Die Windpark Desloch GmbH & Co. KG hat auch 2025 einen Verlust verbucht. Die zum Encavis-Umfeld gehörende Gesellschaft schloss das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von rund 415.895 Euro ab. Im Vorjahr hatte das Minus noch knapp 497.947 Euro betragen.
Damit ist der Verlust zwar um rund 82.000 Euro beziehungsweise 16 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig zeigt die Bilanz eine weiterhin hohe Fremdfinanzierung und einen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Fehlbetrag von mittlerweile 927.143 Euro.
Die Geschäftsleitung sieht dennoch keine Gründe, die gegen eine Fortführung des Unternehmens sprechen.
Windparkvermögen von knapp 21 Millionen Euro
Das wirtschaftliche Gewicht der Gesellschaft zeigt sich vor allem im Sachanlagevermögen.
Zum 31. Dezember 2025 standen 20,89 Millionen Euro Sachanlagen in der Bilanz. Ein Jahr zuvor waren es noch 21,79 Millionen Euro.
Der Rückgang um knapp 899.000 Euro dürfte im Wesentlichen mit den im Anhang genannten planmäßigen Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen zusammenhängen.
Insgesamt sank die Bilanzsumme von 24,03 Millionen auf 22,91 Millionen Euro.
Liquidität geht deutlich zurück
Auch beim Umlaufvermögen zeigt sich eine rückläufige Entwicklung.
Es verringerte sich innerhalb eines Jahres von rund 1,70 Millionen auf 1,07 Millionen Euro.
Besonders deutlich ging das Bankguthaben zurück: Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über rund 1,05 Millionen Euro an liquiden Mitteln. Ende 2025 waren es nur noch knapp 640.000 Euro.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich gleichzeitig von rund 652.000 auf 430.000 Euro.
Bankkredite von knapp 18 Millionen Euro
Windparks sind kapitalintensive Infrastrukturprojekte – entsprechend groß fällt die Fremdfinanzierung der Gesellschaft aus.
Die gesamten Verbindlichkeiten lagen Ende 2025 bei 22,84 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 23,98 Millionen Euro.
Davon entfielen knapp 17,96 Millionen Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Diese gingen gegenüber dem Vorjahr um gut eine Million Euro zurück.
Ein großer Teil der Finanzierung läuft langfristig: Von den Bankverbindlichkeiten haben rund 13,19 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Hinzu kommen Verbindlichkeiten von rund 4,37 Millionen Euro gegenüber verbundenen Unternehmen. Davon entfallen knapp 4,36 Millionen Euro auf Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern.
Bilanzieller Fehlbetrag wächst auf 927.000 Euro
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Eigenkapitalsituation.
Die Gesellschaft weist einen Verlustvortrag von 511.348 Euro aus. Zusammen mit dem Jahresfehlbetrag von 415.895 Euro stiegen die nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteile der Kommanditisten auf 927.143 Euro.
Im Vorjahr hatte dieser Fehlbetrag noch rund 511.000 Euro betragen.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das Unternehmen insolvent ist. Genau hierzu enthält der Jahresabschluss eine wichtige Erläuterung.
Stille Reserven sollen bilanzielle Überschuldung auffangen
Die Geschäftsleitung erklärt ausdrücklich, dass sie von einer Fortführung des Unternehmens – dem sogenannten Going-Concern-Prinzip – ausgeht.
Nach ihrer Darstellung bestehen stille Reserven im Anlagevermögen. Diese sollen verhindern, dass aus der bilanziellen Überschuldung insolvenzrechtliche Konsequenzen entstehen.
Das ist eine wichtige Unterscheidung: Ein negatives beziehungsweise bilanziell aufgezehrtes Eigenkapital ist nicht automatisch mit einer insolvenzrechtlichen Überschuldung gleichzusetzen.
Wie hoch die erwähnten stillen Reserven konkret sind, wird im vorliegenden Jahresabschluss allerdings nicht beziffert.
Windpark gehört vollständig zum Encavis-Umfeld
Die Windpark Desloch GmbH & Co. KG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Encavis GmbH in Hamburg.
Im Jahr 2025 kam es innerhalb der Konzernstruktur zu mehreren gesellschaftsrechtlichen Veränderungen. Die frühere Kommanditistin Encavis AG wurde auf die Elbe BidCo AG verschmolzen. Nach weiteren gesellschaftsrechtlichen Schritten entstand daraus die heutige Encavis GmbH.
Die Windparkgesellschaft wird außerdem in den Konzernabschluss der ENCAVIS Management GmbH & Co. KG einbezogen.
Die Geschäftsführung erfolgt über die persönlich haftende Gesellschafterin Capital Stage Wind Beteiligungs GmbH. Als Geschäftsführer werden Ingo Ermel und Michael Kubicek genannt.
Eigene Arbeitnehmer beschäftigte die Windparkgesellschaft 2025 nicht.
Die wichtigsten Zahlen
Bilanzsumme: 22,91 Mio. Euro
Sachanlagen: 20,89 Mio. Euro
Liquide Mittel: 639.756 Euro
Jahresfehlbetrag: 415.895 Euro
Vorjahresverlust: 497.947 Euro
Verbindlichkeiten insgesamt: 22,84 Mio. Euro
Bankverbindlichkeiten: 17,96 Mio. Euro
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen: 4,37 Mio. Euro
Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Fehlbetrag: 927.143 Euro
Verlust sinkt – Verschuldung bleibt hoch
Der Jahresabschluss vermittelt damit ein gemischtes Bild.
Positiv fällt auf, dass sich der Jahresverlust gegenüber 2024 um rund 16 Prozent verringert hat. Gleichzeitig wurden die Bankverbindlichkeiten und die Gesamtverschuldung reduziert.
Auf der anderen Seite ist die Gesellschaft weiterhin hoch fremdfinanziert. Die liquiden Mittel sind deutlich gesunken und der kumulierte Fehlbetrag hat sich auf mehr als 927.000 Euro erhöht.
Für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage ist deshalb der Hinweis auf die stillen Reserven im Anlagevermögen besonders relevant. Nach Einschätzung der Geschäftsleitung reichen diese aus, um insolvenzrechtliche Folgen der bilanziellen Überschuldung zu vermeiden.
Der Jahresabschluss wurde am 23. Juni 2026 unverändert festgestellt und am 8. September 2026 veröffentlicht.