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Si Us Instruments GmbH aus Rangsdorf unter vorläufiger Insolvenzverwaltung

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Si Us Instruments GmbH mit Sitz Am Spitzberg 6, 15834 Rangsdorf, befindet sich in einem Insolvenzeröffnungsverfahren. Das Verfahren wird beim Amtsgericht Potsdam unter dem Aktenzeichen 650 IN 223/26 geführt. Das Gericht ordnete am 9. September 2026 um 21 Uhr die vorläufige Verwaltung des Gesellschaftsvermögens an.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Sebastian Laboga, Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 24, 10785 Berlin, bestellt. Verfügungen der Gesellschaft über ihr Vermögen sind seit der gerichtlichen Anordnung nur noch mit seiner Zustimmung wirksam. Dies gilt ausdrücklich auch für die Einziehung offener Kundenforderungen.

Die Gesellschaft stellte den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr eigenes Vermögen. Als Verfahrensbevollmächtigte sind die Rechtsanwälte Hehn Schneidereit & Kollegen GmbH aus Oranienburg benannt. Das Unternehmen ist im Handelsregister des Amtsgerichts Potsdam unter HRB 42415 eingetragen.

Hersteller steriler chirurgischer Einmalinstrumente

Der Unternehmensgegenstand umfasst die Produktion medizinischer Instrumente und medizinischen Zubehörs, Forschung und Entwicklung, die Weiterverarbeitung sowie den Handel und Vertrieb medizinischer und anderer technischer Produkte.

Tatsächlich ist die 2013 in Berlin gegründete Si Us Instruments GmbH auf sterile chirurgische Einmalinstrumente aus medizinischem Stahl spezialisiert. Anders als der weit gefasste Registergegenstand vermuten lässt, lag der erkennbare Schwerpunkt des Geschäftsbetriebs damit nicht auf beliebigen technischen Produkten, sondern auf medizinischen Instrumenten und fertig zusammengestellten Einwegsets für operative und ambulante Eingriffe.

Zum Sortiment gehören insbesondere steril verpackte Scheren, Pinzetten, Klemmen und Nadelhalter. Hinzu kommen Instrumente für medizinische Fachrichtungen wie Gynäkologie, Dermatologie, Urologie, Gastroenterologie und Innere Medizin.

Das Unternehmen stellte außerdem komplette sterile Behandlungs- und Operationssets zusammen. Dazu zählen unter anderem Wundversorgungssets, Nahtsets, Sets zur Entfernung von Nahtmaterial und Basisausstattungen für kleinere chirurgische Eingriffe. Nach Unternehmensangaben konnten solche Sets kundenspezifisch zusammengestellt und mit weiteren Verbrauchsmaterialien oder Abdeckungen ergänzt werden.

Die Produkte richten sich vornehmlich an Krankenhäuser, Arztpraxen, ambulante Operationszentren und andere medizinische Einrichtungen. Einmalinstrumente werden steril verpackt und nach der Behandlung entsorgt beziehungsweise einer geeigneten Verwertung zugeführt. Für die Anwender entfällt dadurch die aufwendige Reinigung, Desinfektion und erneute Sterilisation wiederverwendbarer Instrumente.

Früherer Standort im Technologiepark Berlin-Adlershof

Die Si Us Instruments GmbH trat über Jahre als Medizintechnikunternehmen aus Berlin-Adlershof auf. Dort wurde sie als Hersteller steriler chirurgischer Einmalinstrumente und kompletter Operationssets geführt. Nach eigenen Angaben verfügte die Unternehmensgruppe außerdem über verbundene Gesellschaften beziehungsweise Strukturen in Deutschland, Polen und der Schweiz und vertrieb ihre Produkte international.

Inzwischen ist die Gesellschaft mit ihrem Sitz in Rangsdorf beim Amtsgericht Potsdam registriert. Als Geschäftsführer sind Thomas Federlein und Simon Rossmann verzeichnet. Die Insolvenzbekanntmachung nennt die vertretungsberechtigten Personen dagegen nicht namentlich, sondern verweist lediglich allgemein auf die Geschäftsführung.

Die Internetseite des Unternehmens war zum Zeitpunkt der Recherche weiterhin erreichbar und präsentierte das Sortiment der sterilen Einmalinstrumente und Operationssets. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, in welchem Umfang zuletzt noch produziert, ausgeliefert oder Personal beschäftigt wurde.

Geschäftsbetrieb nicht automatisch eingestellt

Mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung ist das Insolvenzverfahren noch nicht endgültig eröffnet. Ebenso wenig bedeutet die Anordnung automatisch, dass die Herstellung und der Vertrieb medizinischer Instrumente eingestellt werden müssen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter soll zunächst das vorhandene Vermögen sichern und die wirtschaftliche Situation untersuchen. Dabei wird insbesondere geprüft, ob ein Insolvenzgrund vorliegt, das Vermögen zur Deckung der Verfahrenskosten ausreicht und Möglichkeiten für eine Fortführung oder Sanierung bestehen.

Zu den Ursachen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, zur Höhe der Verbindlichkeiten, zur Zahl der Beschäftigten und zur weiteren Produktion enthält die gerichtliche Bekanntmachung keine Angaben. Über die Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens entscheidet das Amtsgericht Potsdam nach Abschluss der Prüfung.

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