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Flexx-Immo Vermögens GmbH: Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Das Amtsgericht München hat den Antrag eines Gläubigers auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Flexx-Immo Vermögens GmbH mangels Masse abgewiesen. Das Verfahren wurde unter dem Aktenzeichen 1542 IN 485/26 geführt.

Eine Abweisung mangels Masse bedeutet, dass voraussichtlich nicht genügend verwertbares Vermögen vorhanden ist, um zumindest die Kosten eines regulären Insolvenzverfahrens zu decken. Das eigentliche Insolvenzverfahren wird deshalb nicht eröffnet. Anders als bei einer Rücknahme des Insolvenzantrags hat das Gericht das Verfahren hier nach Prüfung der vorhandenen Vermögenslage beendet.

Der eingetragene Firmensitz der Flexx-Immo Vermögens GmbH befindet sich in Grünwald im Landkreis München. Im Insolvenzbeschluss wird als Zustell- beziehungsweise Geschäftsanschrift „c/o Rafet Mujovic, Schwanthalerstraße 126, 80339 München“ angegeben. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht München unter HRB 248848 eingetragen und wird durch den Geschäftsführer Rafet Mujovic vertreten.

Ursprünglich als Vermögensgesellschaft gegründet

Die Gesellschaft wurde 2019 unter dem Namen TRI-SIGNA Living 11 GmbH gegründet. Ihr ursprünglicher Unternehmensgegenstand beschränkte sich auf die Verwaltung und Verpachtung eigenen Vermögens. Als damalige Geschäftsanschrift war die Portenlängerstraße 16a in 82031 Grünwald eingetragen.

Im Zuge einer gesellschaftsrechtlichen Neuaufstellung wurde das Unternehmen 2021 in Flexx-Immo Vermögens GmbH umbenannt. Gleichzeitig erfolgte eine deutliche Erweiterung der Geschäftstätigkeit. Neben der Verwaltung und Verpachtung eigenen Vermögens durfte die Gesellschaft fortan mit beweglichen Wirtschaftsgütern wie Pkw, Lastwagen und Baumaschinen handeln und Bauleistungen aller Art vermitteln.

Im Mai 2023 wurde der Unternehmensgegenstand nochmals erweitert. Seitdem war ausdrücklich auch der Betrieb eines Bauunternehmens einschließlich aller damit verbundenen Geschäfte vorgesehen. Die Gesellschaft entwickelte sich damit formal von einer reinen Vermögensgesellschaft zu einem Unternehmen, das selbst Bauleistungen anbieten und ausführen durfte.

Rafet Mujovic wurde im November 2022 zum Geschäftsführer bestellt. Gleichzeitig trat Tihomir Udiljak in die Geschäftsführung ein. Der frühere Geschäftsführer Günther Helmut Leberle schied aus. Im April 2023 wurde auch Tihomir Udiljak wieder als Geschäftsführer abberufen. Seitdem führte Rafet Mujovic die Gesellschaft allein.

Tatsächlicher Schwerpunkt lag auf Bauleistungen

Nach ihrer öffentlich zugänglichen Außendarstellung trat die Flexx-Immo Vermögens GmbH zuletzt hauptsächlich als Bauunternehmen auf. Angeboten wurden Leistungen im Hochbau und Tiefbau sowie Sanierungs-, Abbruch-, Rohbau- und Neubauarbeiten.

Zum beworbenen Leistungsspektrum gehörten außerdem Innenausbau, Gartenbau, Renovierung und die Instandhaltung von Gebäuden. Das Unternehmen stellte sich als Ansprechpartner für kleinere Reparaturen ebenso wie für umfassende Sanierungen und vollständige Neubauprojekte dar.

Dabei richtete sich das Angebot nach eigenen Angaben an private, gewerbliche und öffentliche Auftraggeber. Die Gesellschaft warb mit einer Betreuung von der Planung bis zur Ausführung sowie mit individuell auf das jeweilige Bauvorhaben abgestimmten Lösungen.

Auf verschiedenen Firmen- und Handwerkerportalen wurde Flexx-Immo als Bau- beziehungsweise Trockenbauunternehmen geführt. Als Schwerpunkte wurden Arbeiten an Wänden und Decken, Innenausbau, Renovierung, Sanierung und Neubau genannt. Die Gesellschaft verfügte außerdem über einen eigenen Internetauftritt und war unter einer Mobilfunknummer erreichbar.

Das Unternehmen warb mit 30 Jahren Erfahrung im Bauwesen. Diese Angabe kann sich allerdings nicht auf das Alter der Flexx-Immo Vermögens GmbH selbst beziehen, da die Gesellschaft erst 2019 gegründet und erst 2021 entsprechend umbenannt wurde. Gemeint war offenbar die zusammengefasste berufliche Erfahrung der beteiligten Personen oder eingesetzten Fachkräfte.

Konkrete Referenzprojekte mit überprüfbaren Standorten, Auftraggebern, Bauvolumen und Fertigstellungsterminen wurden in der öffentlich zugänglichen Darstellung nicht ausführlich dokumentiert. Daher lässt sich nicht verlässlich feststellen, welche größeren Bauvorhaben die Gesellschaft tatsächlich selbst ausgeführt hat.

Kein klarer Nachweis für Fahrzeug- und Maschinenhandel

Der eingetragene Unternehmensgegenstand umfasste neben dem Baugeschäft auch den Handel mit Pkw, Lastwagen und Baumaschinen. Öffentlich auffindbare Fahrzeugangebote, ein eigener Autohandel oder ein dauerhaftes Verkaufsangebot für Baumaschinen ließen sich der Gesellschaft jedoch nicht eindeutig zuordnen.

Auch zur Verwaltung und Verpachtung eigenen Vermögens liegen keine konkreten Angaben über Immobilien, Maschinen, Fahrzeuge oder andere Vermögenswerte vor. Es ist daher nicht bekannt, über welchen eigenen Bestand die Gesellschaft zuletzt verfügte.

Nach außen erkennbar war vor allem das Bauleistungsangebot. Ob der Handel mit Fahrzeugen und Baumaschinen nur als zusätzliche Möglichkeit in den Unternehmensgegenstand aufgenommen wurde oder tatsächlich nennenswerten Umsatz erzeugte, bleibt offen.

Vom Grünwalder Unternehmenssitz zur c/o-Anschrift in München

Über längere Zeit trat die Flexx-Immo Vermögens GmbH unter der Anschrift Portenlängerstraße 16 beziehungsweise 16a in Grünwald auf. Dort wurde sie in Branchenverzeichnissen als Bauunternehmen geführt.

Im Insolvenzbeschluss erscheint nun eine c/o-Anschrift bei Geschäftsführer Rafet Mujovic in der Schwanthalerstraße 126 in München. Eine c/o-Adresse kann darauf hindeuten, dass die Gesellschaft unter dieser Anschrift lediglich postalisch erreichbar ist. Sie belegt für sich genommen keinen eigenen Bauhof, kein Büro und keinen operativen Geschäftsbetrieb.

Ob die früher in Grünwald beworbenen Leistungen bis zuletzt ausgeführt wurden, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Ebenso ist nicht bekannt, ob das Unternehmen zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags noch Mitarbeiter beschäftigte oder laufende Baustellen betreute.

Abweisung mangels Masse hat erhebliche Folgen

Der Insolvenzantrag wurde von einem Gläubiger gestellt. Wer dieser Gläubiger war, wie hoch seine Forderung ist und auf welchem Vertragsverhältnis sie beruhte, geht aus der öffentlichen Bekanntmachung nicht hervor.

Mit der Abweisung mangels Masse wird kein Insolvenzverwalter eingesetzt. Es findet deshalb auch kein reguläres Verfahren statt, in dem Vermögenswerte gesammelt, Forderungen angemeldet und Erlöse gemeinschaftlich an die Gläubiger verteilt werden.

Für Gläubiger ist eine solche Entscheidung regelmäßig besonders ungünstig. Sie zeigt, dass das Gericht kein ausreichendes Vermögen feststellen konnte, aus dem zunächst die Gerichtskosten und die Vergütung eines Insolvenzverwalters finanziert werden könnten. Ob einzelne Gläubiger außerhalb eines Insolvenzverfahrens noch erfolgreich auf Vermögenswerte zugreifen können, hängt von der konkreten Situation ab.

Eine juristische Person wie eine GmbH wird infolge der rechtskräftigen Abweisung eines Insolvenzantrags mangels Masse grundsätzlich aufgelöst. Die Auflösung und die weitere registerrechtliche Abwicklung müssen anschließend im Handelsregister nachvollzogen werden. Die Abweisung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Gesellschaft sofort aus dem Handelsregister gelöscht ist.

Betroffene Auftraggeber sollten prüfen, ob noch nicht ausgeführte Bauleistungen, Anzahlungen, Gewährleistungsansprüche oder überlassene Materialien betroffen sind. Lieferanten, Subunternehmen und andere Geschäftspartner sollten offene Forderungen und vorhandene Sicherungsrechte dokumentieren.

Gegen den Beschluss des Amtsgerichts München kann innerhalb einer Notfrist von zwei Wochen sofortige Beschwerde eingelegt werden. Maßgeblich bleibt das Verfahren unter dem Aktenzeichen 1542 IN 485/26.

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