen hoch.
Bei 20.754,63 Euro Eigenkapital und einer Bilanzsumme von 22.167,68 Euro liegt sie bei rund 93,6 Prozent.
Keine Verbindlichkeiten in der Bilanz
Noch auffälliger ist die Fremdkapitalseite.
Die Gesellschaft weist zum Jahresende überhaupt keine Verbindlichkeiten aus.
Die einzige Position außerhalb des Eigenkapitals sind Rückstellungen von 1.413,05 Euro.
Diese sind gegenüber dem Vorjahr sogar gesunken. Ende 2024 hatten sie noch 1.825,50 Euro betragen.
Der Rückgang beläuft sich auf 412,45 Euro beziehungsweise rund 22,6 Prozent.
Damit besteht die gesamte Passivseite lediglich aus 20.754,63 Euro Eigenkapital und 1.413,05 Euro Rückstellungen.
Bankkredite, Gesellschafterdarlehen, Lieferantenverbindlichkeiten oder sonstige Schulden werden nicht ausgewiesen.
Keine klassische Windpark-Bilanz
Gerade diese Struktur ist für die Einordnung entscheidend.
Bei der wpd Windpark Mistorf Beteiligungs GmbH handelt es sich anhand der vorliegenden Zahlen nicht um eine Gesellschaft, in deren Bilanz die Windenergieanlagen selbst stehen.
Ein klassischer Windparkbetreiber kann Sachanlagen und Projektfinanzierungen in Millionenhöhe ausweisen.
Hier gibt es dagegen überhaupt keine Sachanlagen.
Die Aktivseite besteht ausschließlich aus:
15.500 Euro Finanzanlagen und 6.667,68 Euro Bankguthaben.
Die Gesellschaft hält somit eine Beteiligung, anstatt selbst die entsprechenden Windenergieanlagen unmittelbar in ihrer Bilanz auszuweisen.
Teil des wpd-Konzerns
Die Beteiligungsgesellschaft gehört zum Konzern der wpd GmbH mit Sitz in Bremen.
Nach Angaben des Anhangs wird sie in deren Konzernabschluss einbezogen.
Die wpd Windpark Mistorf Beteiligungs GmbH selbst hat ebenfalls ihren Sitz in Bremen. Zuständiges Registergericht ist das Amtsgericht Bremen. Die Gesellschaft wird dort unter HRB 36357 HB geführt.
Als Geschäftsführer wird Dr. Gernot Blanke genannt.
Der Jahresabschluss trägt das Datum 13. Januar 2026 und wurde am 20. April 2026 festgestellt.
Kapitalzuführung verdeckt den wachsenden Verlust nicht
Für die Bewertung des Jahres 2025 müssen deshalb zwei Entwicklungen getrennt betrachtet werden.
Die Bilanzstruktur hat sich verbessert: Das Eigenkapital steigt, eine Kapitalrücklage von 10.000 Euro wird aufgebaut und Verbindlichkeiten existieren nicht.
Gleichzeitig hat sich das laufende Ergebnis verschlechtert: Der Jahresverlust steigt von rund 2.085 Euro auf 3.616 Euro.
Das ist bei einer so kleinen Gesellschaft nicht völlig unbedeutend.
Die kumulierten Verluste haben inzwischen 14.245 Euro erreicht. Sie entsprechen damit bereits gut 40 Prozent der Summe aus gezeichnetem Kapital und Kapitalrücklage.
Von einer bilanziellen Überschuldung kann auf Basis dieser Zahlen dennoch keine Rede sein: Das ausgewiesene Eigenkapital bleibt mit rund 20.755 Euro klar positiv.
Jetzt müssen Erträge aus der Beteiligung folgen
Für die kommenden Geschäftsjahre dürfte deshalb vor allem die Entwicklung der Beteiligung entscheidend sein.
2025 wurde ihr Bilanzwert von 7.500 auf 15.500 Euro erhöht. Gleichzeitig wurden zusätzliche 10.000 Euro in die Kapitalrücklage eingebracht.
Damit wurde weiteres Kapital bereitgestellt und die Beteiligungsstruktur ausgebaut.
Noch fehlt in den vorliegenden Zahlen allerdings der Nachweis, dass daraus laufende Gewinne entstehen.
Nach einem Jahresverlust von 2.085 Euro im Jahr 2024 folgte 2025 ein Minus von 3.616 Euro.
Die wpd Windpark Mistorf Beteiligungs GmbH ist damit zwar nahezu schuldenfrei und bilanziell solide kapitalisiert – profitabel ist sie bislang jedoch nicht.
Die entscheidende Frage der nächsten Abschlüsse wird sein, ob die auf 15.500 Euro ausgebaute Beteiligung künftig Erträge liefert, die die laufenden Kosten decken und die Serie von Jahresverlusten beenden können.