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Suizidpräventionstag: Österreich setzt auf Aufklärung, Erinnerung und Unterstützung

GoranH (CC0), Pixabay

Rund um den Welttag der Suizidprävention am 10. September finden in ganz Österreich Veranstaltungen statt, die über Suizidprävention informieren und zugleich Angehörigen und Hinterbliebenen Raum für Trauer, Erinnerung und Austausch geben. Neben Gedenkfeiern sind eine Fachtagung, Informationsveranstaltungen und Gesprächsangebote geplant.

Gedenkfeier in Wien mit Kerzenritual

In der Wiener Ruprechtskirche veranstalten die Beratungseinrichtung „Gesprächsinsel“ und die Kontaktstelle Trauer der Caritas am 10. September um 18 Uhr eine Gedenkfeier für Menschen, die durch Suizid verstorben sind.

Obwohl die Feier christliche Elemente enthält, soll sie bewusst religiös offen gestaltet sein. Ein zentrales Element ist ein Kerzenritual: Angehörige können jeweils eine Kerze für einen verstorbenen Menschen entzünden. Zusätzlich sollen so viele Kerzen brennen, wie im vergangenen Jahr in Wien Menschen durch Suizid gestorben sind.

Gedenken in Niederösterreich

Auch in der Diözese St. Pölten sind Veranstaltungen vorgesehen. Die Kompetenzstelle Trauer, der Mobile Hospizdienst der Caritas, die TelefonSeelsorge, das AKUTteam Niederösterreich und der PsychoSoziale Dienst der Caritas organisieren Gedenkfeiern am 10. September in Seitenstetten und am 11. September in St. Pölten.

Ab 18 Uhr besteht jeweils Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Um 19 Uhr beginnt die eigentliche Feier mit Texten, Gedanken, Musik, einem Erinnerungsritual und einem Segenswunsch. Ein wesentliches Anliegen besteht darin, Suizid und dessen Folgen nicht zu tabuisieren und Betroffenen Möglichkeiten zum Gespräch zu geben.

Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar

Eine zentrale Anlaufstelle in Österreich ist die TelefonSeelsorge unter der Nummer 142. Sie ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar. Für Jugendliche steht außerdem Rat auf Draht unter 147 zur Verfügung.

Im Burgenland wird beim Impulsvortrag „Hinter die Kulissen der 142 g’schaut“ erklärt, was geschieht, wenn jemand die TelefonSeelsorge kontaktiert. Dabei geht es unter anderem darum, mit welchen Problemen sich Menschen an die Beratungsstelle wenden und wer die Gespräche führt.

Inzwischen beschränkt sich das Angebot nicht mehr auf das klassische Telefon. Es stehen laut dem vorliegenden Bericht auch Chat-, Messenger- und Mailberatung zur Verfügung. Dadurch sollen Menschen unterschiedliche und möglichst niedrigschwellige Möglichkeiten erhalten, Unterstützung zu suchen.

Angebote speziell für Hinterbliebene

Besondere Aufmerksamkeit gilt Menschen, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben. In Kärnten veranstalten das Referat für Trauerpastoral und die Plattform „Verwaiste Eltern“ begleitete Gesprächsabende.

Die nächsten Treffen sind für den 24. September, 22. Oktober und 12. November, jeweils von 18.30 bis 20.30 Uhr, im Diözesanhaus Klagenfurt vorgesehen. Betroffene sollen dort in einem geschützten Rahmen miteinander sprechen und professionell begleitet werden.

Das Motto lautet „Zusammen ist man weniger allein“. Neben der Verarbeitung der Trauer sollen die Gespräche neue Perspektiven und Unterstützung für den weiteren persönlichen Weg ermöglichen.

Weitere Gedenkveranstaltung in Salzburg

In Salzburg findet später im Jahr eine ökumenische Gedenkfeier unter dem Titel „Verwundet und aufgehoben“ statt. Sie ist für den 23. November um 18 Uhr im Bildungshaus St. Virgil vorgesehen.

Organisiert wird sie vom Seelsorgeamt der Diözese Salzburg gemeinsam mit der evangelischen und der altkatholischen Kirche. Nach der Gedenkfeier ist eine kleine Agape geplant; außerdem stehen Seelsorgende für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Fachlicher Austausch in Linz

Neben dem Gedenken spielt die fachliche Auseinandersetzung mit Suizidprävention eine wichtige Rolle. Bereits am 9. September beschäftigt sich in Linz eine Fachtagung der kirchlichen Beratungseinrichtung beziehungleben.at unter dem Titel „Dem Leben Sinn geben“ mit dem Thema.

Als Fachleute werden im vorliegenden Bericht unter anderem Thomas Niederkrotenthaler von der Medizinischen Universität Wien, Adelheid Kastner vom Kepler-Universitätsklinikum Linz und der Psychotherapeut Alfried Längle genannt. Eine Podiumsdiskussion soll unterschiedliche Erfahrungen aus Medizin, Psychotherapie und Beratung zusammenführen.

Prävention bedeutet auch, über Suizid sprechen zu können

Die Veranstaltungen verfolgen damit mehrere Ziele gleichzeitig: Sie sollen Wissen über Hilfsangebote vermitteln, Fachleute und Einrichtungen miteinander vernetzen und Hinterbliebenen Möglichkeiten zum Gedenken und zum Austausch bieten.

Ein wiederkehrendes Motiv der Veranstaltungen ist dabei die Enttabuisierung. Menschen in Krisen ebenso wie Angehörige sollen erfahren, an wen sie sich wenden können und dass Gespräche über Suizidgedanken, Trauer und psychische Belastungen möglich sind.

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