Die Eichenhof Windpark GmbH & Co. KG aus Hörup hat ihre Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2025 deutlich reduziert. Die Gesamtverschuldung sank innerhalb eines Jahres von rund 17,38 Millionen Euro auf 15,91 Millionen Euro.
Das entspricht einem Schuldenabbau von knapp 1,47 Millionen Euro beziehungsweise rund 8,5 Prozent.
Gleichzeitig zeigt der Jahresabschluss jedoch eine zweite auffällige Entwicklung: Die liquiden Mittel gingen von rund 2,06 Millionen Euro auf nur noch 812.248 Euro zurück.
Damit verlor der Windpark innerhalb eines Jahres rund 1,25 Millionen Euro an Bankguthaben.
Die Bilanzsumme verringerte sich entsprechend von 17,88 Millionen Euro auf 16,42 Millionen Euro.
Mehr als 12,5 Millionen Euro Sachanlagen
Den größten Vermögenswert bilden weiterhin die Sachanlagen.
Zum 31. Dezember 2025 stehen diese mit 12.569.746,20 Euro in der Bilanz. Ein Jahr zuvor waren es noch 13.210.399,04 Euro.
Der Buchwert sank damit um rund 640.653 Euro beziehungsweise 4,8 Prozent.
Nach Angaben im Anhang werden die Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt und entsprechend ihrer erwarteten Nutzungsdauer linear abgeschrieben.
Welche konkreten Windenergieanlagen hinter dem Sachanlagevermögen stehen, wie viele Anlagen betrieben werden und welche Leistung sie besitzen, lässt sich aus den vorliegenden Abschlussangaben allerdings nicht bestimmen.
Finanzanlagen wachsen auf 1,77 Millionen Euro
Während der Wert der Sachanlagen zurückging, entwickelten sich die Finanzanlagen in die andere Richtung.
Sie stiegen von 1.604.893,66 Euro auf 1.767.937,46 Euro.
Das entspricht einer Zunahme um rund 163.044 Euro beziehungsweise 10,2 Prozent.
Damit besteht das gesamte Anlagevermögen zum Jahresende aus 12,57 Millionen Euro Sachanlagen und knapp 1,77 Millionen Euro Finanzanlagen.
Insgesamt weist die Gesellschaft ein Anlagevermögen von 14.337.683,66 Euro aus.
Das entspricht mehr als 87 Prozent der gesamten Bilanzsumme.
Bankguthaben fällt um 61 Prozent
Besonders deutlich fällt die Veränderung beim Umlaufvermögen aus.
Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über liquide Mittel von 2.060.854,41 Euro.
Ein Jahr später waren es nur noch 812.247,73 Euro.
Damit gingen die liquiden Mittel um 1.248.606,68 Euro zurück – ein Minus von rund 60,6 Prozent.
Der Rückgang ist erheblich.
Aus der Bilanz allein lässt sich allerdings nicht feststellen, wofür diese Mittel konkret verwendet wurden. Ein Zusammenhang mit dem Schuldenabbau wäre wirtschaftlich denkbar, ist anhand der vorliegenden Angaben aber nicht belegt und sollte deshalb nicht als Tatsache dargestellt werden.
Forderungen steigen gleichzeitig
Während der Kassen- und Bankbestand deutlich schrumpfte, erhöhten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände.
Sie stiegen von 651.281,45 Euro auf 881.469,86 Euro.
Das entspricht einer Zunahme um rund 230.188 Euro beziehungsweise 35,3 Prozent.
Davon entfallen nach Angaben des Anhangs 6.007,12 Euro auf Forderungen gegenüber Gesellschaftern. Dieser Betrag hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.
Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr existieren nicht.
Das gesamte Umlaufvermögen sank dennoch deutlich von 2,712 Millionen Euro auf 1,694 Millionen Euro, weil der Rückgang der liquiden Mittel wesentlich größer ausfiel als der Anstieg der Forderungen.
Schulden sinken um fast 1,5 Millionen Euro
Auf der Passivseite fällt vor allem der Rückgang der Verbindlichkeiten auf.
Zum Jahresende 2024 standen noch 17.375.402,56 Euro in der Bilanz.
Ende 2025 waren es 15.905.698,86 Euro.
Damit wurden die ausgewiesenen Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um 1.469.703,70 Euro reduziert.
Das ist für die Beurteilung der Finanzierungsstruktur eine wesentliche Entwicklung.
Allerdings bleibt die Gesellschaft weiterhin stark fremdfinanziert.
Bei einer Bilanzsumme von 16,42 Millionen Euro machen die Verbindlichkeiten rechnerisch knapp 97 Prozent der Bilanzsumme aus.
Nur 500.000 Euro Kapitalanteile
Dem stehen lediglich 500.000 Euro Eigenkapital gegenüber.
Dabei handelt es sich vollständig um die Kapitalanteile der Kommanditisten.
Der ausgewiesene Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust beträgt null.
Rechnerisch ergibt sich damit zum Bilanzstichtag eine Eigenkapitalquote von lediglich rund 3,0 Prozent.
Eine niedrige bilanzielle Eigenkapitalquote ist jedoch nicht isoliert mit einer wirtschaftlichen Krise oder Insolvenz gleichzusetzen. Gerade bei projektfinanzierten Windparks können langfristige Darlehen und weitere Finanzierungen eine zentrale Rolle spielen.
Für eine vollständige Beurteilung wären insbesondere Ertragslage, Cashflow, Kapitaldienst und Finanzierungsbedingungen notwendig.
Eine Gewinn- und Verlustrechnung ist in den hier vorliegenden Angaben nicht enthalten. Deshalb lässt sich aus diesem Abschlussausschnitt auch kein Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag für 2025 ableiten.
Fast 6 Millionen Euro Schulden bei Gesellschaftern
Eine der interessantesten Angaben findet sich im Anhang.
Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen 5.922.521,83 Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.
Im Vorjahr waren es 5.836.511,88 Euro.
Damit sind die Gesellschafterverbindlichkeiten entgegen dem allgemeinen Schuldentrend sogar um rund 86.010 Euro beziehungsweise 1,5 Prozent gestiegen.
Das ist für die Interpretation der Bilanz wichtig.
Von den insgesamt 15,91 Millionen Euro Verbindlichkeiten entfallen damit rechnerisch gut 37 Prozent auf Gesellschafter.
Die Gesellschaft ist also nicht ausschließlich über externe Kreditgeber finanziert.
Mehr als 7,6 Millionen Euro kurzfristig fällig
Auch die Laufzeiten der Schulden verdienen Aufmerksamkeit.
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr belaufen sich auf 7.668.880,04 Euro.
Im Vorjahr waren es 8.037.437,26 Euro.
Damit ist dieser Posten zwar um rund 368.557 Euro gesunken. Dennoch entspricht er fast der Hälfte der gesamten ausgewiesenen Verbindlichkeiten.
Weitere 8.236.818,82 Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Auch dieser Betrag ging zurück. Ende 2024 hatte er noch bei 9.337.965,30 Euro gelegen.
Von diesen längerfristigen Verbindlichkeiten besitzen 3.808.443 Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Im Vorjahr waren es noch 4.582.667,38 Euro.
Die langfristigen Verpflichtungen werden damit ebenfalls schrittweise geringer.
Zwölf Millionen Euro Grundschuld als Sicherheit
Für die Finanzierung bestehen umfangreiche Sicherheiten.
Nach Angaben im Anhang sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch eine Grundschuld in Höhe von 12 Millionen Euro abgesichert.
Darüber hinaus bestehen branchenübliche beziehungsweise kraft Gesetzes vorhandene Sicherheiten.
Eine Grundschuld in dieser Größenordnung bedeutet dabei nicht automatisch, dass zum Bilanzstichtag exakt zwölf Millionen Euro Bankschulden bestanden. Die Grundschuld stellt eine Sicherheit dar; ihre nominelle Höhe ist nicht mit dem aktuellen Darlehenssaldo gleichzusetzen.
Bilanzsumme fällt um 1,46 Millionen Euro
Insgesamt verkleinerte sich die Bilanz der Eichenhof Windpark GmbH & Co. KG deutlich.
Die Bilanzsumme ging von 17.881.402,56 Euro auf 16.417.698,86 Euro zurück.
Das entspricht einem Rückgang um 1.463.703,70 Euro beziehungsweise rund 8,2 Prozent.
Interessanterweise bewegt sich dieser Betrag nahezu in derselben Größenordnung wie der Rückgang der gesamten Verbindlichkeiten.
Gleichzeitig bleibt das nominelle Eigenkapital mit 500.000 Euro unverändert.
Kleines Team hinter Millionenvermögen
Trotz einer Bilanzsumme von mehr als 16 Millionen Euro ist die personelle Struktur ausgesprochen schlank.
Nach Angaben des Jahresabschlusses beschäftigte die Gesellschaft 2025 durchschnittlich lediglich einen Arbeitnehmer.
Unterzeichnet wurde der Jahresabschluss von Tim Petersen und Mark Petersen.
Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Hörup und ist beim Registergericht Flensburg unter der Registernummer 3862 eingetragen.
Der Jahresabschluss wurde am 29. Juli 2026 festgestellt.
Was aus der Bilanz nicht hervorgeht
Bei der Interpretation ist allerdings eine wesentliche Einschränkung erforderlich.
Der vorliegende Abschluss enthält zwar Bilanz und Anhang, aber keine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung.
Deshalb lässt sich anhand dieser Angaben beispielsweise nicht feststellen, wie hoch 2025 die Stromerlöse waren, welchen operativen Gewinn der Windpark erwirtschaftete, wie hoch die Zinsbelastung ausfiel oder ob Geld an die Kommanditisten ausgeschüttet wurde.
Auch die Zahl, Typen und Leistung der betriebenen Windenergieanlagen werden in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
Es wäre daher nicht belastbar, aus dem Rückgang der liquiden Mittel unmittelbar auf Ausschüttungen, Investitionen oder Tilgungen zu schließen.
Schuldenabbau ist das zentrale Signal
Aus der Bilanz selbst lässt sich dennoch ein klarer Trend erkennen.
Die Gesellschaft hat ihre ausgewiesenen Verbindlichkeiten binnen eines Jahres um knapp 1,47 Millionen Euro reduziert. Auch die längerfristigen Verpflichtungen gehen zurück.
Gleichzeitig ist allerdings die Liquiditätsreserve erheblich geschrumpft.
Aus mehr als zwei Millionen Euro Bankguthaben wurden gut 812.000 Euro.
Hinzu kommt eine weiterhin ausgesprochen hohe Fremdfinanzierung: Den Verbindlichkeiten von 15,91 Millionen Euro stehen lediglich 500.000 Euro ausgewiesenes Eigenkapital gegenüber.
Ein erheblicher Teil der Finanzierung stammt allerdings von den Gesellschaftern selbst. Fast 5,92 Millionen Euro der Verbindlichkeiten bestehen gegenüber diesem Personenkreis.
Damit ergibt sich für 2025 ein zweigeteiltes Bild:
Die Verschuldung sinkt deutlich – gleichzeitig werden aber auch die liquiden Reserven erheblich kleiner.
Ob diese Entwicklung Ausdruck einer planmäßigen Entschuldung eines etablierten Windparks ist und wie profitabel der laufende Betrieb tatsächlich war, lässt sich erst mit zusätzlichen Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung und zum Cashflow abschließend beurteilen.