Ein WLAN-Verstärker mit 70 Prozent Rabatt, exklusiv für langjährige Telekom-Kunden – mit diesem außergewöhnlich hohen Preisnachlass versuchen Betrüger derzeit offenbar, Verbraucher in eine Phishing-Falle zu locken.
Die Kriminellen verschicken E-Mails im Namen der Deutschen Telekom und versprechen darin einen angeblich persönlichen Rabattcode. Wer dem Angebot folgt, soll auf einen Link klicken und anschließend persönliche Daten preisgeben.
Die Telekom selbst ist dabei nicht der Absender des Angebots. Vielmehr wird der bekannte Unternehmensname von den Betrügern benutzt, um der Nachricht Glaubwürdigkeit zu verleihen.
70 Prozent Rabatt als Köder
Der Köder ist bewusst attraktiv gestaltet.
Nach Angaben des vorliegenden Berichts behaupten die Absender, für langjährige Telekom-Kunden sei ein persönlicher Rabattcode mit der Bezeichnung „FIRST200“ reserviert worden.
Mit diesem Code soll ein WLAN-Verstärker angeblich 70 Prozent günstiger erhältlich sein.
Doch das Rabattversprechen ist Teil der Phishing-Masche.
Die Nachricht soll Empfänger dazu bringen, einen enthaltenen Link aufzurufen. Ziel ist es laut Bericht, persönliche Daten abzugreifen.
„Nur noch 162 Codes“ sollen Druck erzeugen
Neben dem hohen Rabatt setzen die Betrüger auf ein weiteres bekanntes Mittel: künstliche Verknappung.
In der Nachricht erscheint demnach die Anzeige:
„LIVE 162 Codes verbleibend“
Damit soll offenbar der Eindruck entstehen, das Angebot sei nur für kurze Zeit beziehungsweise nur für eine begrenzte Anzahl von Kunden verfügbar.
Wer zu lange wartet, könnte vermeintlich leer ausgehen.
Genau dieser Zeitdruck kann dazu führen, dass Empfänger weniger genau prüfen, von wem die E-Mail tatsächlich stammt und auf welche Internetseite der enthaltene Link führt.
Nach dem Bericht beruft sich COMPUTER BILD bei den Details zur Masche auf die Verbraucherplattform Mimikama.
Auffällige Anrede verrät die Betrüger
Es gibt jedoch mehrere Warnsignale.
Besonders auffällig ist die unpersönliche und sprachlich ungewöhnliche Anrede.
Statt den Empfänger persönlich anzusprechen, beginnt die Nachricht demnach mit:
„Lieber Deutsche Telekom Kunde“
Eine solche Formulierung kann ein Hinweis darauf sein, dass die Nachricht massenhaft verschickt wurde und die Absender keine echten Kundendaten zur Personalisierung besitzen.
Hinzu kommen das ungewöhnlich hohe Rabattversprechen, angebliche exklusive Vorteile für treue Kunden und mögliche Unstimmigkeiten beim Absender.
Die Kombination mehrerer solcher Merkmale sollte Empfänger misstrauisch machen.
Der bekannte Name soll Vertrauen schaffen
Die Masche funktioniert nach einem einfachen Prinzip.
Eine bekannte Marke sorgt zunächst für Vertrauen. Anschließend folgt ein besonders attraktives Angebot. Die vermeintlich begrenzte Verfügbarkeit erzeugt zusätzlichen Zeitdruck.
Am Ende steht der Link, den das Opfer möglichst ohne weitere Prüfung anklicken soll.
Dass dabei der Name eines großen Unternehmens verwendet wird, ist kein Zufall. Empfänger, die tatsächlich Telekom-Kunden sind, könnten die Nachricht zunächst für plausibel halten.
Die entscheidende Unterscheidung lautet deshalb: Eine E-Mail kann aussehen, als stamme sie von einem bekannten Unternehmen, ohne tatsächlich von diesem Unternehmen verschickt worden zu sein.
Auf keinen Link klicken
Wer eine solche Nachricht erhält, sollte den enthaltenen Link oder andere Schaltflächen nach den im Bericht wiedergegebenen Sicherheitshinweisen nicht anklicken.
Stattdessen sollte zunächst der Absender überprüft werden.
Persönliche Daten oder Zahlungsinformationen sollten über die verlinkte Seite keinesfalls eingegeben werden.
Verdächtige Nachrichten können als Phishing markiert und anschließend gelöscht werden.
Wer überprüfen möchte, ob ein außergewöhnliches Angebot tatsächlich existiert, sollte die Website des Unternehmens selbst aufrufen oder dessen offizielle App verwenden – und nicht den Link aus der verdächtigen E-Mail.
Phishing funktioniert über Vertrauen und Zeitdruck
Die aktuelle Masche zeigt exemplarisch, wie Phishing-Kampagnen aufgebaut werden können.
Die Täter benötigen dafür nicht unbedingt eine komplizierte Geschichte. Häufig reichen vier Elemente:
eine bekannte Marke, ein außergewöhnlich gutes Angebot, künstlicher Zeitdruck und ein Link.
In diesem Fall lautet das Versprechen 70 Prozent Rabatt auf einen WLAN-Verstärker. Der angeblich persönliche Code „FIRST200“ soll Exklusivität vermitteln, während die Anzeige über die verbleibenden Codes zur schnellen Entscheidung drängen soll.
Der Name der Deutschen Telekom dient dabei als Vertrauensanker.
Phishing-Kampagnen im Namen bekannter Unternehmen gehören laut dem vorliegenden Bericht zu verbreiteten Methoden von Cyberkriminellen.
Im Zweifel das Angebot selbst suchen
Für Verbraucher ergibt sich daraus eine einfache Sicherheitsstrategie.
Wer per E-Mail einen ungewöhnlich hohen Rabatt eines bekannten Unternehmens erhält, muss nicht über den mitgeschickten Link prüfen, ob das Angebot echt ist.
Stattdessen kann die offizielle Website beziehungsweise App unabhängig von der E-Mail aufgerufen werden.
Taucht das vermeintliche Angebot dort nicht auf, ist zusätzliche Vorsicht angebracht.
Besonders kritisch wird es immer dann, wenn anschließend persönliche Daten, Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen verlangt werden.
Nicht die Telekom lockt mit dem Rabatt – sondern Betrüger
Der entscheidende Punkt der Warnung lautet daher: Das 70-Prozent-Angebot stammt nach dem vorliegenden Bericht nicht von der Deutschen Telekom, sondern ist Bestandteil einer Phishing-Kampagne.
Das ungewöhnlich hohe Rabattversprechen soll Aufmerksamkeit erzeugen, der angeblich limitierte Code erhöht den Entscheidungsdruck und der enthaltene Link führt die potenziellen Opfer in die eigentliche Falle.